Nur noch niedrig gelegene Schutzhütten geöffnet
25.10.2018
Diesjährige Sommertouristenzeit in den Bergen war etwas besser als der erfolgreiche Durchschnitt der letzten Jahre. Die hochgelegenen Schutzhütten hatten den besten Betrieb, infolgedessen waren einige Hütten im Mittelgebirge und tiefer gelegen weniger besucht. Im Oktober haben die Hütten im Hochgebirge ihre Türen geschlossen, die niedrigeren sind auf herbstlich-winterliche Betriebszeiten umgestellt, womit auch die herbstlichen Bergbesuche angepasst werden müssen und mehr Aufmerksamkeit der Tourenplanung gewidmet werden sollte. Aktuelle Daten zur Öffnung der Schutzhütten sind auf der PZS-Website koce.pzs.si aktuell veröffentlicht.
Die Wirtschaftskommission des Alpenvereins Slowenien (PZS) hat am Ende der Sommersaison 2018 eine Bewertung des Erfolgs des Hüttenbetriebs auf Basis eines Fragebogens durchgeführt, der den Saisonvergleich im letzten Fünfjahreszeitraum hinsichtlich Gästezahl, Übernachtungszahl, Übernachtungszahl ausländischer Gäste und Umsatzbewertung umfasste. Rückmeldungen wurden für mehr als ein Drittel der 162 bewirteten Schutzhütten eingeholt. Die Daten sind sowohl nach Hüttenkategorien als auch nach Gebieten verteilt, in denen die Hütten stehen.
„Diesjährige Saison war für die Schutzhütten etwa fünf Prozent besser als der Fünfjahresdurchschnitt. Besonders gut war sie für hochgelegene Hütten, wo sie im Durchschnitt zehn Prozent bessere Saison als den Fünfjahresdurchschnitt verzeichnen. Dies war auf überdurchschnittlich stabiles und sonniges Wetter und den anhaltenden Zuwachs ausländischer Besucher im Hochgebirge zurückzuführen. Der höchste Besuch, und damit Druck, besteht vor allem bei Schutzhütten im weiteren Umfeld des Triglav“, fasst die Ergebnisse der Analyse der Sommersaison 2018 in den Schutzhütten der PZS-Experte Dušan Prašnikar zusammen. Insgesamt war auch der Besuch der Hütten im Mittelgebirge und der niedrigeren Hütten mindestens auf dem Niveau des Fünfjahresdurchschnitts. Der hohe Besuch im Hochgebirge führte jedoch dazu, dass der Besuch einiger niedrig gelegener Hütten im Sommer schlechter als der mehrjährige Durchschnitt war. Es zeigt sich ein Trend zu mehr Ausländern auf dem Slowenischen Wanderweg, da viele Hütten entlang dieses Weges einen Anstieg der Übernachtungen von Ausländern feststellen.
„Dieses Jahr standen die Alpenvereine vor dem Problem des Mangels an qualifiziertem Personal, das bereit ist, in Hütten zu arbeiten, und häufigen Personalwechseln. Der starke Zuwachs an Touristen in Slowenien hat zu einem allgemeinen Personalmangel in Gaststätten- und Unterkunftseinrichtungen geführt, was sich in den Schutzhütten noch verstärkte, wo die Arbeitsbedingungen anders und anspruchsvoller sind. Trotzdem bemüht sich das Personal in den Hütten, eine angenehme alpine Atmosphäre zu schaffen“, erklärt Prašnikar und fügt hinzu: „Um qualitativ hochwertiges Angebot und Umgang mit Gästen zu gewährleisten, organisiert der Alpenverein Slowenien regelmäßig Seminare für Hüttenwarte, in Zusammenarbeit mit dem Triglav-Nationalpark und dem Eco-Fonds, dem slowenischen Umweltöffentlichen Fonds, haben wir erfolgreich auch ein Seminar für Hüttenwirte mit Schwerpunkt auf umwelt- und energiebezogenen Verbesserungen der Schutzhütten organisiert.“
Hochgelegene Hütten in den Julischen Alpen haben mit Ausnahme des Doma na Komni, der ganzjährig geöffnet ist, alle ihre Türen geschlossen, Bergsteiger können noch auf Notversorgung bei den Meteorologen im Triglavski dom na Kredarici sowie auf Unterkunftsmöglichkeiten in unbeheizten Winterräumen und Bivaks zählen. Dauerhaft auch im Herbst und Winter geöffnet bleiben Blejska koča na Lipanci, Erjavčeva koča na Vršiču und Planinski dom Tamar in den Julijcih, Domžalski dom na Mali planini in den Kamnik-Savinja-Alpen und Valvasorjev dom pod Stolom in den Karawanken sowie zahlreiche niedrig gelegene Hütten, während die übrigen auf herbstlich-winterliche Betriebszeiten umgestellt sind und nur am Wochenende und an Feiertagen geöffnet haben. Aktuelle Daten zur Öffnung der Schutzhütten sind auf der PZS-Website koce.pzs.si verfügbar.
Bei geschlossenen Hütten muss auch der Sicherheitsaspekt beim Bergbesuch im Herbst berücksichtigt werden und noch mehr Aufmerksamkeit der Tourenplanung gewidmet werden. „Viele Hütten bieten im Herbst und Winter keine warmen Mahlzeiten, Nachfüllung von Flüssigkeiten, sicheres Dach über dem Kopf... Das bedeutet, dass wir im Rucksack neben der grundlegenden Bergausrüstung zusätzliche warme Kleidung, Wind- und Regenschutz, Alufolie zum Schutz vor Unterkühlung sowie mehr warme alkoholfreie Getränke und Nahrung haben müssen. Im Herbst sind die Tage kürzer und die Dunkelheit erwischt uns bereits zwischen 17 und 18 Uhr. Kopflampe ist Pflicht, sorgen Sie auch für volle Batterien“, rät der Alpinlehrer und PZS-Experte Matjaž Šerkezi.
Im Herbst ist auch ein plötzliches stürmisches Wetterverschlechterung möglich, das im Berggebiet bei niedrigen Temperaturen Schneefall bedeutet. „Nur wenige Zentimeter Schnee verändern nicht nur vollständig die Landschaft, sondern erfordern zusätzliche technische Ausrüstung (Pickel, Steigeisen) und eine gute Portion Wissen und Erfahrung für das Gehen unter Winterbedingungen. Aufgrund erhöhter Feuchtigkeit sind Bergwege nass und das Gehen auf solchen Wegen kann erschwert sein und erfordert Aufmerksamkeit des Berggängers. Schon ein kleiner Schritt oder Unaufmerksamkeit auf dem Weg kann zu einem Ausrutscher führen, der im schlimmsten Fall mit schweren Verletzungen oder bei Fall über einen Felsenabbruch mit dem Tod enden kann“, warnt Šerkezi, der auch an die höhere Nebelgefahr erinnert: „Ein ziemlich häufiger Begleiter unserer Berge im Herbst ist Nebel. In jedem Rucksack sollten Bergkarte und Kompass sein, wir empfehlen auch das Wissen zur Nutzung der App Locus Maps auf dem Smartphone, wo auch Karten des Alpenvereins Slowenien zu finden sind. Wenn Sie sich auf dem Weg verirren oder wegen dichtem Nebel nicht weiterkönnen, bleiben Sie ruhig. Lauern Sie nicht ziellos umher, da schlechte Sicht auf nassem Hang zu Ausrutscher führen kann. Wenn Sie keine Lösung sehen oder verletzt sind, rufen Sie die 112 an.“
Viel Erfolg und sicheren Schritt!