17.04.2023
Allgemeine Gefahrenstufe - Montag, 17. 4. 2023
Die Gefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - BEACHTLICH.
Hauptproblem: Windlagerungen, nasser Schnee
Gefahrenmuster: Frühjahrssituation
Risikobewertung
Die Lawinengefahr liegt im Hochgebirge oberhalb ca. 1800 m ü. M. BEACHTLICH (erheblich), Stufe 3, unterhalb ca. 1800 m, wo noch alter Schnee liegt, überall MÄSSIG, Stufe 2. Besonders gefährdet sind steile Hänge im Hochgebirge sowie Windlagerungsstellen, wo schon bei geringer Belastung eine Windkissenlawine ausgelöst werden kann. Instabile Schneedeckenbereiche sind schwer zu erkennen. Im Mittelgebirge fiel zunächst eher südlicher Schnee, der sich etwas besser an die Unterlage gebunden hat. Vor allem in den westlichen Julischen Alpen bei etwas weniger bewölktem Wetter tagsüber wirkt auch die Sonne etwas stärker destabilisierend auf sonnseitige Hänge tagsüber. Spontane Lawinenablagen werden kaum erwartet, möglich sind vor allem einzelne kleine bis mittelgroße Lawinen von steilen Hängen oder Mulden mit Windlagerungen.
Schneelage
Die Schneegrenze liegt heute bei ca. 1900 m ü. M. Höher bleibt der Schnee weich, tiefer bildet sich leichte Kruste und friert nachts. Es entsteht Kruste, im Hochgebirge stellenweise Windkruste. Windexponierte Bereiche sind ausgefegt und stellenweise hart. Schneehöhe ist uneinheitlich, Schneelage hängt weitgehend von Höhenlage, Wind- und Sonnexposition ab.
Erwartete Wettersituation
Dienstag etwas Sonne vor allem in den westlichen Julischen Alpen, sonst meist bewölkt und teils neblig. Keine nennenswerten Niederschläge. Meist schwacher Nordostwind. Mittwoch wechselnd bis meist bewölkt. Vor allem nachmittags lokale Schauer, oberhalb ca. 1500 m Schneeschauer. Schwacher Wind wechselnder Richtungen. Donnerstag bewölkt und neblig. Gelegentlich lokale Niederschläge, teils Schauer, wahrscheinlicher im westlichen und zentralen Teil unserer Berge sowie häufiger mittags und nachmittags. Vor allem in den Julischen Alpen bis 10 cm Neuschnee möglich. Schwacher Wind meist Südost- oder Südwinde.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Schneigeometrie und Lawinenlage ändern sich bis Donnerstag nicht wesentlich. Auch Neuschnee Donnerstag verändert die Lage nicht maßgeblich. Lawinenauslösungsgefahr bleibt somit oberhalb ca. 1800 m ü. M. BEACHTLICH (erheblich), Stufe 3, tiefer MÄSSIG, Stufe 2. Im Hochgebirge stellen frische Windlagerungen die Hauptgefahr dar, wo schon geringe Belastung Windkissenlawinen auslösen kann. Die Bedingungen sind anspruchsvoll. Auch tiefer ist hohe Vorsicht geboten, besonders bei möglichem Sonnenschein.
Nächste Ausgabe: Donnerstag, 20. 4. 2023
Quelle: ARSO