Hervorragender Besuch der Hütten
9.08.2017
Hervorragender Besuch der Hütten bereits vor dem Höhepunkt der Bergsteigersaison.
Die erste Hälfte der Sommermountaineering-Saison 2017 in den Hütten zählt zu den besten der letzten zehn Jahre, die Hüttenwirte beobachten höheren Besuch und Umsatzsteigerung, wozu auch heißes und klares Wetter sowie hoher sommerlicher Besuch von Ausländern beitragen, zeigt die Einschätzung der Wirtschaftskommission des Alpenvereins Slowenien (PZS). Für qualitativ hochwertige Massentauglichkeit bemühen sich Alpenverein und Vereine, sowohl durch Schulung der Wirte und Vergabe von Umwelt- und familienfreundlichen Hüttenzertifikaten als auch durch umfassende Werbung.
In Slowenien gibt es 181 Hütten, Schutzhütten und Bivaks, davon 164 bewirtete Hütten, die gerade im Sommer am meisten besucht werden. „Die erste Hälfte der Bergsteigersaison bis Ende Juli ist in den Hütten unter den besten der letzten zehn Jahre. Bisher ist sie nach Einschätzung der Alpenvereine zwar nicht auf dem Rekordniveau von 2011, aber vergleichbar mit den anderen erfolgreichen Saisons der letzten zehn Jahre. Im Vergleich zum Durchschnitt der letzten fünf Jahre verzeichnen die Hütten etwa zehn Prozent höheren Besuch und ähnlich mehr Übernachtungen. Mindestens ebenso groß oder größer ist der Anstieg des finanziellen Umsatzes, was bedeutet, dass die Leute in den Hütten wieder etwas mehr ausgeben, was teilweise mit dem wachsenden Ausländeranteil zusammenhängt, die in der Regel größere Verbraucher als einheimische Gäste sind. Im vergangenen Jahrzehnt machten Ausländer, die in Hütten übernachteten, ein Drittel der Übernachtungsgäste aus, in den letzten drei Jahren nähert es sich 40 Prozent,“ stellt Dušan Prašnikar, fachlicher Mitarbeiter der PZS für das Gebiet der Wirtschaftskommission, die bisherige Bewertung des Hüttenbetriebs auf Basis von Fragebogenergebnissen vor.
Zum Erfolg der ersten Saisonhälfte trug maßgeblich das bergfreundliche Wetter bei, sowohl durch viele Sonnentage als auch hohe Temperaturen, die Wanderer und Touristen motivieren, höher in kühlere Bereiche aufzusteigen. Das Wetter beeinflusst auch die allgemeine Touristen-Saison erheblich, die bisher in Slowenien zu den rekordverdächtigen zählt, insbesondere Bergtourismuszentren rühmen sich rekordhoher Besucherzahlen, folglich verzeichnen Hütten im zentralen Teil der Julischen Alpen eine sehr gute Saison. Neben äußeren Faktoren bemühen sich PZS und Alpenvereine um besseren Besuch. „In den letzten drei Jahren führen wir gemeinsam Hüttenwerbung auf Tourismusmessen in Slowenien und im Ausland sowie mit Werbematerialien und verschiedenen Web-Werbemethoden durch. Der Alpenverein bemüht sich ebenfalls um Verbesserung der Dienstleistungsqualität in Hütten. Dies wird nicht als Komfortverbesserung in den Hütten verstanden, obwohl regelmäßige Sanierungen im Rahmen finanzieller Möglichkeiten auch dies verbessern, sondern vor allem als Verbesserung des Wohlgefühls in Hütten. Wir wollen eine Atmosphäre von Gemütlichkeit, sauberer und angenehmer Umgebung schaffen, mit köstlichem und hausgemachtem Essen und vor allem freundlichen Worten des Personals, das Besuchern auch über die Eignung von Wegen und Zielen in der Hüttenumgebung beraten kann. Zur Verbesserung der Hüttensituation haben in den letzten Jahren wesentlich beigetragen auch zwei von PZS vergebene Zertifikate, nämlich umwelt- und familienfreundliche Hütte,“ stellt Prašnikar die Bemühungen um qualitativ hochwertige Massentauglichkeit vor.
Heißer Sommer erfreut nicht nur, sondern verursacht mit Dürre an manchen Stellen den Hüttenwirten graue Haare. „Wir warnen Hochalpenhüttenbesucher, dass in manchen Hütten Wassermangel auftreten kann, und bitten um Geduld. Aufgrund sehr milder Winter mit wenig Schnee und geringerer Niederschlagsmenge ist weniger Wasser an Quellen bzw. in Reservoirs, folglich reduzierter Durchfluss in Hütten, im Extremfall keine Waschwasser verfügbar. Gleichzeitig rufen wir Besucher auf, rechtzeitig Reservierungen für Übernachtungen in Hütten zu organisieren, da viele Hochalpenhütten im Sommerhochpunkt voll belegt sind. Wer in einer Hütte übernachtet reserviert, soll Personal bei möglichen Änderungen baldmöglichst über Stornierung informieren,“ warnt Prašnikar noch.
