Internationaler Tag der Berge, 11. Dezember
11.12.2012
Feiern wir das Leben in den Bergen, begrenzen wir Fahrten mit Motorfahrzeugen im natürlichen Umfeld.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat am 11. Dezember
2003 zum Internationalen Tag der Berge erklärt.
Die Entscheidung fiel nach dem großen
Erfolg, den sie im Vorjahr mit dem Internationalen Jahr der Berge 2002 durch ein
Projekt zur Sensibilisierung der Menschheit für die Bedeutung der Berge erzielten. An diesem Tag, dem 11.
Dezember, werden an vielen Orten Veranstaltungen organisiert, um auf die
Bedeutung der Berge für das Leben und den Erhalt der biologischen Vielfalt hinzuweisen sowie
auf die Bedeutung des Schutzes und der nachhaltigen Entwicklung der Berggebiete.
Jährlich widmet sich der Internationale Tag der Berge einem anderen Thema,
das für die nachhaltige Entwicklung der Berggebiete wichtig ist.
Das diesjährige Internationale Jahr der Berge ist der Feier des Lebens in den Bergen gewidmet. Die Berge sind Heimat für 12 %
der Weltbevölkerung. Die nachhaltige Entwicklung der Berggebiete ist von entscheidender Bedeutung für die Verbesserung des Überlebens dieser
oft armen und isolierten Menschen. Zum 10. Jubiläum des Internationalen Jahres der Berge (2002) strebt der Internationale Tag der Berge
eine stärkere Einbindung von Akteuren/ Institutionen und Zivilgesellschaft in die nachhaltige Entwicklung der Berggebiete
an. Dies ist auch eine konkrete Gelegenheit, Mittel für die Verbesserung des Überlebens der Berggemeinschaften zu sichern.
Besondere Aufmerksamkeit gilt in der UNO der Einbindung junger Menschen in die globale nachhaltige Entwicklung, da sie die
zukünftigen Akteure sein werden. In diesem Jahr konzentriert sich die UNO auch auf die Verbindungen zwischen ländlicher Entwicklung und städtischer Entwicklung unter
Berücksichtigung der Umsetzung einer grünen Wirtschaft gemäß Rio +20 Earth Summit.
Zum diesjährigen Internationalen Tag der Berge, wenn wir das Leben in den Bergen feiern, weisen die Planinska zveza Slovenije und
CIPRA Slovenija, der Verein zum Schutz der Alpen, auf die starke Beeinträchtigung des Lebens und des Besuchs der Berge durch den
zunehmenden motorisierten Verkehr hin, besonders schädlich sind Transporte mit Motorfahrzeugen im natürlichen
Umfeld. Im Winter stellen Motorschlittenfahrten ein besonderes Problem dar.
Das Gesetz über die Fahrt mit Fahrzeugen im natürlichen Umfeld, dessen Entwurf vom Ministerium für Umwelt und Raumordnung der RS
letztes Jahr vom 22. 7. bis 11. 9. zur öffentlichen Aussprache gestellt wurde, liegt beim Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt seit mehr als
anderthalb Jahren vor. Zu Beginn der Wintersaison, wenn die Nutzung von Motorschlitten ein Problem darstellt, ist es besonders
wichtig, erneut daran zu erinnern, dass ein solches Gesetz für den Erhalt des natürlichen Ökosystems dringend erforderlich ist und dass jedes
Jahr, in dem das Gesetz aufgrund bürokratischer Hürden im Schubkasten steckt, im Kampf um den Erhalt des natürlichen
Umfelds verloren geht, dessen Teil wir letztlich selbst sind.
Die Nichtregierungsgruppe zur Begrenzung von Fahrten mit Fahrzeugen im natürlichen Umfeld, in deren Rahmen auch die Planinska zveza
Slovenije tätig ist, hat bereits im vergangenen Jahr eine Stellungnahme, Anmerkungen und Vorschläge zum Entwurf des Gesetzes über die Fahrt mit Fahrzeugen im
natürlichen Umfeld vorbereitet, das die Verordnung über das Verbot der Fahrt mit Fahrzeugen im natürlichen Umfeld sowie einige
Bestimmungen des Waldgesetzes und des Gesetzes über Wanderwege ersetzen soll. Die Nichtregierungsgruppe hat ihre starke Unterstützung für
die möglichst baldige Verabschiedung des Gesetzes bekundet und Hilfe bei seiner Umsetzung angeboten.
Angesichts der gerade begonnenen Wintersaison rufen wir zu einer begrenzten Nutzung des natürlichen Raums als
Raum zur Erholung mit Motorfahrzeugen auf, da dies zahlreiche schädliche Folgen für Mensch, Tier und Umwelt hat.
