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Neuigkeiten / Osp und Osapska-Wand

Osp und Osapska-Wand

7.01.2014
Osp und Osapska-Wand – natürliche Perlen, wichtig für das slowenische Klettern.



Nach dem kürzlichen groben Eingriff von Kletterern in der Grad-Höhle bei dem Dorf Osp, über den Primorska kronika berichtete (TV Slowenien, 3. 1. 2014), waren wir im Alpenverein Sloweniens entsetzt. Im PZS sind wir uns nämlich des Problems in diesem Tal bewusst und bemühen uns stark um dessen Regelung, auch mit Hilfe von Kletterern sowie der lokalen Gemeinschaft und der Stadtgemeinde Koper.

Bedeutung: Die Osapska-Wand ist eine markante halbkreisförmige überhängende Wand, die durch den Einsturz einer einstigen Höhlen-Decke entstanden ist; sie ist das Markenzeichen von Osp, einem der ältesten Dörfer Sloweniens. In der Zeit der türkischen Einfälle bot sie Schutz den Bewohnern, heute stellt sie einen außergewöhnlichen Kletterplatz dar. Das günstige Küstenklima ermöglicht Klettern das ganze Jahr über, gerade wegen des milden Klimas und der großen Auswahl vielfältiger Routen aller Schwierigkeitsgrade kann Osp an die Spitze des slowenischen Kletter-Angebots gestellt werden. Die Exzellenz des Felsens, der sich von scharf und fingerunfreundlich bis zu tropfenden Stalaktiten mit super Griffen erstreckt, bietet großen Spaß den Vertikal-Liebhabern, daher ist es kein Wunder, dass sie Kletterer aus naher und ferner Umgebung sowie aus aller Welt anzieht.



Historischer Überblick: Das Klettergebiet der Wände von Osp und Mišje peči hat eine langjährige Tradition und historische Bedeutung für die Entwicklung des Kletterns in Slowenien. Kletterer kommen hier seit mehr als dreißig Jahren her. Osp gehört zu den ältesten slowenischen Klettergebieten, und wegen der qualitativ hochwertigen Routen und des mediterranen Klimas zählen diese Wände seit Jahrzehnten zu den Top 10 europäischen Kletterdestinationen im europäischen Maßstab. Seit 1977, als in Osp die ersten Routen entstanden, ist die Zahl der Kletterer dramatisch gestiegen, das Freiklettern hat sich zu einem der am schnellsten wachsenden modernen Sportarten entwickelt. Zuerst lockten die Wände Alpinisten an, vor allem die große Wand von Osp, wo hauptsächlich mit technischen Hilfsmitteln geklettert wurde. Die freie Wiederholung des Magic Mushroom (Seilschaft Tadej Slabe-Srečo Rehberger) im Jahr 1986 war unzweifelhaft ein Wendepunkt, der das Tal auch der breiteren slowenischen Öffentlichkeit vorstellte. Das nationale Fernsehen übertrug die freie Wiederholung des Magic Mushroom live. Für Kletterer bedeutete diese freie Wiederholung einen Wendepunkt, da die Seilschaft bewies, dass auch Überhänge geklettert und Routen, die bis dahin die Grenzen des Technikkletterns darstellten, frei (ohne technische Hilfsmittel) wiederholt werden können. Osp gilt auch als Beginn der nationalen Meisterschaft im Sportklettern, da 1988 in den Wänden hinter dem Dorf die erste nationale Meisterschaft im Sportklettern stattfand. Die Osapska-Wand und das Tal sind auch sonst wichtig für die Entwicklung des slowenischen Kletterns, da Routen in den Überhängen von Mišje peči auch einen unerwarteten Fortschritt und Antrieb für das slowenische Klettern bedeuteten, das bald auch die Weltklettermächte mitriss. Tadej Slabe zog nämlich Anfang der 1990er mit der Route Za staro kolo in majhnega psa (8c+) auch die besten Kletterer der Welt an.



