13.01.2025
Allgemeine Gefahrenstufe - Montag, 13. 1. 2025
Gefahr ist 3. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Windschnee, schwache Schichten
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlecht verklebter Frischschnee mit Wind
Gefahrenmuster: Kruste mit Schnee bedeckt
Risikobewertung
Lawinengefahr über 1700 m ERHEBLICH, 3. Stufe, tiefer 2. Stufe. Gebiete mit Windschnee meiden, anderswo Selbstschutzmaßnahmen zur Reduktion der Belastung der Schneedecke anwenden. Kleiner Plattenlawine kann sich bei geringer Belastung auf Windschnee lösen, bei hoher Belastung kann stellenweise auch ältere schwache Schicht tiefer in der Schneedecke versagen - mittelgroße Lawine möglich.
Schneelage
Unter 1900 m ist alte Schneeunterlage hauptsächlich in den Julischen Alpen stark vereist, hält auch hohe Belastung aus. Auf diese Unterlage fielen Freitagmorgen wenige Zentimeter trockenen Schnee und Graupel, den der Wind seit Samstagnachmittag in Leeseiten verweht und dort Ablagerungen aufbaut. Zunächst weicher Windschnee in Ablagerungen verklebt sich langsam und ist stellenweise krustig (einbrechen), anderes hält bereits Gewicht. Windschnee nicht gut mit alter Unterlage verklebt, daher kann Plattenlawine sich bei geringer Belastung lösen. Oberhalb ca. 1900 m oder wo Eiskruste am Ende der Niederschläge letzte Woche nicht entstanden ist, kann bei stärkerer Belastung auch tiefere schwache Schicht versagen; mittelgroße Lawine möglich. Diese Bedrohung nicht nur auf Windschneegebiete beschränkt.
Prognose Wettersituation
Heute Montag und Dienstagvormittag sonnig und kalt, in 1500 m ca. -5, 2000 m -8 °C. Wind lässt etwas nach, weht aber bis Wochenende. Wenigster Wind dienstags Nachmittag, dann mäßig im Hochgebirge. Dann etwas wärmer, 1500 m ca. 0 °C, 2000 m ca. -2 °C. Dienstagnachmittag zieht Hochnebel ein, der Gipfel erst mittwochs erreicht. Mittwochs vormittags Föhn verstärkt, nachmittags wieder kühler, leichter Schneefall tritt auf, der bis donnerstags vormittags anhält. in 1500 m -3 °C, 2000 m -10 °C. Wenig Niederschlag.
Tendenz Schneelage
Bis dienstags bleibt kalt, in oberen Schichten der Schneedecke besonders über Eiskruste wahrscheinlich Reifbildung. Verklebung von Windschnee mit alter Unterlage verschlechtert sich dadurch, Stabilität der Schneedecke nimmt weiter ab. Dieses Phänomen am ausgeprägtesten auf den Aspekten. Dienstags tagsüber etwas wärmer, bei Sonnwetter schmilzt Schnee vor allem auf sonnigen geschützten Hängen unter 1500 m an und gefriert nachmittags wieder, dünne Kruste bildet sich. Schnee verklebt sich also langsam, aber es bleiben Stellen in der Schneedecke, wo Schichten schlecht verbunden sind. Mittwochs nachmittags setzt leichter Schneefall ein, besonders in Kamnik-Savinja-Alpen können wenige Zentimeter fallen, ohne Einfluss auf Schneedeckenstabilität.
Nächste Ausgabe: Donnerstag, 16. 1. 2025
Quelle: ARSO