11.12.2023
Allgemeine Lawinengefahrenstufe - Montag, 11.12.2023
Gefahr ist Stufe 2 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - MÄSSIG.
Hauptproblem: Windschneedecke, Neuschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Lawinengefahr oberhalb etwa 1800 m MÄSSIG, Stufe 2, tiefer LOW, Stufe 1. Besonders gefährdet sind steile Hänge und windgeformte Schneedecken, wo mit geringer Zusatzbelastung kleine bis mittelgroße Plattenlawinen ausgelöst werden können. Windoffene Lagen sind stark ausgefegt und stellenweise vereist, vereiste Stellen auch im Mittelland, wo wenig Schnee liegt. Dort besteht Rutschgefahr.
Schneelage
Schnee ist wenig, mehr nur im Hochgebirge, oberhalb ca. 2000 m nimmt die Schneedeckenstärke rasch zu. In den letzten Tagen hat sie sich besonders im Mittelland etwas gesetzt, durch tägliche Auftauen entstand eine Kruste, nur in schattigen Lagen blieb der Schnee meist trocken. Im Hochgebirge ist die Schneelage recht unterschiedlich. In ruhigen Lagen meist weich, sonst Kruste an der Oberfläche, hauptsächlich durch Windwirkung. Windoffene Lagen ausgefegt, stellenweise vereist, in leeliegenden Lagen Platten.
Erwartete Wettersituation
Heute zunächst teilweise klar, nachmittags Zunahme der Bewölkung, stellenweise neblig. Tagsüber geringe, lokale Niederschläge. Nullgradgrenze über 2500 m ü. M. Weht mäßiger bis starker West- bis Südwestwind, der am Abend nachlässt und nach Nordwest dreht. Morgen zunächst meist klar, gegen Mittag bewölkt, abends neblig. Geringe Niederschläge treten am Abend in den Hügeln Westsloveniens auf. Weht schwacher Südwestwind, der am Abend auffrischt. Mittwoch bewölkt und neblig mit Niederschlägen, häufiger und intensiver in der südlichen Hälfte Sloweniens. Schneefallgrenze morgens ca. 2000 m. Tagsüber sinkend, in den Bergen bei Hauptneiderschlägen zwischen 800 und 1200 m. Weht mäßiger Südwest, der nachmittags nachlässt und abends nach Nordost dreht. Erwartet 10 bis 30 cm Neuschnee, im Hochgebirge zunächst vom Südwest, später vom Nordost transportiert, der Donnerstag tagsüber auffrischt. Donnerstag und Freitag trocken und deutlich kälter, mäßiger bis starker Nordwind.
Tendenz der Schneelage
Lawinengefahr ändert sich heute und morgen nicht wesentlich, Schneelage auch nicht. Durch Auftauen kann Schnee auch im Hochgebirge vorübergehend etwas nass werden und sich setzen, von steilen Hängen können einzelne Plattenlawinen abgehen. Auch in Mulden mit angesammeltem Schnee wird die Decke vorübergehend weniger stabil. Mittwoch verändert Neuschnee Schneelage und Lawinenlage, aber keine wesentliche Gefahrensteigerung erwartet. Neuschnee überdeckt alte Ablagerungen, neue Verfrachtungen entstehen zuerst an Nord- und Ostseiten von Graten und Sätteln, dann an Süd- und Westseiten. Tief unten verbindet sich Neuschnee gut mit Unterlage, oberhalb ca. 1800 m schlechter. Spontanes Abgehen ab Mittwoch kaum zu erwarten, aber Lawinenlage anspruchsvoller durch neue Platten und verdeckte alte. Bei Abkühlung und windigem Wetter ab Donnerstag bleibt Schnee trocken und weich und schwach umgewandelt. Grate ausgefegt und vereist oder hart.
Nächste Ausgabe: Donnerstag, 14.12.2023
Quelle: ARSO