Mojstraner Eichhörnchen und Wanda Rutkiewicz eröffnen...
11.02.2025
Mojstraner Eichhörnchen und Wanda Rutkiewicz eröffnen den 19. Bergfilm-Festival.
Der 19. Bergfilm-Festival wird am 17. Februar um 20 Uhr im Cankarjev dom in Ljubljana mit einem Filmporträt der größten Himalaya-Alpinistin aller Zeiten, der Polin Wanda Rutkiewicz, eröffnet, der erste Festivaltag am selben Tag um 16 Uhr wird mit der Buchvorstellung Mojstraner Eichhörnchen begangen. Vom 17. bis 22. Februar werden in Ljubljana, Domžale und Radovljica 32 Kletter-, Alpin-, Abenteuer- und Bergnatur- und -kulturfilme gezeigt, im Begleitprogramm zehn alpinistische und reisebezogene Vorträge, Buchvorstellungen und Gespräche.
Der 19. Bergfilm-Festival eröffnet mit dem Film Wanda Rutkiewicz: Die letzte Expedition der polnischen Regisseurin Eliza Kubarska, einem Filmporträt der größten Himalaya-Alpinistin aller Zeiten, die unglaubliche Erfolge erzielte und dann spurlos auf ihrem neunten Achttausender, dem Kangchenjunga, verschwand. Im Cankarjev dom in Ljubljana, im Mestni kino Domžale und in der Linhartova dvorana in Radovljica werden vom 17. bis 22. Februar 32 Bergfilme gezeigt, eine Auswahl aus 85 eingereichten Filmen aus aller Welt. Sieben alpinistische, neun Kletter-, sieben über Berge, Sport und Abenteuer sowie neun in der Kategorie Bergnatur und -kultur. Die Filme bewertet eine internationale Festivaljury: die bulgarische Journalistin und Kletterin Tanya Ivanova, die slowenische Publizistin und Filmemacherin Mojca Volkar Trobevšek sowie der Schweizer Regisseur und Alpinist Fulvio Mariani.
Eines der Highlights des reichen Begleitprogramms wird der Vortrag der slowenischen Alpinistinnen Ana Baumgartner, Urša Kešar, Anja Petek und Patricija Verdev sein, die Erinnerungen an die beachtete Himalaya-Expedition zum Lalung I wachrufen, der US-Alpinist Jackson Marvell stellt seinen mit dem goldenen Eispickel ausgezeichneten Aufstieg in der mächtigen Nordwand des Jannu vor, die Top-Slowakin Miška Izakovičová ihre außergewöhnlichen Leistungen an Großwänden. Marija und Andrej Štremfelj werden den Großen Himalaya-Trail anschaulich nachleben, den sie in dem Buch Die Kraft der Nacht liegt im Licht der Sterne beschrieben haben, Matjaž Jeran einen Familien-Trekking in Pakistan. Vladimir Habjan und die Kletterlegenden Klavdij Mlekuž, Janko Ažman, Janez Brojan und Janez Dovžan stellen das Buch Mojstraner Eichhörnchen vor, Alenka Klinar ihren literarischen Debütband Am Seil zum Licht, Iztok Tomazin und Tomo Virk das Buch Naveza, Rožle Bregar und Rok Rozman den Paddelführer Soča vom Quell zum Meer sowie den Kurzfilm Trnki, Rollen und Realität an der Soča. Auch der Film Tschechische Hütte von Ladislav Jirášek über die tschechisch-slowenische Bergkooperation wird gezeigt.
„Würde ich dieses Jahr Festival wiegen, ergäbe es 30 Stunden Programm, davon ein Drittel Inhalte zur Bergkultur in Wort, Buch und Bild. Der Rest sind Filmgeschichten, die uns in die Welt der Bergliebe, Naturmagie, menschlichen Willenskraft und unstillbaren Entdeckergeists führen. Es freut mich der exzellente filmische Rückhalt für den diesjährigen Festival, wir erhielten 85 Filme. Das ist der klare Beweis, dass die Bergfilmproduktion nach der Covid-Trockenheit wieder erblüht ist. Übersetzt man den 19. Bergfilm-Festival in Alpinisten-Sprache, sind wir mit dem 19. Seillänge hoch in der Wand – und Rückweg gibt es nicht“, betont Festivaldirektor und -Gründer Silvo Karo.
