Mit einem Bergführer über die Grenze und Belletristik bis zu...
21.06.2023
Mit einem Bergführer über die Grenze und mit Belletristik zu einsamen Pfaden.
Der Bergverlag PZS hat am ersten Sommertag, an dem Tag, an dem das Licht die größte Macht hat, seine reiche Buchernte präsentiert, sodass es kaum an Ideen für den Besuch von Bergen und guter Berglektüre mangeln wird. Bergliebhaber werden mit dem neuen Führer Karnische Alpen in die Nachbarschaft aufbrechen und wunderschöne Berggebiete einen Schritt über die Grenze erkunden, diejenigen, die zu Hause bleiben, können die belletristischen Werke Flüstern einsamer Pfade und Erinnerungen eines alten Alpinisten lesen.
»Der Bergverlag gibt Führer heraus, sowohl Wander-, Bergsteiger- als auch Alpinistenführer, Fachliteratur, Belletristik und Jugendliteratur. Im Februar erschien der Skitourenführer Über die Bretter auf Tourenskiern des Autors Tomaž Hrovat, im März haben wir gleich zwei belletristische Werke herausgegeben, Jana Remic Flüstern einsamer Pfade und Peter Muck Erinnerungen eines alten Alpinisten sowie Anfang Juni den ausgewählten Führer Karnische Alpen, den ich mit meiner Frau Irena Mušič Habjan geschrieben habe. Im Verlag sind wir sehr zufrieden, dass der Führer Auf den Pfaden der XIV. Division nach einem Jahr Verkauf bereits einen Nachdruck erlebt hat,« sagte einleitend der Redakteur des Bergverlags des Alpenvereins Sloweniens Vladimir Habjan und kündigte für den Herbst die Herausgabe von mindestens drei weiteren Büchern an. »Geschrieben ist das Buch von Žarko Rovšček, Das Wort funkt, das die publizistische Tätigkeit des Riesen des slowenischen und weltweiten Alpinismus Tone Škarja behandelt. Vorbereitet ist das Handbuch Skitouren des Autors Tone Golnar. Derzeit ist das belletristische Werk Ich gehe, also gehe ich von Marjan Bradeško in der Lektorat. Besonders freuen wir uns auf die Herausgabe des außergewöhnlichen Buches von Dušan Škodič Anfänge des organisierten Bergsteigens und Alpinismus in der Zeit des SPD.«
Der größte Brocken des diesjährigen Verlags war die Herausgabe des ausgewählten Führers Karnische Alpen, der Autoren Vladimir und Irena Mušič Habjan, der wie es scheint zu einem unverzichtbaren Teil der Bergsteigerliteratur werden wird. Die Eheleute Habjan sind Autoren und Redakteure zahlreicher Bergführer. In ihrem letzten Werk ist das umfangreiche Gebiet zwischen den Julischen Alpen und den Dolomiten von Ojstrnik bis Piancavallo abgedeckt. Der anspruchsvolle Führer ist in vielerlei Hinsicht anders als ähnliche. »Dieser Führer ist vor allem sehr umfangreich, da in der Auswahl gleich 100 Ziele sind, da wir aber bei einzelnen Touren noch zusätzliche beschreiben, haben sich noch viel mehr angesammelt. So viele Daten und Informationen zu sammeln, noch dazu auf Italienisch, das wir nicht sprechen, war eine ordentliche Herausforderung. Ich denke, wir werden mit dem Sammeln von Daten und auch Büchern aus diesem Gebiet fortfahren,« sagte Vladimir Habjan. Neben unterschiedlich angesetzten 110 Gipfeln beschreibt der Führer zwei Schluchten, 55 markierte Wege, 8 Klettersteige, 51 weglose oder unmarkierte Wege und 4 alpinistische Aufstiege sowie eine Beschreibung des Karnischen Verbindungsweges und einer Rundtour zwischen Hütten oberhalb des Cimoliana-Tals.
Irena Mušič Habjan hat zur Einladung, über die Grenze zu schauen, noch die beste Zeit für die Nutzung des Führers hinzugefügt. »Der Führer ist mehr für trockene als für winterliche Aufstiege gedacht, obwohl man auf leichtere Gipfel (zum Beispiel Lepi vršič, Ojstrnik, Verzegnis usw.) auch im Schnee aufsteigen kann. Meistens ist die beste Saison für Aufstiege von Juni bis Oktober. Im Frühling ist es grüner, im Herbst ist das Wetter stabiler.« Eine Besonderheit und Neuheit des Führers ist auch, dass zu zahlreichen nützlichen Informationen QR-Codes hinzugefügt sind mit Verlinkung zur Weganzeige in der mobilen App maPZS und zum Tourenausgangspunkt.