PZS-Präsident Bojan Rotovnik warnt: „In den letzten Jahren begegnen Bergsteiger immer häufiger
Motorfahrzeugen bei uns unliebsamen Begegnungen auf Bergwegen und Abseits der Wege, wobei Fahrer oft rücksichtslos gegenüber
anderen Naturliebhabern und der Natur selbst sind. Um ihren eigenen Bedarf an Adrenalin abzubauen,
gefährden und stören sie mit ihrem Verhalten Bergsteiger, andere Besucher und Naturliebhaber ebenso wie
Tiere und die gesamte natürliche Umwelt. Bergsteiger spüren nicht nur den Lärm und Gestank der Fahrzeuge, sondern auch gefährliche
Ausweichmanöver von den Bergwegen, rücksichtsloses Drängeln; ganz zu schweigen davon, wie dies Tiere erschreckt, besonders jetzt im
Winter, wenn sie sich wegen hohen Schnees nicht richtig zurückziehen können und wegen Nahrungsmangel ihre Energie schonen. Fahrten mit Motorfahrzeugen verursachen Lärm in bisher ruhigen Gebieten, die das
letzte Refugium der empfindlichsten Tiere waren. Tiefe, sichtbare Spuren hinterlassen die Fahrzeuge auch im Boden, Unterwuchs …
Die Natur im Mittelgebirge und Hochgebirge braucht eine wesentlich längere Regenerationszeit als im Talraum.“ Und
fügt hinzu: „Die Kommission für den Schutz der Bergnatur der PZS ist auf diesem Gebiet sehr aktiv, sie hat auch ein Merkblatt über
das Verbot von Fahrten mit Motorfahrzeugen in der Natur erstellt – wie man handeln soll, wenn Bergbesucher
unerlaubten Fahrten z. B. mit Quads, Motorschlitten, Motocross usw. auf Bergwegen und Abseits der Wege beiwohnen.
Wir setzen uns entschieden für die möglichst baldige Verabschiedung des neuen Gesetzes zur Begrenzung von Fahrten mit Fahrzeugen im natürlichen Umfeld und
die Einrichtung einer effektiven Überwachung der Umsetzung der Gesetzesbestimmungen ein.“
Über die Organisationen:
Die Internationale Kommission zum Schutz der Alpen (CIPRA) ist eine nichtregierungsgebundene Dachorganisation mit nationalen Ausschüssen in allen
Alpenländern, die mehr als hundert Vereine und Organisationen aus sieben Alpenländern vertritt. Sie setzt sich für
nachhaltige Entwicklung im Alpenraum, Erhalt des natürlichen und kulturellen Erbes sowie für regionale Vielfalt und
Lösung gemeinsamer Probleme im Alpenraum ein. www.cipra.org/slovenija.
Die Planinska zveza Slovenije, www.pzs.si, ist eine der größten und massenhaftesten nichtregierungsgebundenen, ehrenamtlichen
Organisationen in der Republik Slowenien. Die Planinska zveza Slovenije ist eine Organisation mit Tradition, im Jahr 2013 feiert sie bereits
das 120-jährige Jubiläum der Gründung des Slowenischen Bergsteiger-Vereins (27. 2. 1893), dessen Nachfolgerin sie ist. Die PZS ist
ein freiwilliger Verband von Vereinen (seit Dezember 2012 vereint sie 277). Die Hauptbeschäftigung der PZS ist die Vernetzung
von Vereinen und die Bereitstellung von Bedingungen für das Bergsteigen in Slowenien und im internationalen Raum. Sie pflegt die slowenische
Bergsteigertradition, leistet Ehrenamtsarbeit und wirkt als Teil der Zivilgesellschaft, im öffentlichen Interesse und als
nationale Branchenunion im Bereich Bergsteigen. Die Mission der Planinska zveza Slovenije, der gesamten Bergsteigerorganisation
lautet: Bergsteigen als Lebensweise. Der Ehrenkodex der slowenischen Bergsteiger ist der Wert, den die
Bergsteigerorganisation achtet und umsetzt. Die Prinzipien des Handelns der Bergsteigerorganisation sind: ganzheitliches Bergsteigen und
seine Förderung, Ausrichtung auf Vereine, Schulung von Bergbesuchern für sicheres Verhalten in den Bergen,
Schutz der Bergnatur, Professionalität und Zusammenarbeit, Transparenz des Handelns und Einbindung der Öffentlichkeit in
Entscheidungsfindung. Ende 2011 waren in der PZS 269 Vereine (Bergsteigervereine, Klubs,
GRS-Stationen) und 58.389 Einzelmitglieder eingeschrieben. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl der Republik Slowenien sind mehr als 2,8 % der Gesamtbevölkerung in der PZS
eingebunden. Bergsteigervereine verwalten 176 Hütten, Schutzhütten und Biwaks mit rund 6.000 Betten. Die slowenischen Berge werden jährlich von rund 1,4 Millionen Besuchern frequentiert, für die ein Netz von 1.661 Bergwegen mit einer Gesamtlänge von 9000 km in ganz Slowenien zur Verfügung steht.