Mit exzellentem Saisonstart kann sich das Gomiščkovo zavetišče na Krnu (2182 m, PD Nova Gorica) rühmen. „Wir sind bereits dritte Saison Wirte am Gomiščkovo zavetišče und freuen uns Jahr für Jahr über steigenden Besuch. Unter der Woche kommen hauptsächlich Ausländer, am Wochenende Slowenen. Wenn vor zwei Jahren 70 Prozent Slowenen und 30 Prozent Ausländer waren, letztes Jahr halb-halb, diesen Sommer führen bisher ausländische Besucher, viele Deutsche, Engländer, Amerikaner, Tschechen, diese sind viel besser ausgerüstet als früher, die letzten zwei Jahre kommen auch massenhaft belgische Pfadfinder. Mehr Slowenen erwarten wir im August, da noch gilt, dass sie im Juli ans Meer, im August in die Berge gehen,“ sagt Nives Brauner, bessere Hälfte des steirischen Wirtspaares neben Dejan Sel, das in den Julischen Alpen eine Erfolgsgeschichte schreibt. Die jungen Wirte beobachten immer mehr jüngere Besucher, einige teilen ihre Momente live auf Social Media aus Imagegründen, viele suchen aber – einige allein, andere noch mit Eltern – echten Naturkontakt. Die Marburger wissen sich verschiedenen Generationen anzunähern, die sie auch mit schönen Fotos, Videos und Botschaften über die Facebook-Seite Gomiščkovo zavetišče na Krnu ansprechen, die sie hauptsächlich schufen, damit einstige Stammbesucher, die nicht mehr kommen können, Momente vom Krn, dem primorsken Vater, nachleben können. „Wir genießen unsere Arbeit. Wir sind freundlich, wie ein Wirt sein muss – schließlich kommen solche Leute in die Berge, wir sind nur Spiegel und geben zurück, was Wanderer uns bringen. Ringsum loben alle unser hausgemachtes Brot, sonst sind wir Schutzhütte, Bescheidenheit ist üblich, aber jeder geht mit großem Lächeln und vollem Magen, wenn nicht wählerisch,“ fügt Brauner hinzu.
Ebenso führen Wege immer mehr Wanderer zur Cojzova koča na Kokrskem sedlu (1793 m, PD Kamnik), wo wegen Umbau die Hütte erst am 17. Juni eröffnet wurde, doch Tomaž Bolcar, Wirt bereits sechste Saison, schätzt „in gut anderthalb Monat besten Besuch bisher, sogar besser als letztes Jahr Rekordjahr. Wir sind überrascht, da Saisonhöhepunkt normalerweise August ist, doch Juli ist gut gelaufen. Übernachtungen etwa gleich wie letztes Jahr, aber mehr Tagesteile, weniger Gruppen, immer mehr Einzelgäste. Unter Ausländern dominieren Kroaten, einige Serben, viele Niederländer, Österreicher, Besucher aus Bulgarien, Tschechien, Polen, Ungarn, England ...“ Die beliebte Hütte in den Kamnik-Savinja-Alpen feiert 120 Jahre, daher gründliche Sanierung; neue Sanitäranlagen, Herbst wartet Küchen- und andere Raumenerneuerung, erneuerte Elektrik blitzsicher, Internetanschluss gelegt. Umweltfreundliche Hütte gewinnt Strom aus Photovoltaik und Windenergie, für geringeren Verbrauch LED-Beleuchtung. Wegen Umbau, höherem Verbrauch und Dürre große Wasserschwierigkeiten diesen Sommer, trotz neuer Wassertanks ist Regenwasser alle, Anfang Woche Wasser per Seilbahn aus Tal geholt. Wirt bemüht sich um Werbung mit gutem Angebot, freundlichem Umgang mit Gästen, korrekten Infos für Wanderer, auch über Webkanäle und Social Media, besonders auf Facebook-Seite Tomaž Bolcar (Cojzova Koča) aktuelle Infos und verlockende Fotos. In der Hütte Köstlichkeiten, vom Hausgericht kokrski lonec, Art Gemüse-Fleischragout, und kamniški goveji lonec bis Buchweizensoße und klassische Löffelgerichte, unter Süßspeisen herrscht Apfelstrudel, gelegentlich Obstknödel und Quarkštruklji. Bolcar nahm heuer zweites Mal am Seminar für Wirte der PZS-Wirtschaftskommission teil. „Jede Schulung bringt Weite – Angebot und Gastlichkeit aus anderem Blickwinkel oder Bestätigung richtigen Kurses,“ betont Wirt, der neues Wissen schon in Angebot