17.03.2023
Allgemeine Gefahrenstufe - Freitag, 17. 3. 2023
Gefahrenstufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Windschnee, Nassschnee
Gefahrenmuster: Frühlingssituation
Risikobewertung
Die Lawinengefahr ist derzeit in den Julischen Alpen oberhalb etwa 1900 m ERHEBLICH (erheblich), Stufe 3, anderswo meist MÄSSIG, Stufe 2. Besonders gefährlich sind steile Südhänge, wo durch Erwärmung spontane Nassschneelawinen zu erwarten sind. Im Hochgebirge, besonders in Mulden, liegt Windschnee, bei stärkerer Belastung können kleinere Plattenlawinen ausgelöst werden. Windexponierte Lagen sind bis auf alten, gefrorenen Untergrund abgetragen, dort besteht Auftrittsgefahr.
Schneelage
Heute (Freitag) hat es in den Bergen deutlich aufgeklart. Die Nullgradisotherme ist über unsere höchsten Gipfel gestiegen. Besonders an steilen Südlagen im Hochgebirge ist der zu Wochenbeginn gefallene Schnee durchnässt und instabil geworden. In schattigeren Lagen wandelt sich der Schnee durch die trockene Luft deutlich langsamer um. Vor allem an Süd- und Westseiten von Graten und Pässen gibt es Bereiche mit Windschnee, der sich bereits etwas mit dem Untergrund verbunden hat. Die Oberflächenschicht der Schneedecke ist weich und stellenweise krustig. Windexponierte Lagen sind bis auf alten Untergrund abgetragen, der hart und stellenweise vereist ist. Im Mittelgebirge gibt es immer mehr kahle Stellen.
Erwartete Wetterentwicklung
Am Freitag und Samstag setzt sich weitgehend klares Wetter fort, gelegentlich etwas mehr hohe Bewölkung. Es weht schwacher Südwestwind, der sich am Samstag etwas verstärkt. Mittags Temperatur bei 1500 m ca. 5, bei 2500 m ca. 3 °C. Am Sonntag nimmt die mittlere und hohe Bewölkung zu. Noch immer schwacher bis mäßiger Südwestwind. Temperatur bei 1500 m ca. 6, bei 2500 m ca. 1 °C. In der Nacht zum Montag und vormittags Montag lokal Niederschlag möglich. Am Tag teilweise Aufklarung.
Tendenz der Schneelage
Sonne und Erwärmung beeinflussen Schneehülle und Lawinenlage. Die Schneedecke benetzt sich an sonnigen Lagen tagsüber und gefriert nachts. Die Kruste verstärkt sich. In schattigen Lagen bleibt der Schnee meist trocken. Tiefer hin schmilzt auch Schnee ab. Die Lawinenlage verändert sich tagsüber. Ab späten Vormittag bis späten Nachmittag steigt auf steilen Südhängen die Möglichkeit spontaner Lawinen von gebundenem oder lockerem Nassschnee. Die Gefahr im Hochgebirge der Julischen Alpen ist samstags ERHEBLICH, Stufe 3, sonst bleibt sie MÄSSIG, Stufe 2. Eine Lawine kann dort in dieser Zeit auch bei geringerer Belastung der Schneedecke ausgelöst werden. Nordhänge sind sicherer, dort vor allem auf Platten und schwache Schichten in der Schneedecke achten.
Nächste Ausgabe: Montag, 20. 3. 2023
Quelle: ARSO