PZS feiert 120-jähriges Jubiläum des SPD
16.04.2013
Der Alpenverein Slowenien feiert in diesem Jahr das 120-jährige Jubiläum der Gründung des Slowenischen Bergsteiger-Vereins (SPD), dessen Nachfolgerin der Alpenverein Slowenien (PZS) ist. Bergsteigen, Jubiläum, vor allem aber Berge und Freundschaft haben Bergsteiger und Organisationen bei der feierlichen Veranstaltung des PZS am Freitag, den 12. April 2013, in der Fürstenstadt Celje vereint. Der PZS hat die feierliche Hauptversammlung des PZS in Celje zur Ehre des 120-jährigen Jubiläums der SPD und des 120-jährigen Jubiläums der Savinja-Niederlassung der SPD vorbereitet, die im August desselben Jahres (1893) gegründet wurde und deren Sitz unter anderem auch in Celje war. Der PZS hat zur feierlichen Hauptversammlung slowenische und internationale Organisationen eingeladen, deren Mitglied er ist und mit denen er zusammenarbeitet. An der Hauptversammlung nahmen 127 von 278 Bergsteiger-Vereinen mit Stimmrecht teil (46 %).
Die feierliche Hauptversammlung des PZS in Celje war in drei Teile gegliedert, wobei im einleitenden Teil ein kulturelles Programm mit festlichen Rednern – Präsident des PZS Bojan Rotovnik, Bürgermeister der Stadtgemeinde Celje Bojan Šrot und Verteidigungsminister Roman Jakič – sowie einem herzlichen Auftritt junger Bergsteiger der Bergsteigergruppe der OŠ Braslovče unter der Betreuung der Mentorin der Bergsteigergruppen Irene Kumer und einem musikalischen Auftritt der Gesangsgruppe Oktet 9 stattfand, die die Hauptversammlung auch im weiteren Verlauf mit ihrem Gesang verschönerten. Im offiziellen Teil hat die Hauptversammlung des PZS einstimmig den sachlichen und finanziellen Bericht der Organe des Alpenvereins Slowenien für 2012, die Berichte des Aufsichtsrats und des Ehrengerichts des PZS für 2012, den Rahmen-Sach- und Finanz-Arbeitsplan des PZS für 2014 sowie die Vollmacht an den Vorstand des PZS bestätigt, den detaillierten Finanzplan für 2014 nach einzelnen Tätigkeiten bzw. Kostenstellen zu genehmigen und den Finanzplan zu überwachen. Die Hauptversammlung hat auch über den Ehrenkodex slowenischer Bergsteiger diskutiert, der in diesem Jahr genau 40 Jahre alt wird, wonach nach Beschluss der Hauptversammlung eine Arbeitsgruppe Vorschläge für Änderungen und Ergänzungen vorbereiten wird. Im Sportbereich ist es nicht üblich, dass einzelne Sportarten sich systematisch mit dem ethischen Aspekt ihrer Tätigkeit auseinandersetzen, weshalb wir in der Bergsteiger-Organisation stolz auf seine vierzigjährige Präsenz sind. Die feierliche Hauptversammlung des PZS leitete Präsident Rotovnik, die Plätze der Präsidiumsmitglieder nahmen die Vizepräsidenten des PZS ein.
