17.12.2010
Im kalten und trockenen Wetter haben sich die Schneedecken in den Bergen kaum verändert. Die Oberkruste hat sich verstärkt, Tiefenreif war besonders in Frostmulden und Gräben möglich.
In den Julischen Alpen auf 2500 m ca. 320 cm Schnee, auf 1500 m ca. 100 cm. Andereswo in unseren Bergen auf 1500 m ca. 30 cm Schnee. In 1000 m Seehöhe an vielen Stellen frei, anderswo bis ca. 20 cm Schnee. Die Schneedecke ist krustig, auf der Kruste bis 15 cm Pulverschnee, der an vielen Stellen vollständig weggeweht ist. Die Kruste hält nun meist das Gewicht eines Menschen, oberhalb ca. 2300 m bricht sie hauptsächlich ein. Vor allem an windexponierten Stellen ist die Oberfläche vereist. In leichten Lagen oberhalb 2300 m ist der Schnee stellenweise weicher geblieben.
Lawinengefahr derzeit im Hochgebirge 2. Stufe, tiefer 1. Stufe. Im Hochgebirge können auf steileren Hängen und Stellen mit gewindetem Schnee unter höherer Zusatzbelastung kleine Lawinen aus teilweise gebundenem Schnee ausgelöst werden. Tiefer ist die Schneedecke stabil. Vor allem an windexponierten Hängen Gleitrisiko durch vereiste Oberfläche.
Lawinengefahr steigt in der Nacht auf Samstag durch Schneefall. Auf meist krustigem Untergrund fällt trockener Schnee, der sich nicht mit dem Untergrund verbindet. Nur wo Pulverschnee auf der Kruste liegt, ist die Bindung besser. Bis Samstagvormittag fallen 15 bis 25 cm trockener Schnee, den der vorherrschende Ostwind stark in Windkissen treibt. Lawinengefahr steigt auf 3. Stufe. Noch mehr Schnee, lokal über 30 cm, fällt in Süd-Slowenien. Auch dort erhöht sich auf steilen, grasigen Hängen die Möglichkeit von Gleitschneelawinen, auch in tieferen Lagen. An windexponierten Stellen in den Bergen Gleitrisiko.
Sonntag und Montag trocken. Nach und nach strömt wärmere Luft zu, Montag steigt die Schneegrenze über 1300 m.
Bis Dienstag nimmt Lawinengefahr leicht ab.
Nächster Bericht Dienstag, 21. Dezember.
Allgemeine Lawinenlage beträchtlich, d.h. 3. Stufe nach europäischer 5-stufiger Skala.
Quelle: ARSO