Gesetz zur Begrenzung der Fahrten mit Fahrzeugen in der natürlichen Umwelt
22.07.2011
Jagd-, Angler- und Alpenverein eindeutig FÜR neues Gesetz zur Begrenzung von Fahrten mit Fahrzeugen in der natürlichen Umwelt
Am Montag, den 18. Juli, tagte auf dem Alpenverein Sloweniens erstmals die Nichtregierungsgruppe zur
Begrenzung von Fahrten mit Fahrzeugen in der Natur, bestehend aus Vertretern der Jagd-, Angler- und Alpenvereine
Sloweniens. Hauptthema des Treffens war die Vorstellung und Besprechung des Entwurfs eines Gesetzes zur Begrenzung von Fahrten mit
Fahrzeugen in der Natur. Neben den Vertretern der Verbände nahm auch der Leiter des Sektors für Naturschutz
des Ministeriums für Umwelt und Raumordnung der RS, Mladen Berginc, teil.
Die natürliche Umwelt ist heute offener und zugänglicher denn je, was auch viele negative
Folgen mit sich bringt. Einer der wichtigen ersten Schritte ist die Aufklärung und Vertiefung des Wissens über die Natur, sowohl bei
Anwohnern als auch Besuchern, insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und Jungen. Ein wichtiger Schritt zum
Umweltschutz wird auch das neue Gesetz zur Begrenzung von Fahrten mit Fahrzeugen in der Natur bringen.
Da das vorgesehene Gesetz Bereiche betrifft, die alle drei Verbände geregelt sehen wollen, haben sich die
Präsidenten der Verbände bei unserem ersten gemeinsamen Treffen am 4. April dieses Jahres auf die Gründung der Nichtregierungs-
Gruppe zur Begrenzung von Fahrten mit Fahrzeugen in der Natur geeinigt, mit dem grundlegenden Ziel, die natürliche Umwelt und Ruhe
auch für unsere Nachkommen zu erhalten.
Alle drei Verbände sind sich gut bewusst, dass Lärm, Abgase und Fahrten mit Fahrzeugen in der natürlichen Umwelt, zu der auch
Hochplateaus, Alpenpfade, Wälder, Ufer- und Gewässerflächen... gehören, also auch empfindliche Ökosysteme,
Unruhe und Störung bei Tieren und Pflanzen verursachen, einschließlich zahlreicher seltener und gefährdeter Arten.
Besonders für sie sind Unruhe, Lärm, Gefahr von Ölund Kraftstoffausläufen usw. äußerst schädlich und gefährlich und können auch
direkt tödlich sein.
Wir setzen uns entschieden für ein neues Gesetz ein, das die bestehende Verordnung der Regierung der RS über das Verbot von Fahrten mit
Fahrzeugen in der natürlichen Umwelt von 1995 aufwertet und klare, bessere und deutliche Abgrenzungen schafft, wo im Raum und unter
welchen Bedingungen Fahrten mit Fahrzeugen erlaubt sind. Zum Zweck des Erhalts von Ökosystemen, natürlichen Werten und
Landschaft sind wir entschieden gegen jegliche Fahrten mit motorisierten Fahrzeugen (Motocross, Quads, Geländewagen,
Schneemobilen...) in der natürlichen Umwelt.
Präsident des Jagdvereins Sloweniens Srečo Felix Krope: „Der Staat muss sicherstellen, dass angenommene Gesetzgebung
eingehalten wird; wenn sie unzureichend ist, muss er sie ändern. Es geht um die Regelung des Bereichs Umwelt- und Naturschutz,
und wir stellen fest, dass man durch Wälder, Felder fahren, sich ausleben oder sich sogar auf Cross-Motorrädern oder Schneemobilen
amüsieren kann. Dabei ist es überhaupt nicht wichtig, ob man durch Lebensräume des Auerhuhns fährt oder ob
man Wild oder Jungtiere stört. Wenn dich jemand zwischen 7 und 15 Uhr erwischt, kostet es nur 40 Euro.
Ich verstehe, dass der Staat spart, sich mit einem überbesetzten Staatsapparat und Beamten konfrontiert sieht und dennoch nicht
die Umsetzung der Vorschrift sicherstellen kann, die Fahrten in der natürlichen Umwelt verbietet. Ich verstehe nicht, warum
der Staat die Hand der Nichtregierungsorganisationen nicht annimmt und ihnen verwehrt, im Rahmen ihres Überwachungs-
Systems auch Aufgaben des Naturschutzaufsichtsdienstes zu erfüllen. Und das kostenlos. Etwas stimmt sehr falsch.