Jana Remic: Flüstern einsamer Pfade
Flüstern einsamer Pfade der Autorin Jana Remic ist ein Buch für Liebhaber schöner Geschichten und der Natur, für Menschen, die jeden Tag schätzen, der ihnen geschenkt wird. Das belletristische Buch, ausgestattet mit wunderschönen Fotos von Jana, ist ein Lobgesang auf das Leben, nicht nur in den Bergen, sondern auch im Tal. Jana Remic, Bergsteigerin seit klein auf, haben die Berge so begeistert und sie fühlte sich in den Bergen so schön, dass sie die Erinnerungen an Wanderungen in geschriebenem Wort erhalten wollte. »Lange habe ich nur für mich geschrieben, zu meinem Vergnügen. Vor guten zwanzig Jahren habe ich Mut gefasst und entschieden und mein Schreiben an die Adresse von Planinski vestnik geschickt. Vladimir Habjan war schon damals Redakteur und offenbar war mein Schreiben gut genug, dass er mich ermutigte, noch etwas zu schreiben.« In Selbstverlag hat sie auch zwei Bergbücher für Kinder und junggebliebene herausgegeben, lehrreiche Geschichten für junge Bergsteiger, und den zweiten Teil der Geschichten, Junge Bergsteiger, neuen Erlebnissen entgegen. »Obwohl irgendwo tief in mir das Verlangen nach Schreiben spüre, habe ich mir keine Zeit dafür genommen, im Vordergrund waren die Kinder. Ich war überrascht, als mich Redakteur Vladimir Habjan nach längerer Schreibpause einlud, Texte für ein Buch vorzubereiten. Als ich wieder am Computer saß, floss es langsam. Ich muss zugeben, dass ich ihm für die Ermutigung sehr dankbar bin.«
Das Buch ist wie ein kleiner Führer zum Suchen weniger bekannter Pfade, von denen es nach Worten von Remic noch einige in den slowenischen Bergen gibt. »Ich denke, dass sich unbekannte Pfädchen noch finden ließen. Aber gleichzeitig denke ich, dass das Netz der Pfade für Bergsteiger breit und dicht genug ist und dass es Zeit ist, mit neuen Pfaden aufzuhören, um Raum zu geben und ruhige Gebiete für die tierischen Bewohner der Wälder und Berge zu lassen.«
Peter Muck: Erinnerungen eines alten Alpinisten
In dem Buch Erinnerungen eines alten Alpinisten in zweiundzwanzig Geschichtchen mit besonderem historischen Wert belebt Peter Muck seine Kletterabenteuer auf völlig neue Weise wieder. Statt klassische alpinistische Aufstiege zu beschreiben, durchtränkt von Schweiß und Angst, konzentriert er sich auf alles andere, was seine Touren geprägt hat und eine Spur in seiner Erinnerung an jugendliche Tage hinterlassen hat.
In seinen Erinnerungen erzählt Muck von dem Mangel an Kletterausrüstung und wie sie sich mit ihrer Findigkeit in schwierigen Situationen zurechtfanden. Er enthüllt auch bunte Figuren, die er auf seinen Wegen traf, und ihre besonderen Gewohnheiten und Exzentrizitäten. In den Hütten gab es immer lebhaftes Treiben, daher belebt er gerne Erinnerungen an Mahlzeiten und lustige Anekdoten über "Verdauungsprobleme" aller Art. Peter Muck erzählt auf sehr positive, selbstironische und überhaupt humorvolle Weise vom Leben eines jungen Alpinisten jener Zeit.
»Die Alpen als geheimnisvolle Welt voller Burgen, düsterer Schluchten, geheimnisvoller Tälchen, Berge mit steilen Wänden, interessierten mich schon von klein auf. Meine Urgroßmutter ist aus Südtirol genau unter der Berggruppe Rosengarten. Den Kindern erzählte sie grausige Märchen von Feen, Prinzessinnen, Zwergen usw., die auf mich einen tiefen Eindruck machten. Mein Großvater und meine Tante waren harte Bergsteiger, die mich mit Bergereignissen fütterten. Einen Teil des Urlaubs und alle Wochenenden verbrachte ich in den Bergen, wo ich mich völlig eingelebt habe. Meistens war ich Einzelläufer. In kritischen Situationen, die es nicht wenige gab, schwor ich, dass mich die Berge nie wieder sehen würden. Aber schon gegen Ende der Woche begann ich in meinem umfangreichen Archiv von Karten zu blättern und Pläne zu machen, wohin ich gehen würde.« Peters Liebe zu den Bergen maß sich mit der Liebe zur Musik.
