15.12.2021
Allgemeiner Gefahrenstand - Mittwoch, 15.12.2021
Die Gefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: verharschter Schnee, nasser Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Die Lawinengefahr ist vor allem oberhalb der Waldgrenze noch ERHEBLICH, Stufe 3, tiefer auch unter 1000 m ü. M. MODERAT, Stufe 2. Besonders gefährdet sind Stellen mit verharschtem Schnee, vor allem an südseitig ausgerichteten Hängen oberhalb der Waldgrenze. Unter der oberen Schneeschicht befinden sich auch alte Platten, weshalb die Gefahr schwer erkennbar ist. Schon bei geringer Belastung kann man vor allem an solchen Stellen eine Plattenlawine auslösen. Bis in Höhen um 1500 m ü. M. liegt die Temperatur über null, sodass auch spontane Ausrutschen von nassem Schnee zu erwarten sind. Dies gilt insbesondere für sonnige grasbewachsene Hänge, einzelne Platten können aber ebenfalls nachgeben. Schneelawinen von steilen Hängen sind auch im Vorland der Alpen zu erwarten; im nördlichen Primorska, Škofjeloško hribovje und Polhograjsko hribovje sowie im Zasavje.
Schneeverhältnisse
Durch die Erwärmung stieg am Dienstag die Temperatur über null auch etwas über 2000 m ü. M. Dies und das sonnige Wetter haben die Schneedecke vor allem an sonnenseitigen Hängen durchweicht, während der Schnee im Schatten meist trocken blieb; heute hat sich durch den Anstieg der Bewölkung und damit gesteigerte Feuchtigkeit auch in Mulden in Höhen, wo die Wolken sind, etwas durchweicht. Die Schneedecke begann sich schneller abzusacken und umzuwandeln, war aber vorübergehend auch schlechter verbunden. Heute hat es oberhalb 1500 m abgekühlt und der Schnee stabilisierte sich höher etwas, es bildete sich eine Kruste. Tiefer ist der Schnee noch weich und nass und taut langsam. Windoffene Stellen sind ausgefegt, stellenweise bis zur alten oder kahlen Unterlage, dort besteht Rutschgefahr. Es gibt noch zahlreiche Platten, die potenziell instabil sind, besonders im Hochgebirge an südorientierten Hängen.
Voraussichtliche Wetterentwicklung
Heute wird im Mittelland meist bewölkt und neblig sein, die Wolkenobergrenze meist zwischen 1400 und 1900 m ü. M. In den westlichen Juliern und im Hochgebirge wird es meist klar sein, gelegentlich aber auch mehr Kumuluswolken. Es weht schwacher bis mäßiger Nordwind. Die Null liegt in Höhen zwischen 1300 und 1700 m. Morgen meist klar. Es weht schwacher bis mäßiger Nordwind. Die Höhe der 0-°C-Isotherme schwankt tagsüber. Morgens wärmer als nachmittags, in der Nacht auf Freitag wird es wieder vorübergehend wärmer. Freitag meist klar. Tagsüber kühlt es sich allmählich etwas ab. Es weht mäßiger, im Hochgebirge böiger Nordwind. Trocken, aber etwas kälter am Samstag, Sonntag wird es wieder wärmer.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Aufgrund schwankender Temperaturen wird sich die Schneedecke absacken und umwandeln und allmählich stabilisieren. Günstig wirkt das relativ schnelle Wechseln zwischen wärmeren und kühleren Phasen. Die Kruste wird fester. Der Schnee bleibt aber in schattigen Lagen, besonders im Hochgebirge, schlecht umgewandelt. Die Lawinengefahr nimmt etwas ab, an sonnenseitigen Lagen kann sich aber tagsüber bei Sonne und Erwärmung der Schnee wieder etwas entwurzeln. Besonders gefährdet sind steilere Nordhänge mit verharschtem Schnee, besonders in Mulden, sowie tagsüber südliche steile Hänge mit grasiger oder laubbewachsener Unterlage. Auch Platten werden gefährlicher. Spontane Ausrutscher sind in den nächsten Tagen meist nicht zu erwarten, außer vielleicht noch ein Grundlawinen auf steilen sonnigen grasigen Hängen. Das nächste Lawinenbulletin erscheint am Freitag, 17.12.2021.
Nächste Ausgabe: Freitag, 17. 12. 2021
Quelle: ARSO