13.12.2019
Die Lawinengefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünfstufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Neuschnee, windgepresster Schnee
Gefahrenmuster: Schneefall nach längerer Kälteperiode
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Die Lawinengefahr ist derzeit im Hochgebirge oberhalb ca. 1800 m MÄSSIG, Stufe 2, tiefer MAßIG, Stufe 1, wird aber tagsüber durch Schneefall Zunehmen. Viele Windwuche undlose Schneeansammlungen, die sich vor allem auf steileren Hängen hauptsächlich nur unter starker zusätzlicher Belastung der Schneedecke lösen können.
Schneelage
Donnerstag fielen in den Bergen 5 bis 15 cm trockener Schnee, am wenigsten im östlichen Teil unserer Berge, am meisten in den Julischen Alpen. Neuer Schnee ist leicht und stark ausgetragen. Unterlage meist krustig oder hart, nur in geschützten Lagen im Hochgebirge weich. Heute tagsüber ändert sich die Schneelage SCHNELL!
Erwartete Wettersituation
Heute bewölkt und neblig, Niederschläge verstärken sich im Westen und breiten sich allmählich über die Kamnisch-Savinja-Alpen und östliche Karawanken aus, wo es erst spät nachmittags oder abends schneit. Es weht starker Südwestwind, der abends in Nord- bis Nordostwind umschlägt. Morgen meist klar. Leichter bis mäßiger Westwind. Nullgradgrenze um 2000 m. Sonntag im östlichen Teil unserer Berge zunächst teils klar, nachmittags mehr Bewölkung. Sonst mäßig bis meist bewölkt und auch neblig. In westlichen und südlichen Juliern sowie Vorbergen gelegentlich leichte Niederschläge. Schneefallgrenze um 1600 m. Verstärkter Südwestwind. Montag ähnliches Wetter, auch im Osten ziemlich bewölkt. Schneefallgrenze um 2000 m.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Die Schneedecke verdichtet sich heute tagsüber. Bis morgen früh fallen in den Julischen Alpen 20 bis ca. 40 cm Schnee. Ähnliche Menge auf dem Snežnik, 10 bis 30 cm anderswo in unseren Bergen. Schnee fällt meist auf harten Untergrund, daher schwache Schicht unter Neuschnee, entlang derer Neuschnee abrutschen kann. Wind bildet Windwuchen. In den nächsten Tagen wird es in Höhen deutlich wärmer. Zunächst wird die Schneedecke durch Erwärmung labiler. Erwartet werden spontane Lawinen zuerst loser Neuschneelawinen, dann auch Plattenlawinen, tiefer auch Grundlawinen auf steilen grasbewachsenen Hängen. Gleichzeitig setzt sich der Schnee schneller ab und umwandelt sich, Montag oder Dienstag stabilisiert sich die Schneedecke etwas.
Nächste Ausgabe: Montag, 16.12.2019
Quelle: ARSO