16.03.2018
Allgemeines Gefahrenlage - Freitag, 16. 3. 2018
Gefahr ist 3. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - BEACHTLICH.
Hauptproblem: Neuschnee, Nasses Schnee, schwache Schichten
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Lawinengefahr ist derzeit BEACHTLICH, 3. Stufe. Dies gilt vor allem für Julische Alpen und westliche Karawanken, wo in der vergangene Nacht mehr Schnee gefallen ist. Anderswo in unseren Bergen ist die Gefahr MODERAT, 2. Stufe. Besonders gefährdet sind steile Hänge und Bereiche mit windgepresstem Schnee. Dort kann bereits bei geringer Belastung der Schnee Decke eine Lawine ausgelöst werden. Bei möglichem Sonnenschein erhöht sich die Gefahr mittags und nachmittags leicht. Von steilen, grasbewachsenen Hängen unter ca. 1500 m können auch einzelne Grundlawinen abgehen, vor allem mittags und nachmittags, auch in tieferen Lagen, wo die etwas dünnere Schneedecke durch Erwärmung und Regen bis zum Boden durchnässt ist.
Schneelage
In der Nacht sind in den Julischen Alpen und westlichen Karawanken 10 bis ca. 30 cm Schnee gefallen, den der Südwestwind stark verteilt hat. Anderswo in unseren Bergen waren die Niederschläge deutlich geringer, ca. 5 cm Neuschnee. Die Schneegrenze lag im Westen zwischen 900 und 1200 m, östlich etwas höher. Im Hochgebirge über ca. 1500 m hat sich der Neuschnee nicht gut mit der meist krustigen Unterlage verbunden. Tiefer, wo geregnet wurde, hat der Regen die Schneedecke zusätzlich durchtränkt. Unter ca. 1500 m ist die Schneedecke also krustig, nass und aufgeweicht, höher ist es alte, meist krustige Unterlage, nur in schattigen Lagen ist alter Schnee stellenweise weich. Im westlichen Teil unserer Berge ist Neuschnee weich und locker und an windexponierten Stellen bis zur alten Unterlage weggeweht. Viele Verwehungen.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute vormittags hören die Niederschläge meist auf, nachmittags reißt die Bewölkung auf. Bewölkter bleibt es im Bereich der Julischen Alpen, wo früh nachmittags noch ein Schauer möglich ist. Vormittags dreht der Südwestwind auf Nordwest. Gefriergrenze in 1700-1800 m. Nachts von Süden hin zunehmend bewölkt, morgen vormittags breiten sich Niederschläge von Süden über ganz Slowenien aus. Schneefallgrenze zunächst zwischen 700 und 900 m, sinkt tagsüber langsam, abends lokal bis in Tieflagen möglich. Abkühlung. Winde aus Ostrichtungen. Niederschläge abends und in der Nacht auf Sonntag nachlassend. Sonntag bewölkt und neblig, stellenweise leichter Schneefall. Nachmittags hört leichter Schneefall meist auf. Schwache Winde wechselnder Richtungen. Montag meist bewölkt und trocken. Kalt, Winde von Südost bis Nordost.
Tendenz der Schneelage
Die Schneedecke unter ca. 1600 m setzt sich heute noch ab und taut, höher bei negativen Temperaturen wandelt sie sich nur langsam um. Wind transportiert Schnee in Verwehungen. Morgen Neuschnee und Abkühlung verändern Lawinenlage. Über ca. 900 m nur Schnee. In großen Teilen unserer Berge über ca. 900 m 20-30 cm Schnee, stellenweise mehr. Über ca. 1200 m trockener Schnee, unter Neuschnee bleibt schwache Schicht, auf der Neuschnee in nächsten Tagen abrutschen kann. Da trocken, transportiert Wind ihn und bildet neue Verwehungen. Tiefer verbindet sich Schnee zunächst gut mit Unterlage, bei Abkühlung friert durchnässte Unterlage ein und wird stabiler. Lawinengefahr bleibt BEACHTLICH 3. Stufe, in tieferen Lagen friert alter Schnee bei Abkühlung ein, Neuschnee zu wenig für erhöhtes Abrutschrisiko.
Nächste Ausgabe: Montag, 19. 3. 2018
Quelle: ARSO