Der Bürgermeister der Stadtgemeinde Celje Bojan Šrot hat den Delegierten der Bergsteiger-Vereine, der Führung des PZS und den Gästen zunächst in der wunderschönen Halle des Nationalhauses der Stadtgemeinde Celje gratuliert und als ehemaliger Alpinist und großer Bergliebhaber allen Versammelten Grußworte gewidmet – auch aus eigenen Erlebnissen. Er lobte die Ausbreitung des Bergsteigens in Slowenien, seine Tradition, den Erhalt der Bergnatur, das Respektieren mit Liebe zu ihr und zum Vaterland sowie die großen Bemühungen um sicheres Gehen in den Bergen und schloss mit den Worten: „Das Ergebnis Ihrer exzellenten Arbeit und Bemühungen ist auch die Tatsache, dass die slowenischen Berge jährlich rund 1,4 Millionen Besucher aufweisen, für die Sie 9000 km Wanderwege in ganz Slowenien angelegt haben, für die Sie gewissenhaft und ehrenamtlich sorgen. Wirklich beeindruckende Zahlen. Sehr geehrte Damen und Herren, möge das 120-jährige Jubiläum Anlass zum Stolz und Ansporn für erfolgreiche Arbeit auch in Zukunft sein. Herzlichen Glückwunsch und viele unvergessliche Tage dort, wo es am schönsten ist – in den Bergen.“
Der höchste Staatsvertreter bei der feierlichen Hauptversammlung, Verteidigungsminister Roman Jakič, gratulierte zu Beginn allen zu diesem hohen Jubiläum der Organisation, die „in ihrer langen Tätigkeitszeit für das slowenische Bild unserer Berge gekämpft hat, Visionen verwirklicht und uns das Bergsteigen so lieb gemacht hat, dass es zu einer der beliebtesten Sportarten und einem Teil der Slowenentum geworden ist.“ Neben den Lobsprüchen betonte er auch die Tradition des slowenischen Militärbergsteigens, das bis zur k.u.k. Armee zurückreicht, und die Beherrschung der Bergwelt war für Slowenien von strategischer Bedeutung. „Das Verteidigungsministerium mit der Slowenischen Armee und der Verwaltung der Republik Slowenien für Schutz und Rettung ist heute in vielem mit dem Alpenverein Slowenien verbunden. Uns verbinden gemeinsame Werte wie Patriotismus und Respekt vor der Bergwelt sowie ganz konkrete Formen der Zusammenarbeit. Dass die slowenischen Berge mit markierten und gesicherten Wegen und schön gepflegten Bergheimen durchzogen sind, ist großes Verdienst slowenischer Bergsteiger-Generationen. Das Verteidigungsministerium ist sich bewusst, dass diese wichtigen Errungenschaften für künftige Generationen erhalten bleiben müssen, weshalb wir weiterhin Hubschraubertransporte von Ausrüstung bei Renovierung und Markierung von Wanderwegen sowie ökologischer Sanierung von Bergheimen bereitstellen werden,“ sagte Minister Jakič zu den konkreten Zusammenarbeiten und betonte auch die wichtige Zusammenarbeit im Bereich Bergrettung, wo das Verteidigungsministerium eine hochprofessionelle Bereitschaftsbesatzung des Hubschraubers der Slowenischen Armee (SA) stellt und damit zum Retten von Leben bei Bergunfällen beiträgt sowie die Zusammenarbeit der SA-Meteorologiebeobachter auf dem Kredarica.
PZS-Präsident Bojan Rotovnik hob in seiner festlichen Ansprache die lange Tradition des Bergsteigens in Slowenien, die 120-jährige beharrliche Ausbreitung des Bergsteigens und der Organisation hervor, die heute zu den zahlreichsten, bekanntesten und inhaltlich reichsten Organisationen der Zivilgesellschaft in Slowenien zählt. „Das Geheimnis unseres Erfolgs liegt sicherlich im Ehrenamt, das auch heute grundlegende Ausrichtung ist, zu einer Zeit, in der angespannte gesellschaftliche Verhältnisse einer solchen Arbeitsweise nicht am günstigsten sind. Wir sind stolz auf den bisherigen Weg des slowenischen Bergsteigens, den unsere Vorgänger über Jahrzehnte gepflastert und gewartet haben, und heute setzen zahlreiche Individuen, die auf verschiedene Weise in die Arbeit der Bergsteiger-Organisation eingebunden sind, ihr Werk mit großer Motivation und typisch bergsteigerischer Sturheit fort.