Gregor Vezonik holt Bronze bei der Boulder-WM
16.09.2018
Gregor Vezonik holte sich in seinem ersten WM-Finale die Bronzemedaille, ein weiterer außergewöhnlicher Erfolg in seiner Karriere, die in dieser Saison regelrecht explodiert ist. Der 23-jährige Ravenčan beendete das Jahr als Fünfter im Boulder-Weltcup, ergänzte diesmal den kärntner Sportklettererfolg, den Janja Garnbret mit Gold im Boulder und Silber im Lead sowie die bronzene Parakletterin Tanja Glušič eingeleitet hatten.
Gregor Vezonik (AK Ravne) kletterte mit drei Tops und einer Zone im Finale in Innsbruck zur Bronzemedaille bei den Boulder-Weltmeisterschaften, der zweiten slowenischen Männer-Bouldermedaille in dieser Diszipline und der dritten slowenischen insgesamt im Boulder von insgesamt dreizehn. „Es ist wirklich unglaublich. Das, was in dieser Saison passiert, war in früheren Saisons undenkbar, daher bin ich wirklich glücklich. Am Ende war es ein harter Kampf um die Medaille und es hat geklappt. Super“, freute sich der 23-jährige Ravenčan, der mit Bronze in Innsbruck die Kirsche obendrauf einer tollen Saison setzte: „Bei solchen großen Wettkämpfen muss man das Finale genießen und ich habe die Finalrunde so angegangen, dass ich es so sehr wie möglich genossen habe. Jeden Boulder habe ich neu angefangen, als neue Geschichte genommen. Ich denke, es ist super gelungen, weil ich genossen habe, dabei konzentriert war und es hat wirklich gepasst.“ Weltmeister wurde mit 19 Jahren der jüngste Finalist, der Japaner Kai Harada, für den dieses Gold die erste Medaille bei großen Wettkämpfen ist, Silber freute sich der verspielte Südkoreaner Jongwon Chon, ebenfalls Asienspiele-Sieger.
Der kärntner Sportkletterer stieg neben dem Sieg beim letzten Boulder-Weltcup 2018 in München dieses Jahr noch zweimal aufs dritte Treppchen, beendete den Weltcup sonst auf Platz fünf. In Innsbruck bestritt er sein erstes WM-Finale und würzte es edelst mit Bronze, beim vorherigen WM in Paris landete er auf Platz 45. „Solche Ergebnisse in solcher Konkurrenz brauchen ihre Zeit. Viele Faktoren spielen eine Rolle. Dass ich dieses Jahr etwas mehr trainiert habe, einige Wettkämpfe hinter mir habe, fast mit dem Studium fertig bin. Wenn du glaubst, ist alles möglich“, betonte Vezi, dem Sportklettern in der Kletterfamilie quasi in die Wiege gelegt wurde.
Welche Region ist zur slowenischen Klettermacht geworden? „Kärnten, es sieht so aus, als wäre es jetzt wirklich Kärnten“, lachte Gregor von Herzen und ergänzte, dass harte Trainings dazu beitragen. Seine Worte könnte die 19-jährige Janja Garnbret (Šaleški AO) bestätigen, die am Vorabend Boulder-Weltmeisterin wurde und als erste Frau in die Geschichte einging, die sich mit dem WM-Titel in beiden Disziplinen rühmen kann, da sie vor zwei Jahren Lead in Paris gewann und in Innsbruck Zweite war.
Neben den beiden Helden des Sportkletterns aus Kärnten kommt auch die taub-blinde Kletterin Tanja Glušič (AK Ravne), die in Österreich Parakletter-Bronze holte, die auch der Parakletterer Gregor Selak feiert, sonst Gorenjec. Slowenien hat bisher fünf Medaillen bei dieser WM geholt.
Der andere slowenische Trumpf Jernej Kruder (ŠPO PD Celje Matica), Gesamtsieger des Boulder-Weltcups 2018, löste nach dem Qualifikationssieg auch die ersten drei Finalboulder erfolgreich, den vierten nicht, die Zone reichte leider nicht zum Weiterkommen. „Erste Gefühle sind natürlich Enttäuschung, weil ich weiß, dass ich auch den für die anderen schwersten Boulder geklettert habe, aber das gehört zum Spiel. Habe nicht erwartet, in jedem Finale dieses Jahr zu sein, also ist Platz acht nicht so schlecht, schade aber, weil mir nur wenig gefehlt hat und ich im Finale hätte klettern können“, sagte der 27-jährige Celjan, der 2014 in München Vizeweltmeister wurde und die erste slowenische Männer-WM-Medaille holte. Weder die Ex-Weltmeister Japaner Tomoa Narasaki noch Tscheche Adam Ondra kamen ins Finale.
„Wir hofften auf eine Medaille, da wir das ganze Jahr zwei Trümpfe im Spiel hatten. Gregor hat Quali, Halbfinale und Finale super geklettert. Sehr froh für ihn, dass er Dritter wurde. Wahnsinn! Der ganze Trainingsaufwand zahlt sich endlich aus. Schade, dass Jernej nicht im Finale war, der hat Halbfinale bis zum letzten Boulder super geklettert, dort hat er sich etwas vertan, schade für ihn ins Halbfinale“, sagte nach dem Männer-Boulder-Highlight der Saison der Selector der slowenischen Sportkletter-Nationalmannschaft Gorazd Hren, dessen rechte Hände Trainer Urh Čehovin und Luka Fonda sind, unentbehrlich Physiotherapeut Peter Hribar.
Am Vorabend holte Janja Garnbret (Šaleški AO) den Boulder-WM-Titel und ging als erste Frau mit WM-Titeln in beiden Disziplinen in die Geschichte ein, da sie vor zwei Jahren Lead in Paris gewann und in Innsbruck Zweite war. Im Frauenhalfinale startete auch Katja Kadić (PK Škofja Loka), die bei ihrer ersten WM Platz zwölf im Boulder holte.
Bei den Boulder-Weltmeisterschaften vertraten auch Mia Krampl (AO PD Kranj) Platz 33, Mina Markovič (ŠPK Plus) 37, Urška Repušič (ŠPO APD Kozjak) und Domen Škofic (ŠPO PD Radovljica) 39, Vita Lukan (ŠPO PD Radovljica) 51, Anže Peharc (AO PD Kranj) 53, Tjaša Slemenšek (Šaleški AO) 63, Zan Sudar (AK Ravne) 68 und Luka Potočar (ŠPO PD Radovljica) 81 die slowenischen Farben.