12.02.2021
Gefahrenstufe 3 auf der europäischen 5-stufigen Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Neuschnee, Windschnee
Einschätzung der Lawinenlage
Lawinengefahr oberhalb ca. 1700 m ü. M. ERHEBLICH, 3. Stufe, tiefer mäßig, 2. Stufe. Die Schneedecke hat sich durch Abkühlung vor allem im Mittleren Berggebiet allmählich stabilisiert, vereiste Flächen haben sich an windexponierten Stellen vergrößert. Im Hochgebirge gibt es noch viel lockerer Schnee, der sich nur langsam setzt und schlecht umwandelt. Heute können dort auf steilen Hängen noch einzelne Trockenschneelawinen auftreten. Oberhalb der Baumgrenze, besonders an Südhängen, können vor allem unter geringer Belastung Lawanschen ausgelöst werden.
Schneelage
In den Bergen hat gestern der leichte Schneefall aufgehört, kalte Polarluft ist eingetroffen. Im Mittleren Berggebiet fiel 10 bis 40 cm trockener Schnee, durch Abkühlung begann auch alter nasser Schnee zu gefrieren. Im Hochgebirge dicke und lockere Schneedecke, die tief einsinkt. Oberhalb der Baumgrenze wehte gestern mäßiger Nordwind, der Neuschnee transportierte und an Südhängen und Gräben neue Lawinenstöcke aufbaute. Windexponierte Stellen sind ausgefegt, stellenweise Kruste gebildet.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute teilweise klar, vor allem unter ca. 2000 m variable Wollwolkenbildung, einige Gipfel können auch in Nebel sein. Schwacher bis mäßiger Wind aus Ost bis Nordost, ausgeprägter an der Küstenseite der Berge. Temperatur auf 1500 m ca. -14, auf 2500 m ca. -16 °C. Samstag zunächst meist klar. Am Tag variable Bewölkung, einige Gipfel zeitweise neblig, aus dem leicht schneien kann, mehr Klarheit in den westlichen Juliern. Mäßiger, im Hochgebirge auch starker Nordostwind, der Neuschnee transportiert. Temperatur auf 1500 m ca. -16, auf 2500 m ca. -19 °C. Sonntag überwiegend klar, noch mäßiger Nordwind. Etwas milder, auf 1500 m ca. -11, auf 2500 m -18 °C. Ähnliches Wetter Montag, Wind nachlassend.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Verstärkter Nordostwind baut besonders Samstag an Südhängen und Gräben neue Lawinenstöcke, Verwehungen und Windkissen auf. Neuschnee wandelt sich bei niedrigen Temperaturen nicht um, an Schattseiten kann Frost die Verankerung schwächen. Lawinengefahr oberhalb ca. 1500 m ERHEBLICH, 3. Stufe, tiefer mäßig, 2. Stufe. Besonders im Hochgebirge schwierige Verhältnisse. Vereiste Flächen nehmen zu, auch im Mittleren und Unteren Gelände, wo auch Rutschgefahr besteht.
Nächste Ausgabe: Montag, 15. 2. 2021
Quelle: ARSO