14.04.2023
Allgemeine Gefahrenstufe - Donnerstag, 13. 4. 2023
Die Gefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: verharschter Schnee, Neuschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Kälte
Risikobewertung
Bei starker Schneefall nimmt die Lawinengefahr rasch zu. Derzeit ist sie oberhalb ca. 1800 m ERHEBLICH (beträchtlich), tiefer, wo noch alter Schnee liegt, meist MÄSSIG, Stufe 2. Besonders gefährdet sind steile Hänge im Hochgebirge, wo spontane Lawinen von unverbundenem Schnee zu erwarten sind. Gleichzeitig entstehen durch Nordostwind vor allem im Hochgebirge neue Lawinenfelder. Instabile Schneedeckenbereiche sind schwer zu erkennen. Im Mittelgebirge fällt nun trockener Schnee, der sich etwas besser mit dem Untergrund verbindet.
Schneelage
Starke Niederschläge oberhalb ca. 1600 m haben reichlich Neuschnee gebracht. Derzeit sind 20 bis 30 cm gefallen. Oberhalb ca. 2000 m ist er trocken, tiefer war er zunächst nass, wird aber durch Abkühlung auch etwas tiefer trocken. Wind erzeugt Verwehungen und Überhänge. Unter dem Neuen liegt alter Schnee, der im Hochgebirge hart, im Mittelgebirge aber nass und stark umgewandelt ist.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute Nacht lässt der Schneefall nach, aber in den Julischen Alpen, westlichen und zentralen Karawanken sowie in den Kamnik-Savinja-Alpen schneit es noch den Großteil des morgigen Vormittags, wenn auch in viel geringerer Menge als heute. Es weht Wind aus nördlichen Richtungen. Die Schneefallgrenze liegt zunächst bei ca. 1100 m, morgen Nachmittag steigt sie auf ca. 1500 m ü. NN. Morgen bewölkt und stellenweise neblig. Nachmittags noch geringe lokalen Niederschläge. Samstag wechselnd bis meist bewölkt mit nachmittäglichen lokalen Schauern. Nullgradgrenze bei ca. 1600 m ü. NN.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Schneeverhältnisse und Lawinenlage verschlechtern sich über Nacht weiter. Morgen ist im Hochgebirge der westlichen und südlichen Julischen Alpen die Lawinengefahr GROß, Stufe 4, anderswo ERHEBLICH, Stufe 3. Unter ca. 1800 m MÄSSIG, Stufe 2. Gefährdet sind steile Hänge sowie windverwehte Stellen, Rinnen und Grate mit Überhängen. Spontane Lawinen von neuem, unverbundenem Schnee sind möglich, an windverwehungsgerechten Stellen können mit geringer Belastung der Schneedecke Plattenlawinen ausgelöst werden. Die Verhältnisse sind schwierig und gefährlich, daher raten wir, das Hochgebirge mindestens einen oder zwei Tage zu meiden. Auch tiefer ist höchste Vorsicht geboten. Sobald die Sonne scheint, steigt die Gefahr an sonnigen Hängen mit dem Tageszyklus. Da keine deutliche Erwärmung zu erwarten ist, verbessern sich die Lawinenverhältnisse nur langsam.
Nächste Ausgabe: Sonntag, 16. 4. 2023
Quelle: ARSO