18.01.2024
Allgemeine Lawinenstufe - Donnerstag, 18.1.2024
Gefahr Stufe 3 auf der europäischen 5-stufigen Skala - BEACHTLICH.
Hauptproblem: Nasser Schnee, Windschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Lawinengefahr zwischen ca. 1700 und 2100 m Seehöhe BEACHTLICH, Stufe 3, oberhalb ca. 2100 MAßIG, Stufe 2, tiefer GEHEND, Stufe 1. Durch Regen und Erwärmung ist die Schneedecke durchnässt und labil geworden, daher sind von steilen Hängen und in Mulden spontane Nassschneelawinen möglich. Unter ca. 1700 m ist deutlich weniger Schnee, höher ist nicht so viel Neuschnee, dass die Lawinengefahr stark zunimmt. Oberhalb 2100 m Seehöhe sind neue Platten entstanden, die auf steilen Hängen potenziell gefährlich sind. Mehr davon auf nördlichen und östlichen Seiten von Graten und Sätteln.
Schneelage
Im Hochgebirge oberhalb ca. 2100 m ist der Schnee trocken geblieben, Neuschnee ist gefallen. Neuer Schnee ist weich, Unterlage meist krustig, stellenweise hart und vor allem an windexponierten Stellen ausgetragen und vereist. Tiefer ist Schnee nass, durchweicht und aufgeweicht. Wo wenig Schnee liegt, ist er bis zum Boden durchnässt. Nur in den östlichen Karawanken und auf dem Pohorje fiel sehr wenig Regen, daher ist dort der Schnee hauptsächlich durch Erwärmung schwer geworden.
Erwartete Wettersituation
Heute Nachmittag vorübergehend etwas Sonne. Südwestwind. Schneehöhe ca. 2100 m. In der zweiten Nachthälfte zum Freitag bedecken Niederschläge ganz Slowenien von Norden. Es kühlt schnell ab, Schneefallgrenze sinkt bis morgens in die Ebene. Temperatur unter null. Mäßiger Nord- bis Nordostwind. Auch Mittelgebirge wird schneebedeckt, wo Wind Anrauhungen bildet. Nachmittags hört Schneefall auf. In der Nacht zum Samstag Aufklarung, Samstag klar und kalt. Mäßiger Nordostwind. Sonntag meist klar und kalt, in Höhen etwas wärmer.
Tendenz der Schneelage
Schnee- und Lawinenlage verändert sich durch Schneefall und starke Abkühlung erheblich. Erwartet 20 bis 40 cm Neuschnee. Im Hochgebirge, wo heute schon geschneit hat, verbindet sich Neuschnee wahrscheinlich mit Altem zu einer Schicht trockenen Schnees, die durch härteren Untergrund potenziell instabil wird. Nordwind verschlechtert durch neue Windschneeinseln auf südseitigen Hängen. Unter ca. 1700 m, wo wenig Schnee liegt, fällt Neuschnee auf nassen Untergrund, der schnell zufriert. Auch dort Anrauhungen, auch im Mittelgebirge und Hügelland. In mittleren Lagen bessere Bindung zwischen Untergrund und Neuschnee als im Hochgebirge, aber dünnere Neuschneeschicht, da heute dort geregnet. Lawinenlage verschlechtert sich. Hauptgefahr steile Hänge, wo zunächst Trockenschneelawinen abgehen können, und Windschneeinseln, wo ihr schon bei geringer Belastung Plattenlawinen auslösen könnt. Im Mittelgebirge und tiefer Lawinengefahr MAßIG, Stufe 2, aber auch dort auf steilen grasigen Hängen Neuschnee abrutschen, kleine Platten stellenweise. Durch Kälte ändert sich Lage Ende Woche kaum, erst mit Zufluss wärmerer Luft Anfang Woche festigt und umbildet sich Schnee schneller.
Nächste Ausgabe: Freitag, 19.1.2024
Quelle: ARSO