Berge.info
Berge.info
Anmeldung
Anmeldung
Benutzername:
Passwort:
Anmeldung
Noch nicht registriert? Registrierung.
Passwort vergessen?
Neuigkeiten / Gerichtsverhandlung wegen Tod einer Kletterin an Via Ferrata

Gerichtsverhandlung wegen Tod einer Kletterin an Via Ferrata

6.12.2024
Nach Berichten von STA und Siol fand heute in Kranj eine Vorverhandlung statt gegen den Kletterlehrer und Alpinisten Andrej Pikon aus Bohinj, der des Straftatbestands der Herbeiführung allgemeiner Gefahr angeklagt ist. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die unsachgemäße Errichtung der Via Ferrata Ožarjeni kamen vor, auf der im Juli 2021 eine ausländische Kletterin durch einen Steinschlag ums Leben kam. Pikon bestreitet die Schuld.

Am 4. Juli 2021 kam es auf dem gesicherten Kletterweg am Hang des östlichen Pfeilers des Berges Pršivec zu einem Steinausbruch. Ein Stein traf die ausländische Kletterin und verursachte an ihrem Bein derart tiefe Risse, dass sie vor Ort verblutete.

Nach diesem tragischen Vorfall wurde die Via Ferrata gesperrt. Der Alpenverein Sloweniens stellte damals fest, dass die nicht beim Verein registrierte Via Ferrata durch sehr bröckliges Gelände führt und daher für Nutzer sehr gefährlich ist. „Die Via Ferrata ist nicht angemessen ausgestattet und verfügt nicht über die erforderlichen Genehmigungen und Zustimmungen“, betonten sie.

Die tragische Unglücksfahrt untersuchte auch die Polizei, weshalb der Kletterlehrer aus Bohinj auf der Anklagebank landet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, 2017 die genannte Via Ferrata entgegen etablierten Standards in bröckligem Gebiet mit Steinschlaggefahr errichtet zu haben. Pikon habe nicht mit der gebührenden Sorgfalt gehandelt, da er keinen Routenverlauf gewählt habe, der das Absturzrisiko von Steinen minimiere, und keine angemessenen Sicherungen angebracht habe.

So gefährlich wie andere in diesem Bereich
Pikon wies die Vorwürfe der Anklageschrift zurück. Seine Verteidigerin Anka Kozamernik schlug eine Reihe von Beweisen vor, die die Umstände klären und die Unschuld des Angeklagten beweisen sollen. Die Staatsanwältin stimmte der Durchführung der vorgeschlagenen Beweise zu.
Pikon beauftragte für die Verteidigung die gerichtliche Sachverständige für Geologie und Umweltschutz Marta Svetina Veder, die Erosionssicherheit der Via Ferrata zu prüfen. Ihre Expertise gilt der Verteidigung als der gründlichste und fachkundigste Beweis. „Sie schließt evident, dass diese Via Ferrata, wer auch immer sie errichtet oder die Route gelegt hat, genau so gefährlich oder ungefährlich ist wie andere Via Ferratas in diesem Bereich“, fasste Kozamernik die Meinung der Expertin zusammen.
Sie legte auch ein schriftliches Gutachten zur Via Ferrata Ožarjeni kamen des Bergführers Mitja Šorn vor. „Auch aus diesem Gutachten geht hervor, dass die Via Ferrata nicht übermäßig bröcklig ist und mit anderen Wegen in unseren Bergen und modernen Via Ferratas vergleichbar ist“, hob die Verteidigerin hervor.
Sie ergänzte, dass aus Šorns Gutachten auch hervorgehe, dass der einzig geeignete Ansatz zur Via Ferrata darin bestehe, dass Kletterer mit Führer für die eigene Sicherheit sorgen, indem sie gemäß Empfehlungen klettern und Gruppen für den Weg angemessen groß sind. Gefahren durch Steinstürze lassen sich in den Bergen nicht vermeiden, sie verringern sich jedoch durch ausreichend große Gruppen und geeignete Kletterzeiten.

Im kritischen Moment befanden sich angeblich mindestens drei tschechische Klettergruppen gleichzeitig auf der Via Ferrata. Zudem regnete es damals und zwei Tage zuvor. „Die Bedingungen waren ungeeignet zum Klettern. Nasses Gelände und viele Personen führen zwangsläufig zu Geländeauflockerung und Steinschlag“, betonte Verteidigerin Anka Kozamernik. Sie legte eine E-Mail des Präsidenten der Technikkommission des Verbands der Bergführer Sloweniens Tadej Debevc bei, der hervorhob, dass jeder Weg oder Routenabschnitt für Führungen geeignet sein kann, dies aber von Wetter- und Geländebedingungen, Führerqualifikation und Anzahl sowie Erfahrung der Gäste abhänge.

Die Verteidigerin schlug das Verhör mehrerer Zeugen vor, darunter Teilnehmer der tschechischen Klettergruppe, die angeben könnten, wer Gruppenleiter war und wie sie die Bedingungen einschätzten. Zu den Zeugen gehören auch Bergretter und der Generalsekretär des Alpenvereins Sloweniens Damjan Omerzu. Nach Schätzungen der Richterin Nina Prosen wird der Prozess voraussichtlich erst 2026 beginnen.

Aus dem Gesagten können wir (alle) erkennen, wie vollständig unreguliert das Bereich der Verantwortung in den Bergen ist...

Quelle: https://gore-ljudje.net/novosti/obravnava-na-sodiscu-zaradi-smrti-plezalke-na-bohinjski-ferati/
         
Copyright © 2026 Berge.info, Nutzungsbedingungen, Datenschutz und Cookies