einfloss: „Sie lehrten uns Geschichtenerzählen – wir entwickeln Blumen-Geschichte. Auf Kokrsko sedlo heimisch extrem seltene und wichtige Bergblumen. Hütte nach Zois-Brüdern Žiga und Karl, Botaniker. Zois-Glockenblume wichtigste autochthone Pflanze, Sommer live hier für Wanderer sichtbar, sonst Fotos/Projektionen, Frühling größtes Vorkommen Kranj-Lilie nahe Hütte. Wir setzen Zois-Erbe fort, regen Bergbesucher zu respektvollem Umgang mit Bergblumen an. Wollen uns mit Gleichgesinnten anderer blumenreicher Hütten vernetzen und gemeinsamen thematischen Alpenweg schaffen.“
In Kärnten zeigt Kompass vieler Wanderer und Mountainbiker Richtung Dom na Peci (1665 m, PD Mežica). „Letzte Saison war ich Wirt am Dom Valentina Staniča unter Triglav, nun erstes Jahr unter Peca. Hier kommen meist Slowenen, da Peca für Tagesausflug geeignet, wenige Übernachtungen, viele Tagesbesucher. Meiste am Wochenende, an heißen Tagen kommen Einheimische zum Durchlüften. In Ferien beliebtes Ziel von Großmüttern/-vätern mit Enkeln, für die wir gut sorgen, da familien- und umweltfreundliche Hütte,“ erklärt Branko Kremser mit achtjähriger Wirtserfahrung: „Wir setzen auf Essensqualität, Hüttenreine und freundlichen Gästeumgang.“ Küche dreht Hilda Ladinek, Menü Leckerbissen für Fleisch- und Vegetarier, von Bogratsch, Gulasch, Pilzsuppe bis Palatschinken, Kaiserbraten und kločevi Nudeln, traditionelles Kärntner Dessert. Küche letztes Jahr komplett erneuert, neueste Errungenschaft neue Matratzen in Zimmern 1. Stock, Zimmer frisch gestrichen. Dom na Peci Kontrollpunkt Slowenischer Mountainbike-Weges, viele – slowenische und österreichische – Mountainbiker besuchen beim Abstieg von Peca über Piste oberhalb Pliberk. Viele lockt K 24, 80-km-Weg mit Aufstiegen zu fünf höchsten Kärntner Gipfeln – Uršlja gora, Smrekovec, Raduha, Olševa, Peca, den Ausdauerstarke unter 24 Std. meistern. Sonst von Hütte zur Kordeževa glava (2125 m), höchster Peca-Gipfel, 1,5-2 Std. Gehzeit, König-Matjaž-Höhle nur Katzensprung entfernt.
„Besuch der Koča na Kopitniku heuer ähnlich wie vorherige Saisons. Zu uns kommen üblicherweise Durchwanderer, die hier trinken/essen, dann heimkehren oder weiter zu koča v Gorah, Kal, Mrzlica, Šmohor, ggf. Lisco oder Kum. Besucher aus ganz Slowenien, meist Einheimische regelmäßig. Heuer schon Übernachtung von Wanderern aus Kroatien und Bosnien-Herzegowina, viele aus Rimske terme, Slowenen und Ausländer,“ schätzt PD Rimske Toplice-Präsident Jure Potokar. Koča na Kopitniku (865 m, PD Rimske Toplice) wird von Wanderern selbst bewirtschaftet, die Dienst rotieren, daher nur Wochenenden/Feiertage geöffnet. „Als familienfreundliche Hütte kommen viele Familien mit Kindern nach Kopitnik zum Spielen. Organisieren Veranstaltungen, letzten Samstag 27. traditionelles Nachmittag bei Zithern auf Kopitnik, lebhaft zu 1. Mai, auch Zlatorog-Transversale Stolz bei uns zu Gast. Interessant für geschlossene Gruppen, denen zeitlich anpassend, auch aus Sožitje-Verein für Hilfe behinderten Personenentwicklung,“ ergänzt Potokar. Fleißige Wanderer erneuerten Hütte komplett letztes Jahre, Dach, Elektrik/Wasser bis Kanalisation/Hüttenumfeldung, Gemeinde Hrastnik stellte Defibrillator, planen Behinderten-Sanitär. Auch in Posavje-Hügeln Kulinarik-Wette, traditionell morgens Spiegeleier gut, Wanderer rechnen mit Eintopf und Apfelstrudel auf Kopitnik.
Im Höhepunkt der Sommermountaineering-Saison, von Mitte Juli bis Mitte September, betont Alpenverein Slowenien, jeder wähle Tour passend psychophysisch vorbereitet mit geeigneter, beherrschbarer Ausrüstung. Vor Berggang Wettervorhersage, Wegezustand/Hüttenöffnung prüfen, Übernachtungsreservierung und Eigenbettwäsche empfohlen.