Orientierungswettbewerb auf der Pokljuka
4.10.2016
Erfolgreiches erstes internationales Bergorientierungswettbewerb auf der Pokljuka.
Pokljuka, die als harte Nuss für Orientierung gilt, beherbergte vom 30. September bis 2. Oktober 2016 den ersten internationalen Bergorientierungswettbewerb, den der Alpenverein Sloweniens bzw. seine Jugendkommission in Zusammenarbeit mit dem Verband der Bergsteigerorganisationen des Balkans organisierte. In drei unterschiedlich schwierigen Kategorien maßen sich 21 Teams aus Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Kroatien, Mazedonien, Serbien und Slowenien, wobei die Siege in allen drei Kategorien bei den Bergsteigervereinen Polzela und Poljčane blieben.
Der Verband der Bergsteigerorganisationen des Balkans (BMU) hat die Organisation des ersten internationalen Bergorientierungswettbewerbs dem Alpenverein Sloweniens (PZS) anvertraut, weshalb er nach den Regeln der slowenischen Bergorientierungswettbewerbe durchgeführt wurde, die eine Tradition von über 60 Jahren haben. Der Wettbewerb, der die Kombination aus Wissen, Erfahrungen und der Nutzung technischer Geräte für die Fortbewegung in der Natur, insbesondere im Gebirge, darstellt, fand in Form von Mannschaftswettbewerben in drei Altersgruppen statt. Jugendliche von 15 bis 18 Jahren legten eine leichtere Bahn zurück, erwachsene Mitglieder über 15 mit einem volljährigen Teamleiter kämpften mit einer sehr anspruchsvollen Bahn, Veteranen über 40 zeigten ihr Orientierungswissen auf einer anspruchsvollen Bahn. Die Teilnehmer maßen sich in Tag- und Nachtprüfungen, Beherrschung der Geländeerkundung, bei der sie die Vielfalt und das Relief der pokljukaschen Landschaft gründlich kennenlernten, und mussten theoretisches Wissen zu Orientierungs- und Bergsteigerinhalten hinzufügen.
"Die Organisatoren wollten, dass der Wettbewerb in kameradschaftlicher Atmosphäre abläuft, gleichzeitig aber einen hohen Standard für zukünftige Veranstaltungen dieser Art setzen. Es war herrlich zu sehen, wie Verbindungen zwischen den Wettkämpfern entstanden, wobei verschiedene Sprachen und Nationalitäten kein Hindernis waren. Darüber hinaus wollten wir den Teilnehmern möglichst viel slowenische Landschaft zeigen. Deshalb entschieden wir uns für Pokljuka, da es ein ausgezeichnetes Orientierungsgebiet ist und zugleich am Rand des Hochgebirges der Julischen Alpen liegt. Neben den märchenhaften Fichtenwäldern der Pokljuka konnten sie auf der Bahn steile Bergabhänge, das tief eingeschnittene Krma, Busch- und Lärchenbewuchs, eine Alm mit traditionellen Hirtenhütten, die große Medvedova konta mit nahem Abgrund beobachten..." erklärte Tina Arh, Leiterin des Orientierungsausschusses der Jugendkommission PZS, und fügte hinzu: "Dass der Wettbewerb nach unserem Modell organisiert war, zeigte sich vor allem bei spezifischeren Aufgaben wie dem Eintragen, wo unsere Teams routinemäßig einen unvermeidbaren Vorteil hatten. Für Länder, in denen Orientierung meist als Orientierungslauf auf viel kürzeren Distanzen und präziseren Karten betrieben wird, war unsere Bahn ein ziemlicher Brocken. Die ausländischen Wettkämpfer haben sich jedoch sehr gut geschlagen und das Wettbewerbsystem schnell erfasst. Die Ergebnisse spielen am Ende keine zu große Rolle, für mich sind die guten Eindrücke, die die Teilnehmer mit nach Hause nehmen, und die große Motivation, die wir alle aus dieser guten Orientierungsgesellschaft gewonnen haben, viel wichtiger. Ich kann es kaum erwarten, uns nächstes Jahr in Serbien wiederzusehen." Der nächste internationale Bergorientierungswettbewerb wird tatsächlich vom Alpenverein Serbiens organisiert.
Alle Teams haben sich auf der Pokljuka mit Kompass und Karte in der Hand hervorragend bewährt, doch alle Siege blieben in heimischen Händen. In der jüngsten Kategorie feierten vor Teams aus Serbien und Mazedonien die Wettkämpfer des Bergsteigervereins Polzela Martin Rafael Gulin, Anej Sadnik und Miha Drame, die slowenischen Landesmeister dieses Jahres. Aus dem PD Polzela stammen auch die Sieger in der Veteranen-Kategorie, Zoran Štok, Miroslav Jegrišek, Franjo Jajčević, Dani Pfeifer und Jože Sadnik, die die Konkurrenz aus PD Ptuj, die amtierenden Landesmeister im Bergorientieren, nur um einen Punkt besiegten und das Team aus Montenegro auf Platz drei verwiesen.
In der anspruchsvollsten und zahlreichsten Erwachsenen-Kategorie holten sich slowenische Teams alle drei Medaillen – Platz eins und zwei PD Poljčane und Platz drei PD Vransko. Die Sieger aus Poljčane, auch die Landesmeister dieses Jahres beim Slowenischen Bergorientierungswettbewerb (SPOT), bestanden aus Gvido Španring, Dani Belec, Primož Koražija und Igor Zadravec. "Der Wettbewerb auf der Pokljuka war eine interessante Erfahrung für die Teilnehmer, da wir uns mit Wettkämpfern aus anderen Umfeldern messen konnten. Nach den theoretischen Aufgaben und dem Tagessprint am Samstag, der teilweise im Hochgebirge stattfand, waren die Teams ziemlich ausgeglichen. Am selektivsten erwies sich der Nachtwettbewerb, bei dem der kleinste Fehler zu großem Zeitverlust bei der Suche nach der idealen Richtung und Kontrollpunkt führt. Mit etwas Glück schafften wir es, beide Bahnen am schnellsten zu bewältigen, und so kamen die SPOT-Sieg 2016 zur internationalen Bergorientierungssieg hinzu," zog Teamleiter Španring einen Strich unter die pokljukaschen Prüfungen.
"Bergorientierungswettbewerbe haben eine Tradition von über 60 Jahren, weshalb wir beim PZS froh waren, dass uns der Verband der Bergsteigerorganisationen des Balkans die Organisation des ersten internationalen Wettbewerbs anvertraut hat. Die Teilnahme von Teams aus gleich fünf ausländischen Bergsteigerorganisationen bestätigte die Richtigkeit der Entscheidung, solche Wettbewerbe einzuführen, und das große Interesse slowenischer Teams auch den Wunsch, das slowenische System der Bergorientierungswettbewerbe auf internationales Niveau zu heben. Allen teilnehmenden Teams, die sich über nationale Wettbewerbe qualifiziert haben, gratuliere ich zum Auftritt, und dem Organisationskomitee des Wettbewerbs, das aus Vertretern der Jugendkommission PZS bestand, danke ich für die qualitativ hochwertige Durchführung," schloss der Präsident des Alpenvereins Sloweniens Bojan Rotovnik abschließend.