Ich freue mich, dass es den Nichtregierungsorganisationen nicht egal ist, was um uns herum passiert. Und es freut mich, dass die Mehrheit
Umwelt und Natur der wirtschaftlichen Rechnung vorzieht. Sicher werden sich weitere Nichtregierungsorganisationen
den Bergsteigern, Anglern, Hundesportlern und Jägern anschließen, sodass wir gemeinsam sorgen, dass wir passende
Gesetzgebung bekommen und dass sie auch der Staat einhält. Und dann werden Wildtiere, Rehe und auch Bären sorgenfrei
die Autobahn überqueren und ihren Weg gehen. Und dann wird die Zahl der Berichte über Wildunfälle auf Schienen, Straßen und
verletzte Menschen in diesen Unfällen sehr gering oder fast null sein im Vergleich zu den heutigen Zahlen.“
Präsident des Anglervereins Sloweniens Borut Jerše: „Wir erwarten, dass das neue Gesetz in befriedigendem Umfang
einschränkt, wenn nicht verhindert, die Beförderung von Einzelpersonen und kleinen Gruppen zu den Quellbereichen unserer Bergbäche
von wo aus sie dann leichten Zugang zu Schluchten haben, in denen sie sogenanntes Canyoning betreiben. Der scheinbar
harmlose Adrenalin-Abstieg durch Wasserfälle unzugänglicher Schluchten hat nämlich starke negative Folgen für die
spezifische Tier-, aber auch Pflanzenwelt normalerweise selten sonnenbeschienener und daher zusätzlich kühlerer Bereiche
vor allem im alpinen Raum. Unter diesen besonderen Bedingungen gibt es noch einige, auch endemische, Pflanzen- und Tierarten,
von denen für die Süßwasserfischerei besonders wichtig sind genetisch reine und daher besonders gefährdete Populationen der
Marmorforelle, die ein Endemit des Adriabeckens ist, und der Bachforelle, die eine der wichtigsten
europäischen Forellenarten (Salmoniden) ist.“
Präsident des Alpenvereins Sloweniens Bojan Rotovnik: „Mit motorisierten Fahrzeugen begegnen Bergsteiger in den letzten Jahren immer
häufiger unerwünschten Begegnungen auf Alpenpfaden und Abseitswegen, wo Fahrer oft
rücksichtslos gegenüber anderen Naturnutzern und der Natur selbst sind. Um ihre eigenen Bedürfnisse nach
Adrenalin-Ablass mit ihrem Tun zu befriedigen, gefährden und stören sie Bergsteiger, andere Besucher und Naturliebhaber,
ebenso Tiere und die gesamte natürliche Umwelt. Bergsteiger spüren nicht nur den Lärm und Gestank der Fahrzeuge, sondern
auch gefährliche Ausweichmanöver von Alpenpfaden, rücksichtsloses Wegdrängen, ganz zu schweigen davon, wie das Tiere verscheucht;
tiefe, sichtbare Spuren hinterlassen die Fahrzeuge auch im Boden. Die Natur im Mittelland- und Hochgebirge braucht wesentlich
längere Regenerationszeiten als im Talraum.
Die alpine Organisation hat sich in der Vergangenheit bereits aktiv mit dem Problem von Fahrten mit Fahrzeugen in der natürlichen Umwelt auseinandergesetzt.
Viel haben wir in der Prävention geleistet, vor allem bei den Jüngsten, Jugendlichen in alpinen Gruppen und
Alpenlagern sowie bei Fachkräften in fachlichen Schulungen. Neben Prävention und Aufklärung haben
wir uns auch an systematischer Arbeit zur gesetzlichen Regelung dieses drängenden Problems gemacht. Darin werden wir beharren
und uns bemühen, dass das Gesetz so bald wie möglich verabschiedet wird. Gleichzeitig werden wir weiterhin für Prävention und Aufklärung
unserer Mitglieder sowie der breiteren Öffentlichkeit sorgen. Dabei helfen uns in der alpinen Organisation unsere Fachkräfte sehr – vor allem die Hüter der Bergnatur und Führer des Alpenvereins Sloweniens, natürlich auch die anderen fachlich
qualifizierten Kräfte. Unsere Kommission für den Schutz der Bergnatur der PZS ist auf diesem Gebiet sehr aktiv, derzeit wird
ein Faltblatt über das Verbot von Fahrten mit Fahrzeugen in der Natur vorbereitet, mit dem wir Naturnutzer mit Anweisungen
ausstatten, wie sie bei Zeugenschaft unerlaubter Fahrten z.B. mit Quads, Schneemobilen, Motocross usw.
auf Alpenpfaden und Abseitswegen vorgehen sollen.
Wir setzen uns entschieden für die möglichst baldige Verabschiedung des neuen Gesetzes zur Begrenzung von Fahrten mit Fahrzeugen in der natürlichen Umwelt und
die Einrichtung einer effektiven Aufsicht über die Umsetzung der Gesetzesbestimmungen ein.“
Der Erhalt der natürlichen Umwelt, tierischer und pflanzlicher Arten, der Schönheiten der Natur ist wichtig nicht nur für uns, sondern
auch, dessen sind wir überzeugt, für zahlreiche Naturliebhaber, viele Nichtregierungsorganisationen, Gruppen und Einzelpersonen.
Wir erwarten, dass alle Genannten die Annahme des Gesetzes auch aktiv und öffentlich unterstützen sowie die Umsetzung und
Einhaltung der Gesetzesbestimmungen in der Praxis.
Alpen-, Jagd- und Anglerverein rufen alle Naturliebhaber und andere Nichtregierungsorganisationen auf,
den Entwurf des neuen Gesetzes, der heute, am 22. Juli 2011, öffentlich auf der Website des Ministeriums für Umwelt
und Raumordnung der RS, http://www.mop.gov.si/nc/si/splosno/cns/novica/article/12118/8185/, veröffentlicht ist, gründlich zu prüfen
und sich selbst aktiv an der öffentlichen Beratung zu beteiligen sowie gleichzeitig nach Möglichkeit bei der Beseitigung
unerlaubter Fahrten mit motorisierten Fahrzeugen in der natürlichen Umwelt mitzuwirken.