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Neuigkeiten / OSP-Projekt für die Zukunft slowenischer Klettergebiete

OSP-Projekt für die Zukunft slowenischer Klettergebiete

9.05.2018
Sportklettern erlebt einen echten Aufschwung, sowohl auf Wettkampf- als auch auf Freizeitebene, und natürliche Klettergebiete sind immer stärker frequentiert und belastet. Die meisten eingerichteten Routen sind das Werk leidenschaftlicher Kletterer, doch mit zunehmendem Besucheraufkommen steigen auch die Bedürfnisse nach Wartung und Nachrüstung der Gebiete sowie der Aufwertung der Arbeit der Routenausrüster. Ein neuer Meilenstein ist das OSP-Projekt, oder „Rüsten wir slowenische Klettergebiete aus“, dessen Ziel es ist, nachhaltige Entwicklung der Klettergebiete zu gewährleisten, Kletterern weiterhin kostenlose Nutzung zu ermöglichen, für sichereres Klettern zu sorgen, den negativen Einfluss der Kletterer auf die Naturumwelt und Anwohner zu mindern und den Routenausrüstern angemessene Vergütung zu bieten.



In Slowenien gibt es rund 120 eingerichtete natürliche Klettergebiete und mehr als 5500 ausgerüstete Kletterrouten. Die Ausrüstung begann in den 1970er Jahren des vorigen Jahrhunderts und die meisten sind das Ergebnis der Arbeit engagierter Ausrüster, die oft selbst Bohrer und Anker beigesteuert und unzählige Stunden investiert haben, damit wir heute in Slowenien in Tausenden von Routen klettern können; mit zunehmendem Besucheraufkommen wachsen auch die Bedürfnisse nach Wartung und Nachrüstung der Gebiete sowie Aufwertung der Arbeit der Ausrüster.



Auch wegen der Erfolge slowenischer Wettkämpfer, die Slowenien mit ihren Leistungen zu einer Sportklettermacht erhoben haben, der olympischen Zukunft dieses Sports, des Wunsches nach aufregender Freizeit in der Natur und der Preis-Zugänglichkeit klettern immer mehr Menschen; Klettern ist zum Sport für jedermann und touristischen Chance geworden, doch dabei dürfen wir die Natur nicht vergessen, betont Kletterer, Trainer und Routenausrüster Jurij Ravnik: „Natürliche Klettergebiete sind ein wichtiger Übungsplatz für viele Menschen, von Jung bis Alt, von Freizeitkletterern bis zu Spitzensportlern. Sie fördern die Liebe zur Freizeit und zum Aufenthalt in der Natur, erziehen zum Respekt vor der Natur und bieten Jugendlichen ganzheitliche sportliche Entwicklung. Bei angemessener nachhaltiger Bewirtschaftung ist das touristische Potenzial auch sehr groß, da eingerichtete Klettergebiete nicht nur viele Klettertouristen anziehen, die oft vernachlässigte Regionen beleben, sondern auch anderen die Möglichkeit bieten, Slowenien aktiv zu erkunden.“



Da die slowenische Klettergemeinschaft von Jahr zu Jahr größer wird, muss man sich des Einflusses bewusst sein, den sie auf die Klettergebiete und deren Umgebung ausübt; auf Natur, Menschen, Ausrüstung in den Routen. Deshalb hat eine Gruppe engagierter Kletterer, die die Gebiete sicher, zugänglich und gepflegt erhalten wollen, im vergangenen September unter der Schirmherrschaft des Alpenvereins Sloweniens das OSP-Projekt „Rüsten wir slowenische Klettergebiete aus“ gestartet, koordiniert von Štefan Wraber: „Das OSP-Projekt ruft alle Besucher der Klettergebiete zur aktiven Mitwirkung an ihrer Pflege und zu Spenden für den Fonds slowenischer Klettergebiete auf, der die Aufgabe der Nachrüstung und Pflege der Kletterrouten und -gebiete in Slowenien übernehmen wird. Überwachung des Zustands der Ausrüstung in Routen, geplante, qualitativ hochwertige und fachgerechte Routenausrüstung sowie Lösung von Problemen mit lokalen Gemeinschaften werden die Erhaltung und Entwicklung der Klettergebiete sowie sorgenfreies Klettervergnügen auch zukünftig sichern.“ Wie einer der prominentesten und engagiertesten Kletterer der jüngeren, sportkletterorientierten Generation sagt, entstand das OSP-Projekt nach Vorbildern aus dem Ausland wie Access Fund in den USA, Greenspits in Frankreich, Dorset bolting fund in Großbritannien und vielen anderen kleineren lokalen Projekten, die Gelder für die Sanierung lokaler Klettergebiete sammeln, „unser Projekt ist aber sicherlich eines der ersten ähnlichen, bei dem wir versuchen, alle nationalen Klettergebiete in ein einheitliches Wartungssystem zu integrieren“.



