10.04.2019
Die Lawinengefahr liegt auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala bei Stufe 2 – MÄSSIG.
Hauptproblem: schwache Schichten, Windschnee, Neuschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Kälte
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr ist im Hochgebirge meist MÄSSIG, Stufe 2, tiefer MAI, Stufe 1. Besonders gefährdet sind steilere Hänge oberhalb ca. 1700 m Seehöhe, wo sich schon unter geringer Belastung der Schneedecke eine Windschneelawine lösen kann – mehr Ablagerungen auf südlichen und westlichen Seiten von Graten und Sätteln. Neuer Schnee im Hochgebirge haftet auch relativ schlecht am Untergrund, sodass er über der schwachen Schicht auf der alten Schneedecke abrutschen kann. Spontane Lawinen sind unwahrscheinlich. Die Verhältnisse verschlechtern sich durch Schneefall.
Schneeverhältnisse
Die Schneedecke ist im Hochgebirge meist weich und locker, durch Wind sind Verwehungen entstanden, windexponierte Stellen sind abgetragen. Tiefer, wo es regnet, ist der Schnee nass. Da er bereits vollständig umgewandelt und verdichtet ist, rutscht er meist nicht.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute bewölkt und neblig. Gelegentliche Niederschläge, Schneefallgrenze um 1600 m ü. M. Es weht schwacher bis mäßiger Nordostwind. Morgen bewölkt und neblig, Niederschläge nehmen zu. In unseren Bergen am meisten im Gebiet der Karawanken und Kamnik-Savinja-Alpen. Schneefallgrenze meist zwischen 1200 und 1500 m, tiefer gegen Abend. Schwacher bis mäßiger Nordostwind. Freitag bewölkt und neblig, Niederschläge lassen langsam nach. Schneefallgrenze sinkt unter 1000 m. Mäßiger bis starker Nordostwind. Wochenende kalt und sehr wahrscheinlich meist trocken.
Tendenz der Schneeverhältnisse
In den nächsten Tagen fällt in den Bergen reichlich Neuschnee. Am meisten erwartet in den Kamnik-Savinja-Alpen und den westlichen sowie zentralen Karawanken, möglicherweise über 70 cm, anderswo ca. 40 cm. Gilt für Seehöhen über ca. 1500 m, tiefer weniger Schnee. Daher steigt besonders oberhalb 1500 m die Lawinengefahr schrittweise. Von steilen Hängen lösen sich spontan Lawinen aus neuem, schlecht haftendem Schnee, beim Nordostwind entstehen Verwehungen an westlichen und südlichen Seiten von Graten und Übergängen. Neuer Schnee haftet im Hochgebirge schlecht am Untergrund, es bildet sich eine schwache Schicht, auf der der Schnee abrutscht. Heute schwer vorherzusagen, ab welcher Seehöhe der Schnee von Anfang an trocken ist, tiefer ist die Bindung zwischen altem und neuem Schnee besser, daher weniger Abrutschen.
Nächste Ausgabe: Samstag, 13.4.2019
Quelle: ARSO