16.12.2022
Allgemeine Gefahrenstufe - Freitag, 16.12.2022
Gefährdung Stufe 3 auf der europäischen 5-stufigen Skala - BEDEUTEND.
Hauptproblem: anhäufender Schnee, Neuschnee, nasser Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Lawinengefahr über Seehöhe ca. 1800 m BEDEUTEND, 3. Stufe, tiefer MÄSSIG, 2. Stufe. Besonders gefährdet sind Bereiche mit dickerem frischen Schneemantel, die im Hochgebirge zu finden sind, wo auch Spontaneinstürze möglich sind. Durch starken Südwestwind sind auf Ost- und Nordhängen größere Flächen mit anhäufendem Schnee entstanden. Die Schneefallgrenze ist stellenweise zumindest vorübergehend bis über Seehöhe 2000 m gestiegen, weshalb heute auch Nassschneelawinen abgehen werden. Mit abnehmender Seehöhe nimmt auch der Schnee ab, daher ist die Gefahr im Mittelgebirge geringer.
Schneelage
In der Nacht ist mit Zufluss wärmerer Luft die Schneefallgrenze gestiegen. Bis in die alpinen Täler hat es nur im Bereich der östlichen Julischen Alpen geschneit, anderswo hat es selbst im Mittelgebirge geregnet. Im Hochgebirge hat es reichlich geschneit, 20 bis 40 cm Neuschnee sind gefallen, am meisten in den westlichen und südlichen Julischen Alpen. Viele Verwehungen und Schollen, ausgehauene Stellen sind stellenweise vereist. Schnee ist nur oberhalb ca. 2200 m völlig trocken, tiefer wird er zunehmend nass. Im Mittelgebirge ist die Schneedecke sehr nass, stellenweise hat sie sich auch stark gesetzt und geschmolzen.
Voraussichtliche Wetterentwicklung
Heute weiter bewölkt und neblig mit vereinzelten Niederschlägen, die abends wieder zunehmen und sich über alle Gebirge ausdehnen werden. Die Schneefallgrenze senkt sich langsam. In der Nacht zum Samstag Schnee bis in die Tieflagen. Wind nur schwach bis mäßig. Samstag nehmen die Niederschläge morgens ab und hören nachmittags auf. Zunächst noch bewölkt und neblig, nachmittags Aufklarung. Deutlich kälter. Auf 1500 m ca. -5 °C, auf 2500 m ca. -8 °C. Sonntag erreicht eine sehr trockene Luftmasse die Berge, klar. Im Hochgebirge meist schwacher Nordwestwind, tiefer sehr wenig Wind. Morgens im Mittel- und Hochgebirge Temperaturen nahe -10 °C, tagsüber deutliche Erwärmung. Auf 1500 m mittags ca. -1 °C, auf 2500 m ca. -4 °C. Die Temperaturumkehr verstärkt sich. Montag teilweise klar, vormittags gelegentlich verstärkte cirrusartige Bewölkung. Schwacher West- bis Südwestwind. Temperatur im Mittel- und Hochgebirge um den Gefrierpunkt. Sehr trockene Luftmasse hält weiter an.
Tendenz der Schneelage
Bis samstags nachmittags insgesamt 10 bis 30 cm trockener Schnee, mehr in höheren Lagen. Im Hochgebirge schneit es meist auf weiche und lockere Unterlage, tiefer auf nass, dort verbindet sich der Schnee besser. Während des Schneefalls schwacher Wind, daher meist keine neuen Schneeverwehungen zu erwarten. In Lagen, wo heute geregnet hat, verschlechtert Neuschnee die Lawinenlage kaum, da zu wenig und die Bindung zwischen Unterlage und Neuschnee relativ gut. Höher erhöht Neuschnee die Gleitmoglichkeit leicht. Im Hochgebirge anspruchsvolle Lage, durch Neuschnee schwer erkennbare Gefahr. Bei Abkühlung mehr vereiste Flächen, hohe Rutschgefahr. Sonntag und Montag wärmer, aber sehr trockene Luft, Lawinenlage ändert sich kaum. Auf der Schneedecke bildet sich eine Oberkruste.
Nächste Ausgabe: Montag, 19.12.2022
Quelle: ARSO