17.11.2020
Die Lawinengefahr beträgt Stufe 2 auf der europäischen Fünfstufen-Skala – MODERAT.
Hauptproblem: verharschter Schnee, Neuschnee
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr ist derzeit in der Hochgebirgsregion MODERAT, Stufe 2. Besonders gefährdet sind windverfrachtete Stellen, wo genügend Schnee für kleine Plattenlawinen vorhanden ist. Auch seltene steilere Hänge sind gefährlicher, wo Schnee auf alte Schneedecke gefallen ist und die neue Schneedecke vorerst noch schlecht verankert ist. An windoffenen Stellen ist die Schneedecke vereist und rutschgefährlich. Unter ca. 2000 m dünnt die Schneedecke schnell aus, dort ist die Lawinengefahr GERING, Stufe 1. Aufgrund der Abkühlung ist es aber noch vielerorts vereist.
Schneelage
Nach längerer Trockenperiode ist gestern (Montag) in den Bergen Regen in Schnee übergegangen. Im Hochgebirge oberhalb ca. 2000 m sind 10 bis 40 cm Schnee auf meist kahlen Untergrund gefallen. Zunächst relativ feuchter, später zunehmend trockener Schnee. Weniger Schnee fiel diesmal in den westlichen und südlichen Julischen Alpen. Während des Schneefalls wehte mäßiger (an exponierten Stellen auch starker) Wind aus nördlicher Richtung. Dieser hat die Schneedecke umverteilt, die nun ziemlich ungleichmäßig ist, stellenweise bis auf kahlen Untergrund weggeweht. Südlich von Graten und Sätteln hat der Wind Platten und Dünen gebildet, hier sind die gefährlicheren Bereiche, wo kleine Plattenlawinen ausgelöst werden können. Unter 2000 m fiel meist feuchterer Schnee, der später durch Abkühlung vereiste und sich relativ gut mit dem Untergrund verbunden hat. Unter 1500 m schneite es nur in den östlichen Karawanken, stellenweise in den Kamnik-Savinja-Alpen und auf dem Pohorje.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute (Dienstag) hat es sich bereits aufgelichtet. Auch tagsüber meist klar mit etwas wechselnder Bewölkung. Es weht schwacher bis mäßiger Nordostwind. In 1500 m ca. 3, in 2500 m -2 °C. Mittwoch größtenteils klar. Zunächst schwacher Wind aus nördlichen Richtungen, nachmittags drehend auf West. Deutlich wärmer. Temperatur in 1500 m ca. 7, in 2500 m ca. 4 °C. Auch Donnerstag klar in den Bergen, bis ca. 700 m niedrige Bewölkung den Großteil des Tages. Schwacher Wind wechselnder Richtung. Noch etwas wärmer. Freitag erreicht uns deutliche Abkühlung mit nur geringen Niederschlägen. Mäßiger bis starker Nordostwind. Die 0-°C-Grenze sinkt tagsüber unter 1500 m. Samstag größtenteils sonnig, kalt und windig. Sonntag rasch wärmer. Größere Niederschläge erwarten wir vorerst nicht.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Die Schneedecke wird Mittwoch und Donnerstag vor allem auf steilen Südhängen schneller umwandeln. Unter 2000 m taut Schnee auch ab. Es sind kleinere Nassschneelawinen besonders auf steileren grasbewachsenen Hängen möglich, gefährlicher bleiben aber windverfrachtete Stellen. Die Lawinengefahr bleibt im Hochgebirge MODERAT, Stufe 2. Freitag stabilisiert sich die Schneedecke durch Abkühlung gut, Lawinengefahr NIMMT AB. Im Hochgebirge nehmen vereiste Stellen zu, Rutschgefahr ist dann GROSS. Wegen der geringen Schneedecke pausieren wir die Bulletinaktualisierung vorübergehend. Bei größerem Schneefall nehmen wir die Veröffentlichung wieder auf.
Nächste Ausgabe: Montag, 30.11.2020
Quelle: ARSO