“ Er hob auch die Ergebnisse zahlreicher Verbindungen in 120 Jahren hervor: 1661 Wanderwege mit einer Gesamtlänge von über 9000 km, 176 Berghütten, Bivaks und Schutzhütten mit über 6000 Betten, über 5000 Bergsteiger-Ausflüge, Märsche und Touren jährlich, 25 Programme beruflicher Ausbildung im Bereich Bergsteigen, mit denen wir wesentlich zur Sicherheit in den Bergen beitragen; slowenischer Alpinismus an der Spitze des Weltalpinismus, exzellente Erfolge der Sportkletterer, Gründung des Slowenischen Bergsteiger-Museums … Zum Schluss fügte er hinzu: „Obwohl Slowenien im weltweiten Maßstab ein kleines Land ist, gilt das nicht für das slowenische Bergsteigen. Große Erfolge in verschiedenen Bereichen des Bergsteigens sind auch Folge der Massenhaftigkeit der Bergsteiger-Organisation, da wir mit knapp 60.000 Mitgliedern, was nebenbei 2,8 % der Bevölkerung Sloweniens ausmacht, zu den 10 größten Bergsteiger-Organisationen der Welt gehören. Leider wird unsere umfangreiche ehrenamtliche Arbeit zum Nutzen der slowenischen Gesellschaft von den staatlichen Organen nicht angemessen anerkannt, da wir trotz reicher Tradition und erfolgreichem Wirken uns immer wieder durch verschiedene Ausschreibungen beweisen müssen, obwohl Projektarbeit nur einen kleineren Teil unseres Programms ausmacht. Doch Bergsteiger sind hartnäckige Menschen und wir werden unabhängig von gesellschaftlichen Verhältnissen und staatlicher Unterstützung das Bergsteigen weiterentwickeln, uns für noch größere Sicherheit der Bergbesucher einsetzen und aktiv zum Schutz der Bergnatur beitragen. Wir sind uns bewusst, dass es nur eine Bergwelt gibt, weshalb es notwendig ist, dass alle Beteiligten, die auf verschiedene Weise in die Bergwelt eingebunden sind, zusammenarbeiten und abstimmen und sich dabei dem Schwächeren, also der Natur, anpassen.“
Mit ihrem Kommen und ihren Ansprachen haben Vertreter slowenischer und internationaler Organisationen, deren Mitglied der PZS ist und mit denen wir eng zusammenarbeiten, das feierliche Jubiläum des Alpenvereins Slowenien geehrt: Präsident des Internationalen Verbands der Alpenvereine UIAA (vereint 82 Bergsteiger-Organisationen, einschließlich PZS, aus 57 Ländern der Welt) Frits Vrijlandt, der die Bedeutung der Arbeit mit Jugendlichen und der Jugendarbeit sowie des Eiskletterns im PZS und vor allem in der Welt hervorhob; Präsident des Olympischen Komitees Slowenien - Verband der Sportverbände Janez Kocijančič, der vor allem den ganzheitlichen Ansatz der Organisation hinsichtlich Naturschutz, Pflege der Bergsteiger-Posten und Wege sowie Höchstleistungen im Sport und kühne Ziele für die Zukunft betonte. Auch der Vizepräsident des Club Arc Alpin – Verband der Alpenvereine des Alpenbogens Danilo Škerbinek sprach zu den Versammelten und erinnerte an das Jahr 1995, als der PZS zu einem Initiativtreffen der Alpenvereine im Alpenraum eingeladen wurde, und der PZS hat heute Vertreter in allen Organen und Kommissionen der CAA. Präsident des Verbands der Bergsteiger-Organisationen des Balkans (Balkan Mountaineering Union, BMU, PZS ist assoziiertes Mitglied der BMU) Jovica Ugrinovski sprach über die Bedeutung der Organisation des PZS für die Bergsteiger-Verbände des Balkans und als ausgezeichnetes Vorbild sowie Bergsteigen als Lebensweise; er begrüßte die Versammelten auch als Präsident des Alpenvereins Mazedoniens. Über die Einbindung des PZS in einzelne Organisationen und die gemeinsame Zusammenarbeit sprachen auch Mag. Martin Šolar, Direktor des Triglav-Nationalparks, Präsident des Slowenischen Bergsteigerklubs Skala Gregor Gomišček, im Namen des OeAV (Oesterreichischer Alpenverein) Präsident des Landesalpenvereins Kärnten Joachim Gfreiner; Generalsekretär des Alpenvereins Kroatiens Darko Berljak, der mit dem PZS auch durch zahlreiche gemeinsame Expeditionen verbunden ist; Mitglied des Vorstands des Alpenvereins Serbiens Vladislav Matković, Präsident des Fischereiverbands Sloweniens Miroslav Žaberl, Präsident des Jagdverbands Sloweniens Srečko Felix Krope und Ältester des Pfadfinder-Verbandes Sloweniens Jernej Stritih.
Diese slowenischen Organisationen verbindet auch das gemeinsame Handeln in der Nichtregierungsgruppe für Umwelt- und Gesellschaftsgesetzgebung, und mit dem Fischerei- und Jagdverband Sloweniens hat der PZS unter anderem (zusammen mit dem Tourismus-, Imker- und Kynologieverband Sloweniens) einen Kooperationsvertrag im Bereich nachhaltige Entwicklung und bei gemeinsamen Bemühungen um Schutz und Erhalt der Biodiversität unterzeichnet. Vertreter slowenischer und internationaler Organisationen haben dem Alpenverein anlässlich dieser Gelegenheit auch zahlreiche Anerkennungen für gute Zusammenarbeit und Tätigkeit überreicht.
Nach dem Ende der feierlichen Hauptversammlung verweilten die Delegierten und hohen Gäste gerne noch im angenehmen Plausch, Beisammensein, Erinnerungen und Knüpfen neuer Bande.