15.11.2019
Gefahrstufe 3 auf der europäischen Fünfstufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Neuschnee
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlecht verklebter frischer Schnee mit Wind
Gefahrenbewertung
Lawinengefahr ist im Hochgebirge der Julischen Alpen oberhalb ca. 1900 m ERHEBLICH, Stufe 3, unter 1800 m und sonst in unseren Bergen GERING, Stufe 1. Mittelgroße und kleinere Lawinen von schlecht verklebtem Schnee können sich von ausreichend steilen Hängen lösen. Viele Windpackungen, die durch geringe Belastung der Schneedecke ausgelöst werden können.
Schneelage
In den vergangenen Tagen waren die Temperaturen im Hochgebirge unter null, unter ca. 1700 m stieg sie tagsüber leicht über 0 °C. Der in der ersten Wochehälfte gefallene Neuschnee hat sich bereits etwas abgesetzt und abgerutscht, aber im westlichen Teil der Julischen Alpen im Hochgebirge schneit es wieder. Schnee im Hochgebirge ist meist weich, auf windexponierten Lagen stark ausgetragen, weshalb besonders an den nördlichen, westlichen und östlichen Seiten von Graten und Sätteln viele Windpackungen und Platten sind. Durch Wind hat der Schnee stellenweise auch Kruste. Bei weitem am meisten Schnee liegt oberhalb ca. 1900 m in den Julischen Alpen, deutlich weniger tiefer und in den Kamnisch-Savinjischen Alpen sowie östlichen Karawanken.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute Niederschläge vor allem im Bereich der Julischen Alpen, westlichen und mittleren Karawanken sowie Hügel der nördlichen Primorska und Notranjska, am meisten in den westlichen Juliern. Schneefallgrenze meist zwischen 1300 und 1800 m ü. M. Wehen bis starker Wind aus südlichen Richtungen. Am Abend und in der Nacht auf Samstag zieht das Niederschlagsband über Slowenien nach Osten. Morgen mittags und nachmittags verstärken sich die Niederschläge wieder, besonders im Westen. Vom Nachmittag bis Sonntagnachmittag stärkere Niederschläge, die sich gelegentlich nach Osten ausdehnen. Im zentralen und nördlichen Teil der Julischen Alpen sowie westlichen Karawanken Schneefallgrenze meist zwischen 900 und 1200 m, sonst höher, besonders östlicher und südlicher gelegentlich bis ca. 2000 m. Südostwind nimmt zu. Sonntagnachmittag lassen die Niederschläge nach, bis Montagvormittag meist trocken.
Tendenz Schneelage
Im Hochgebirge der westlichen Julischen Alpen kann bis morgen früh auch mehr als 50 cm Schnee fallen, sonst 10 bis ca. 30 cm. Tiefer, wo es regnen wird, taut Schnee ab. Bis Montagmorgen fallen in den Juliern oberhalb ca. 1700 m 50 bis über 100 cm Schnee, sonst 20 bis ca. 50 cm, vielleicht in mittleren Karawanken und westlichem Teil der Kamnisch-Savinjischen Alpen mehr, Menge dort nicht ganz vorhersehbar. Daher erhöht sich die Lawinengefahr erneut, Sonntag im Hochgebirge besonders der westlichen Julier kann sie GROSS sein, Stufe 4. Von ausreichend steilen Hängen lösen sich zahlreiche kleine und auch mittelgroße Lawinen von schlecht verklebtem Schnee, einzelne große möglich. Viele neue Windpackungen, da Wind in den Bergen stark. Im Mittelgebirge taut etwas Schnee ab. Besuch des Hochgebirges besonders in den Julischen Alpen bis auf Weiteres NOCH NICHT EMPFOHLEN, Verhältnisse gefährlich, auch Fortbewegung sehr erschwert.
Nächste Ausgabe: Montag, 18.11.2019
Quelle: ARSO