18.02.2022
Allgemeine Gefahrenstufe - Freitag, 18. 2. 2022
Die Gefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünfstufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: schwache Schichten, Windschnee, Neuschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr ist in den Julischen Alpen sowie in den westlichen und zentralen Karawanken oberhalb ca. 1500 m ERHEBLICH, Stufe 3, vor allem nimmt die Gefahr spätvormittags und nachmittags durch Sonneneinwirkung zu. Tiefer und im übrigen Teil unserer Berge MODERAT, Stufe 2. Gefährlich sind windgepresste Stellen und steile Hänge, wo sich durch schwache Schicht unter dem neueren Schnee von ausreichend steilen Hängen spontan kleine und einzelne mittelgroße Lawinen lösen können. Bereits bei geringer Zusatzbelastung der Schneedecke können Sie auch Plattenlawinen auslösen. Windexponierte Lagen sind stark ausgefegt, dort besteht Sturzgefahr.
Schneelage
Bei Erwärmung und Sonnwetter hat sich die obere, neuere Schicht der Schneedecke durchweicht und etwas abgesetzt, am stärksten an sonnenexponierten Hängen. Nachts ist eine Kruste entstanden. Nur in schattigen Hochlagen ist die obere Schicht weich und trocken. Windexponierte Stellen sind bis zur alten, harten und vereisten Unterlage ausgefegt. Schnee ist in den Bergen relativ wenig. Von steilen Hängen haben sich Neuschneelawinen gelöst, zahlreiche kleine und einzelne mittelgroße.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute meist klar, gegen Mittag bewölkt sich vor allem in den Hügeln der Notranjska und nördlichen Primorska sowie im Südwestteil der Julischen Alpen. Auch an den Graten der Kamnisko-Savinjska Alpe und Karawanken können Wolkenkappen auftreten. Der Südwestwind nimmt zu und behindert ab mittlerem Nachmittag bereits die Fortbewegung auf exponierten Stellen. Nullgradgrenze um 1900 m, nachmittags etwas höher. Morgen bewölkt und neblig. Niederschläge treten zuerst im Gebiet Snežnik und oberen Posočje auf, nachmittags allmählich auch anderswo. Zunächst weht starker Südwestwind, der tagsüber nachlässt. Schneefallgrenze steigt zuerst auf ca. 1400 m, nachmittags sinkt sie. Niederschläge enden im Alpenraum bereits abends, weiter südlich in der Nacht zum Sonntag. Sonntag mäßig bis meist bewölkt, wieder etwas milder. Südwestwind setzt ein. Montag bewölkt mit leichtem Schneefall in Hügeln und Bergen.
Tendenz der Schneelage
Heute setzt sich der Schnee weiter ab und umwandelt sich und rutscht auf steilen, vor allem sonnigen Hängen. Nachts friert er wegen Wind und Bewölkung nur oberhalb der Nullgradgrenze ein, tiefer nicht. Bis Samstagnacht fallen voraussichtlich 10 bis 20 cm Schnee, der die obere Schneedeckenschicht zusätzlich belastet, unter der eine schwache Schicht liegt. Daher steigt wieder die Möglichkeit spontaner Ablösung der oberen Schneedeckenschicht von steilen Hängen. Wegen starkem Südwestwind entstehen neue Platten. Sonntag durchweicht sich der Neuschnee bei Erwärmung und haftet teilweise besonders im Mittelgebirge und an sonnenexponierten Hochlagen, sodass Sie rasch Plattenlawinen aus einer teilhaft haftenden Schicht über der schwachen Schicht alten Schnees auslösen können. Die Bedingungen sind anspruchsvoll. Montag ändern sich Lawinen- und Schneelage kaum, da Neuschneemenge gering. Ende Woche seien Sie sehr vorsichtig. Verweilen Sie nicht unter steilen Hängen und meiden Sie sie auch beim Überqueren. Wählen Sie lawinensichere Bereiche. Nächsten Lawinenbericht geben wir am Montag, 21.2.2022 heraus.
Nächste Ausgabe: Montag, 21. 2. 2022
Quelle: ARSO