„Die Ziele des OSP-Projekts und des Klettergebiete-Fonds sind nachhaltige Entwicklung der Klettergebiete zu sichern, Kletterern weiterhin kostenlose und ungestörte Nutzung zu ermöglichen, für sichereres Klettern zu sorgen, den negativen Einfluss der Kletterer auf die Naturumwelt und Anwohner zu mindern und mit angemessener Vergütung den Einsatz der Ausrüster fair zu belohnen und sie zur Nachrüstung abgenutzter Routen zu motivieren“, erläutert Wraber. In den Wintermonaten konzentrierten sie sich auf die Projektwerbung, die Förderung sicheren Kletterens und das Sammeln von Beiträgen für die Pflege der Gebiete. Zum Hebung der Verhaltenskultur schufen sie das Bündnis für Klettergebiete, begannen mit der Inventur von Routen und Ausrüstungszustand in den Gebieten, erstellten ein Formular zur Meldung von Problemen in den Gebieten, richteten eine Computerdatenbank für Routen, Ausrüstung, Ausrüster und Eingriffe ein und etablierten ein Netzwerk regionaler Koordinatoren sowie eine Fachgruppe für die Ausrüstung von Klettergebieten. (voller Bericht >>>) „Im Jahr 2017 wurden 4.014,49 Euro gesammelt, 1.338,80 Euro ausgegeben. 2018 wurden 2020,57 Euro gesammelt und bis Ende April 18 Euro ausgegeben. Der Fonds slowenischer Klettergebiete wird in den kommenden Monaten aktive Arbeiten in den Gebieten beginnen, wir planen Wartung und Nachrüstung in Črni Kal, Mišja peč, Osp, Bohinjska Bela, unter Reška planina, Čolnišče, Logarska dolina, Završnica, Turnec und Kotečnik“, schließt Wraber.



Privatpersonen können per Überweisung, PayPal-Spende, SMS PROJEKTOSP5 an 1919 oder Kauf von T-Shirt und Bürste für Griffe mit Projektlogo beitragen. Vereine, Unternehmen, Organisationen können per Überweisung oder Sachspenden beitragen, die für Routenausrüstung und Fondsbetrieb benötigt werden.



Auch Jernej Kruder, derzeit Führender in der Gesamtwertung des Boulder-Weltcups nach einem außergewöhnlichen Saisonstart, schwört auf Klettern in natürlichen Gebieten. Am 1. Mai hat er in Osp die Route Water world (9a) durchstiegen und ist sonst regelmäßiger Besucher slowenischer Klettergebiete und Unterstützer des OSP-Projekts: „Der Reiz des Felskletterns für mich liegt darin, in der Natur zu sein, an frischer Luft und selbst zu entscheiden, wann und was ich klettere. Mein Lieblingsgebiet ist das lokale Kotečnik, aber ich wechsle gerne Orte in ganz Slowenien. Klettern ist ein sehr sicherer Sport, solange man alles richtig macht, allerdings ist nach dem Wissen um Klettertechnik die zweitwichtigste Sache die Ausrüstung. Als Ausrüster weiß ich, wie viel Aufwand es kostet, Routen vorzubereiten, das bedeutet aber auch Kosten. Ein paar symbolische Euro kann meiner Meinung nach jeder Naturliebhaber spenden, ohne schlechtes Gewissen.“



„Nachrüstung bedeutet Erhaltung eines sicheren Zustands oder Aktualisierung schlecht ausgerüsteter Routen. Man muss es sich wie die Wartung von Haus oder Auto vorstellen, denn nichts hält ewig, und der Ausrüstung in den Routen vertrauen wir unser Leben an! Wir betreten eine Phase, in der die anfängliche Ausrüstung veraltet sein wird und mehr Schwerpunkt auf Erhaltung des Bestehenden als auf Hinzufügen neuer Routen gelegt werden muss. Diese Arbeit ist hochverantwortlich mit der Mindestvoraussetzung, dass der Ausrüster den entsprechenden Kurs absolviert hat. Es geht aber auch um jahrelange Erfahrung, daher müssen das kompetente Personen übernehmen, und Weniger Erfahrene sollten so viel Wissen wie möglich an ihrer Seite sammeln“, betont der technische Leiter des OSP-Projekts Ravnik. Der Team hat sich als Leiter der Ausrüster Rajko Zajc angeschlossen, in den letzten Jahren einer der aktivsten slowenischen Routenausrüster, und als Teil der Fachgruppe für Klettergebiete-Ausrüstung tragen mit ihrem unschätzbaren Erfahrungsschatz und Wissen auch Tomo Česen, Vili Guček und Albin Simonič, die Oldtimer der Ausrüstung bei uns, bei.
         
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