Herbstliche Tipps für sichere Bergbesuche nach einer außergewöhnlichen Sommersaison.
Wundervoller Herbst ist nach Meinung vieler eine ideale Zeit für das Bergwandern, doch diese Jahreszeit hat auch ihre Fallstricke, auf die wir jedes Jahr im Alpenverein Sloweniens hinweisen. Mitte Herbst blicken wir auf die diesjährige Sommertouristenzeit zurück, die in vielem anders war als die vorherigen: Bezüglich der Übernachtungen in den Hütten vergleichbar bzw. sogar leicht besser als das Rekordjahr 2019, folglich gab es großen Druck der Bergbesucher auf die Umwelt, und die Sommertrockenheit sorgte für ein zusätzliches Problem, das die Hochgebirgshütten an Wasserknappheit führte.
Bis Ende September 2022 gab es in den Hütten 120 Tausend Übernachtungen, was vergleichbar bzw. sogar leicht mehr ist als das sonst Rekordjahr 2019. „Am meisten Übernachtungen gab es in den Julischen Alpen, besonders in den Hütten im weiteren Triglav-Gebiet. In einigen Hütten um den Triglav überschritt der Ausländeranteil 75 Prozent. Insgesamt hat der Ausländeranteil an Übernachtungen in slowenischen Hütten bereits die Hälfte überschritten, im Jahr 2022 waren es sogar 58 Prozent,“ erläuterte der Fachmitarbeiter der PZS Dušan Prašnikar.
Überdurchschnittlicher Besuch im Hochgebirge, keine Überschreitungen im Mittelgebirge
Am meisten Übernachtungen wurden traditionell im August verzeichnet. Besonders war der diesjährige Juli, da er nur 10 Prozent hinter August bei Übernachtungen zurückblieb, auch im Juni waren es die meisten Übernachtungen in den letzten Jahren, September war wegen schlechten Wetters unterdurchschnittlich „Ungeachtet der sehr erfolgreichen Saison der Hügelbesuche gab es im Mittelgebirge keine Überschreitungen und die Sommersaison war zwar gut, aber nicht überdurchschnittlich, außer einigen Ausnahmen.“
Besonderheit der diesjährigen Sommersaison war meist schönes Wetter ohne Niederschläge und folglich Wassermangel vor allem in Hütten, die mit Regenwasser versorgt werden. Daher mussten in diesen Hütten bestimmte Maßnahmen ergriffen werden.
„In den Hütten wurde das Wasser eingeschränkt, teilweise sogar für die persönliche Hygiene der Besucher abgestellt, auf der Kredarica wurde für eine bestimmte Zeit die Bettenzahl reduziert, Hütten haben den Wasserverbrauch für das Hüttenpersonal beschränkt, teilweise wurden statt Waschschüsseln Einweg-Papier-/Kartonschalen verwendet. In den meisten Fällen haben die Hüttengäste diese Maßnahmen geduldig akzeptiert,“ fügte Prašnikar hinzu.
Trotz Jahren der Aufklärung der Berggänger über Reduzierung des Abfallmengs und Abtransport des Abfalls ins Tal gab es immer noch viele Fälle, in denen Besucher ihren Abfall in den Hütten zurückließen, was eine zusätzliche Belastung für die Hütten bedeutet. Aufgrund neuer Gruppen von Bergbesuchern, die an Wissen und Einstellung zu den Bergen mangeln, ist in dieser Umgebung etwas mehr Abfall zu beobachten. Daher bleibt unsere Empfehlung aktuell: Nehmt euren Abfall ins Tal mit!
Besonderheiten des herbstlichen Hochgebirgsbesuchs
Die Natur hat uns mit einem wundervollen Herbst beschenkt und die Tage sind ideal für angenehmes Bergwandern, lange Spaziergänge, Erkundungen und Suche nach Ruhe. Viele von uns nutzen diese Zeit für die letzten ernsthaften Aufstiege auf die Gipfel, natürlich mit einer guten Portion Erfahrung und Wissen. Bei der Planung einer Bergtour muss berücksichtigt werden, dass herbstliche Tage kürzer sind, ein Oktobertag ist um 4,5 Stunden kürzer als ein Julitag und Hütten im Hochgebirge sind geschlossen, tiefer gelegene im Winterbetrieb geöffnet. In unserem Wander-Rucksack sollte immer die gesamte notwendige Ausrüstung sein, angepasst an die Schwierigkeit der Tour.
„Ein zusätzliches Stück wärmere Kleidung sollte nicht fehlen, da die Sonne sich gerne hinter Wolken versteckt und es damit schnell kalt wird. Bei Wind ist das Kältegefühl noch größer. Zu dieser Zeit sind besonders in tieferen Abschnitten der Wanderwege Laub bedeckt. Der Schritt sollte langsam und sicher sein. Unter dem Laub verbergen sich nasse Wurzeln und Steine, die unter Belastung umkippen können und wir uns eine unangenehme Beinverletzung zuziehen können. Wir empfehlen Trekkingstöcke für besseres Gleichgewicht und Abtasten des Geländes vor uns,“ erinnerte PZS-Fachmitarbeiter Matjaž Šerkezi.
Haltet euch an markierte Wanderwege. Plant den Weg im Voraus mit Hilfe neuerer Ausgaben von Wanderkarten, da sich die Natur in der Bergwelt rasch verändert und ein Weg, der früher existierte, nun anders verlaufen kann oder nicht mehr da ist. Den Zustand der Wanderwege könnt ihr immer auf der PZS-Website prüfen (
https://stanje-poti.pzs.si/). Während der Tour selbst kann euch die App maPZS mit eingezeichneten Wanderwegen helfen, die wir regelmäßig überprüfen und aktualisieren.
Einige Gipfel sind bereits mit Schnee bedeckt. Um 1500 m und an Nordhängen gibt es vereiste Schneeflecken, oberhalb 2000 m liegt Schnee. Es gilt, dass wir Gipfel nur mit geeigneter Ausrüstung und Kenntnissen ihrer Anwendung besteigen. Die Tour unseren körperlichen Fähigkeiten und Wetterbedingungen anpassen. „Besonders auf dem Rückweg ins Tal seid achtsam, da dort die meisten Unfälle passieren. Das Hochgebirge erfordert zu dieser Zeit vor allem viel individuelle Erfahrung. Lasst euch nicht von dem Wunsch nach 'Instafotos' blenden,“ schloss Šerkezi.
Um breites Bergwissen auf verschiedene Weise unter Bergliebhaber zu verbreiten, haben wir in diesem Jahr den interessanten und originellen Quiz Planinci herausgebracht. Damit könnt ihr viel nützliche Inhalte für den täglichen Bergbesuch lernen. Ein besonderer Abschnitt ist der Sicherheit in den Bergen gewidmet.