Problematik: Mit dem Boom des Sportkletterns im Tal hat sich auch die Zahl der Besucher – Kletterer an der Osp-Wand und im Tal – stark erhöht. Leider hat diese Entwicklung auch bestimmte Probleme mit sich gebracht, deren wir uns im Alpenverein Sloweniens stark bewusst sind. Die Problematik umfasst vor allem Parkprobleme, Sanitäranlagen, Wildcampen und weggeworfene Abfälle. An schönen Wochenenden besuchen mehrere hundert Kletterer Osp und Črni Kal, in der Regel 20-30 % davon Ausländer. Zu Ostern, am 1. Mai und in den herbstlichen Schulferien wird die Situation aufgrund des erhöhten Besuchs von Ausländern und zu geringer Kapazitäten der unterstützenden touristischen Infrastruktur, vor allem geregelter Parkplätze und Unterkunftskapazitäten, unhaltbar.



Bemühungen des Alpenvereins Sloweniens und Problemlösung: Der PZS verurteilt die Vorfälle in der Grad-Höhle aufs Schärfste. Der grobe Eingriff in der Grad-Höhle erfolgte nicht im Rahmen einer der vom PZS organisierten Aktivitäten. Im Beitrag der Primorska kronika auf TV Slowenien wurde die Haltung des PZS nicht vollständig dargestellt, wir wollten mit der gegebenen Erklärung nämlich betonen, dass es in Slowenien keine Gesetzgebung gibt, die Regeln für das Einbohren neuer Kletterrouten in Klettergebieten festlegt, und dass der PZS keine Befugnisse hat, zu bestimmen, wer Kletterrouten einbohren darf. Der PZS bemüht sich jedoch darum, dass Einrichtung, Erhaltung, Nachweise und Bedingungen sowie die Art der Betreuung für geordnete Sportklettergebiete in der Natur gesetzmäßig angemessen geregelt werden. Wir sind uns auch bewusst, dass das Einbohren von Kletterrouten in geschützten Gebieten besonders sorgfältig und in Absprache mit den zuständigen Organisationen erfolgen muss.

Für die Regelung der Verhältnisse für Kletterer in Osp bemüht sich der PZS schon lange. Seit Anfang Dezember 2013 bereitet der PZS in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Koper auch ein Treffen zum Thema Regelung der Verhältnisse für Kletterer in Osp vor. Das Treffen ist für Januar 2014 geplant, und wir beabsichtigen, so viele wie möglich Zuständige einzuladen, vor allem Vertreter der Grundbesitzer und Bewohner von Osp.



Der PZS bemüht sich als Organisation mit seinen Kommissionen, Vereinen und auch einzelnen Mitgliedern um Naturschutz, was eine der grundlegenden Aufgaben unserer Alpenvereinsorganisation ist. Unter anderem haben wir vor mehr als 25 Jahren die Aktion „Müll mitnehmen ins Tal und nach Hause“ gestartet, was sich in deutlich saubereren Bergen zeigt, vor allem in dem Bewusstsein der Bergbesucher für den Schutz der Berge, der Natur und der notwendigen Sorge für sie. Daher vertritt der PZS keinesfalls, dass in den Wänden alles erlaubt ist, sondern es ist auch in den Wänden, die Teil unserer wundervollen Felswelt sind, nach den Regeln zu handeln, die für den Schutz und Erhalt der natürlichen Umwelt gelten.



Der Alpenverein hat auch bisher mehrmals vor erwarteten großen Zuströmen von Kletterern nach Osp über eigene und andere Online-Medien auf strikte Einhaltung des Parkregimes, Geduld, Naturschutz hingewiesen und vorgeschlagen, dass Kletterer in solchen Fällen andere nahegelegene Klettergebiete wählen.



Der PZS empfiehlt, dass alle, die Kletterrouten in Klettergebieten einbohren möchten, am Kurs für Einbohrer von Sportkletterrouten teilnehmen, der im Rahmen der Kommission für Sportklettern des PZS stattfindet, und sich so das notwendige Wissen für die Durchführung dieser Aktivitäten aneignen.



Präsident des PZS Bojan Rotovnik
         
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