»Ich habe viel in Lokalen gespielt, was zeitlich schwer mit dem Besuch von Bergen vereinbar war. Das habe ich später so gelöst, dass ich nach dem Spielen einfach in die Berge gefahren bin.« Peter Muck spielt noch immer sehr gerne Akkordeon, einen Teil davon haben wir auch auf der Pressekonferenz erlebt.
In die Berge kann er leider nicht mehr gehen, da ihn die Beine mit 92 Jahren nicht mehr so gut tragen. »Das ersetze ich jetzt durch Surfen im Web. Ich suche einen Berg oder die Beschreibung einer Kletterroute und staune, wenn ich ein neues Stahlseil sehe. Ich wünsche mir, dass mich jetzt, wo ich schwer gehe, jemand zu einem Pass fährt, von denen es in den Alpen wimmelt. Surfen im Web ruft Erinnerungen hervor und auch das Auge wird feucht, wenn ich im Web einen Ort sehe, wo es mir sehr schön war.«
Auf der Pressekonferenz gab der Autor Dušan Škodič auch einen kleinen Einblick in das kommende umfangreiche historische Buch Anfänge des organisierten Bergsteigens und Alpinismus in der Zeit des SPD. »Dieses Jahr haben wir 130 Jahre seit der Gründung des Slowenischen Bergvereins (SPD) gefeiert. Diese Zeit hat auch eine umfangreiche Vorgeschichte mit einheimischen Deutschen, was später zu einem erbitterten nationalen Kampf um unsere Berge führte. Im Buch werde ich diese Zeit lüften, die wichtig auf die Entwicklung unseres Bergsteigens wie des Alpinismus einwirkte. Im österreichischen Archiv während der Corona-Zeit haben wir viel bisher unbekanntes Material gefunden, das uns die Möglichkeit gibt, uns endlich von schwarz-weißen Geschichtchen zu befreien, die vor allem Folge davon sind, dass sich in dieser Zeit vier Staaten abgelöst haben, aber schon die erste Veränderung (Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie) so radikal war, dass sie fast vollständig mit den Resten ihrer Vergangenheit aufgeräumt hat. Der Zweck dieses Buches ist, damit die Risse in der Zeit zu füllen, damit alles zusammen den richtigen Sinn ergibt und dass wir die wahre Geschichte des SPD kennenlernen, die in Wirklichkeit noch interessanter ist, als wir dachten. Es ist richtig, dass wir diese Geschichte kennen - es geht ja um unsere Berge und den Triglav, der unser nationales Symbol wurde, wir ein Bergsteigervolk.«
In den Bergen ist es notwendig, Markierungen und markierten Pfaden zu folgen, aber beim Lesen von Büchern könnt ihr euch erlauben, euch ohne Hemmungen zwischen ihren Einbänden zu verlieren. Genießt die Bücher des Bergverlags PZS, wo Weisheit und Geist des Bergsteigens verflochten sind.
Gedanken aus den Büchern
»Ich werde mich nie sattsehen am Begleiten und Erleben der Übergänge der Nacht zum Tag oder des Tages zur Nacht. Jeder Sonnenaufgang ist außergewöhnlich, unwiederholbar. Die Dunkelheit beginnt zuerst kaum wahrnehmbar dünnen Lichtstreifen zu weichen, die sich ausbreiten und ausbreiten, sich zu färben beginnen, das Licht langsam, aber zugleich majestätisch plötzlich alles umfasst – Felder, Wälder, Wiesen, Berge und Täler, und wenn ich mich endlich von dem einzigartigen Geschehen am Horizont abwende, ist das Leben in vollem Schwung.« Jana Remic: Flüstern einsamer Pfade
»Am fröhlichsten war es in der Erjavčeva-Hütte. In langen Winterabenden spielten wir Gesellschaftsspiele und tanzten. Von volkstümlicher Unterhaltungsmusik war damals weder Geist noch Gehör. Ich spielte Volkslieder, Märsche und alte Schlager. Zum Glück hatte ich einen Ersatz, damit ich mich auch drehen konnte. Wörtlich drehen war fast unmöglich, weil wir im Speisesaal stark gedrängt waren. Mein Ersatz war der vielseitige Musiker Borut Lesjak, der sich auf meiner kleinen Harmonika ganz gut zurechtfand. Unserer Gesellschaft war der Hüttenwirt einmal schon satt, weil wir zu wenig konsumierten. Er jagte uns in den Tičarjev dom. Als er sah, dass ich die Harmonika trug, fragte er mich: »Ja, wohin gehst du?« Als er feststellte, dass ich Mitglied der Gesellschaft war, die er hinausgeworfen hatte, änderte er sofort seine Haltung und jagte uns zurück.« Peter Muck: Erinnerungen eines alten Alpinisten