Unter den alpinistischen Geschichten auf der Leinwand hebt sich Nuptse: Berührung des Unfassbaren hervor, in dem die exzellenten französischen Alpinisten Hélias Millerioux, Frédéric Degoulet und Benjamin Guigonnet das Publikum ins Herz des Himalayas entführen, in eine neue Extremroute in der legendären Südwand des Nuptse. Der spanische Film Everest-Eroberer mahnt eindringlich, dass kommerzielle Expeditionen den Himalaya zum Müllberg machen, eine ernste Umweltproblematik, Aufstieg zum Meru ein eindringlicher Dokumentarfilm über indische Alpinisten, die 2023 den Ersteinstieg über die Westwand des Meru im Himalaya schafften. Der US-Film Jamie Logan: Alles oder nichts erzählt von der Top-Alpinkarriere Jims Logans, der heute als Frau seine Kletterhöhepunkte Revue passieren lässt. Südamerikanische Filme waren früher auf dem Festival rar; diesmal kommen fünf aus Chile, darunter Andski led, das durch Eisklettern die Schönheiten dieses schmalen, langen Landes zeigt. Der slowakische Regisseur Pavol Barabas, einer der geschätztesten Bergfilmemacher, ist diesmal mit dem Kurzfilm Arbeit in den Bergen zum Jubiläum der Bergführer in den Hohen Tatren vertreten.
Auch Kletterfilme entstanden weltweit, u. a. in Angola, wo eine kleine Kunstwand im angolanischen Dorf Cumbira die Welt der Kinder verändert und Klettern zu ihrem Disneyland wird. Der Film Pfad Divisadero führt in das wundervolle chilenische Kletterparadies Coyhaique, ein wahres Naturwunder. Stammgäste des Festivals sind US-Filme aus der Reel Rock-Serie, diesmal fünf: Puzzle mit Brette Harrington in Kanada, Klettern stirbt nicht mit Matt Groom in der Ukraine, Folge deinem Herzen mit Sachie Ammo in Japan, Jirishanca mit Josh Wharton und Vince Anderson in den peruanischen Anden sowie Das, Alter mit Angie Scarth-Johnson und Hazel Findlay auf Mallorca. Im kanadischen Film Mataperra begleiten wir die Kubanerin Yeldo del Carmen durch ihre zwei Leidenschaften: Klettern und Tanz. Mit schwarz-weißen poetischen Szenen verwöhnt der bulgarische Kletterfilm Nachtschicht.
Die Kategorie Berge, Sport und Abenteuer bringt u. a. das längste Festivalprodukt – den Spielfilm Alfa, eine niederländisch-schweizerisch-slowenische Koproduktion, größtenteils in slowenischen Bergen gedreht, mit Vater und Sohn als Hauptfiguren und ihrem komplizierten Verhältnis. Französische Wilde Tage erzählen filmisch von vier Freunden aus Savoyen auf 50-tägiger autarker Expedition im Denali-Massiv in Alaska, der französisch-argentinischer-chilenischer Film Pachamama ein Snowboard-Ski-Abenteuer in Patagonien.
Filme über Bergnatur und -kultur sind geografisch ebenso bunt. Der kolumbianische Film Kämpferinnen handelt von sieben Mädchen mit harten Lebensprüfungen, aber wichtigen Bergsiegen, der französische Film Qivitoq führt ins Kinderleben an der Ostküste Grönlands, der italienische Sadpara ins Herz der pakistanischen Berge. Mein Schweden: Wildnis im Würgegriff des Wandels bringt atemberaubende Natur und Tierwelt dieses Nordlandes, während der chilenische Dokumentarfilm Schwarzer See von einem Anden-See handelt, seit 150 Jahren wichtigster Trinkwasserspender für fast die Hälfte der Chilenen.