10.01.2022
Allgemeiner Gefahrenstand - Montag, 10.1.2022
Gefahr ist 3. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - BEACHTLICH.
Hauptproblem: verharschter Schnee (Windplatte)
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlecht verankertes frisches Schneegestöber mit Wind
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr ist oberhalb etwa 1800 m BEACHTLICH, 3. Stufe, tiefer MODERAT, 2. Stufe. Besonders gefährdet sind Südabhänge, wo viel frischer windverfrachteter Schnee liegt, der sich schon bei geringen Belastungen lösen kann. Im Hochgebirge liegt Windplatte auch an Nordabhängen, dort aber besser verankert. Auch steilere Rinnen mit größeren Mengen windverfrachteten Schnees sind gefährlich. Windoffene Lagen sind stark ausgefegt, stellenweise bis alte, teils vereiste Gründe, daher besteht dort Gleitrisiko. Die Verhältnisse sind vor allem im Hochgebirge noch anspruchsvoll.
Schneeverhältnisse
Am Wochenende hatten wir in den Bergen teils sonniges und kaltes Wetter. Gestern fielen stellenweise einige Zentimeter trockenen Schnees, den der moderate Westwind rasch wegblies. Wegen der Kälte wandelt sich die Schneedecke nur langsam um. Der Schnee ist unter etwa 1800 m besser mit dem Untergrund verbunden, wo zuvor stärkere Tausalven stattfanden. Die Schneedecke ist vielerorts noch weich und pulvrig. In tieferen Lagen bildete sich an sonnigen Hängen durch Sonne eine dünne Kruste. Windoffene Lagen sind stark ausgefegt, teils bis alte vereiste Gründe oder sogar blank. Der Wind nimmt zu und beeinflusst die Schneedecke auch im Mittelgebirge erheblich.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute mäßig bis meist bewölkt, einige höchste Gipfel zeitweise in Wolken. Nachmittags Aufklarung im Westen, auch anderswo Wolkenzerfall. Mäßiger bis starker Nordostwind. Temperatur auf 1500 m ca. -5, auf 2500 m ca. -11 °C. Dienstag größtenteils klar. Mäßiger bis starker Nordostwind. Temperatur auf 1500 m ca. -6, auf 2500 m ca. -10 °C. Mittwoch klar. Wind leicht nachlassend, noch mäßiger Nordost. Temperatur auf 1500 m ca. -5, auf 2500 m ca. -7 °C. Auch in der zweiten Wochenhälfte meist klar. Deutlich milder. Wind nachlassend.
Tendenz der Schneeverhältnisse
In den nächsten Tagen prägt mäßiger bis starker Nordostwind die Lage, der leichten Schnee verfrachtet und an Süd- und Westabhängen neue Verwehungen, Platten und Polster aufbaut. Windplattenlawinen sind schon bei geringer Belastung möglich. Durch kalte Luftmassen verzögert sich die Umwandlung der Schneedecke. Lawinengefahr bleibt oberhalb ca. 1800 m BEACHTLICH 3. Stufe, tiefer MODERAT 2. Stufe. Vereiste Flächen nehmen zu. Nächster Lawinenbericht erscheint Mittwoch, 12.1.2022.
Nächste Ausgabe: Mittwoch, 12.1.2022
Quelle: ARSO