10.12.2020
Die Lawinenwarnstufe beträgt 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - BEACHTLICH.
Hauptproblem: Neuschnee
Bewertung der Lawinenlage
Die Lawinengefahr liegt derzeit oberhalb ca. 1100 m BEACHTLICH, Stufe 3, im östlichen Teil unserer Berge oberhalb ca. 1400 m. Besonders gefährdet sind windverfrachtete Stellen, an denen durch starken Wind Platten entstanden sind. Schon bei geringer Belastung der Schneedecke können Plattenlawinen ausgelöst werden, zudem ist mit spontanen Abrutschen von schwach gebundenem trockenem und teilabgebundenem Schnee auf steileren Hängen zu rechnen. Unterhalb ca. 1100 m sowie im östlichen Teil der Berge unterhalb ca. 1400 m liegt die Lawinengefahr meist MÄSSIG, Stufe 2.
Schneelage
Seit Dienstag sind in den Julischen Alpen sowie den westlichen und zentralen Karawanken 60 bis ca. 100 cm Neuschnee gefallen, während des Schneefalls wehte starker Wind aus südlichen Richtungen. Andernorts 20 bis ca. 50 cm Neuschnee. Viele Platten, windexponierte Grate sind stark ausgefegt und besonders im Mittelland vereist. Der Schnee ist trocken und weich und versinkt tief, stellenweise auch verdichtet durch Wind. Die Schneedeckenhöhe ist durch den Wind stark uneinheitlich.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute meist bewölkt, Bewölkung reißt sich besonders im Hochgebirge auf, aber wenig Sonne. Meist schwacher Südwestwind. Temperaturen unter null. Morgen teilweise klar mit gelegentlich zunehmender Bewölkung. Schwacher Südwestwind. Schneefallgrenze um 1000 m. Samstag meist bewölkt und stellenweise neblig, gelegentlicher leichter Schneefall möglich, aber Neuschneemenge vernachlässigbar. Schwacher Wind wechselnder Richtungen, höher schwacher Südwest. Sonntag teilweise Aufklarung, Schneefallgrenze steigt auf ca. 1200 m. Montag meist klar. In Höhen strömt wärmere und trockenere Luft zu, Temperaturinversion bildet sich.
Tendenz der Schneelage
Die Schneedecke setzt sich heute und in den nächsten Tagen nur langsam ab und wandelt sich um, Lawinenlage ändert sich kaum. Kein starker Wind. Lawinengefahr bleibt BEACHTLICH, Stufe 3, nur in den östlichen Karawanken und im östlichen Teil der Kamnik-Savinja-Alpen nimmt sie allmählich auf Stufe 2 ab. Besonders gefährdet sind windverfrachtete Stellen, am häufigsten an West- und Nordseiten von Graten und Pässen sowie an steilen Hängen. Hier sind auch spontane Abrutscher möglich, eine Lawine kann schon bei geringer Belastung der Schneedecke ausgelöst werden. Auch steilere grasbewachsene Hänge sind gefährlich. Grate im Mittelland stellenweise vereist. Bei der Erwärmung Anfang der Woche wandelt sich die Schneedecke etwas schneller um und stabilisiert sich. Wir empfehlen höchste Vorsicht!
Nächste Ausgabe: Sonntag, 13. 12. 2020
Quelle: ARSO