19.02.2016
LAWINENGEFAHRBEWERTUNG
Die Lawinengefahr ist in einem Großteil unserer Berge noch immer erheblich!!
Oberhalb der Waldgrenze 3. Stufe, in niedrigeren Lagen meist 2. Stufe.
Von Mittag bis heute Morgen fielen 5 bis ca. 30 cm Neuschnee, am meisten in den Julischen Alpen. Zunächst war der Südostwind noch recht stark und transportierte Schnee in Verwehungen und baute Lawinenbalken auf. Nullgradgrenze über 1600 m. Schnee in höheren Lagen noch recht trocken und leicht sowie schlecht verbunden mit dem Vorfeld, unter 2000 m allmählich feuchter.
Die Schneedecke besteht aus einer großen Anzahl von Schichten, von denen einige untereinander noch schlecht verbunden sind. Oberhalb ca. 1800 m sind aufgrund größerer Mengen angewehten und noch unverarbeiteten Schnees spontane Ausrisse einzelner kleiner Lawinen weiterhin möglich, und auf vielen ausreichend steilen Hängen können bei geringer Belastung auch größere Plattenlawinen ausgelöst werden.
SCHNEEVERHÄLTNISSE und AKTUELLER SCHNEEZUSTAND
Die Schneedecke hat sich zwar etwas abgesetzt, ist aber noch weich und oberhalb ca. 2000 m locker und meist trocken. Viele Verwehungen und Balken, an windexponierten Stellen stark ausgehärtet. Wegen bewölktem Wetter noch keine deutliche Kruste. Unter ca. 2000 m hat sich der Schnee durch höhere Temperaturen und Bewölkung schon stark angenässt, ist aber noch nicht tief durchnässt; dies wird durch teilweise sonniges Wetter vor allem an sonnigen Hängen bis Wochenende eintreten. Übergangswärme am Sonntag wird die Decke zusätzlich anfeuchten.
In Julischen Alpen und westlichen Karawanken auf 2500 m bis ca. 260 cm Schnee, auf 1500 m 200 bis ca. 230 cm, auf 1000 m 20 bis ca. 50 cm. Sonst in unseren Bergen auf 1500 m 50 bis 130 cm Schnee. Schneedecke beginnt in recht unterschiedlichen Höhen, aber nennenswerte Schneemengen meist oberhalb ca. 1000 m, im Nordwesten auch tiefer.
ERWARTETE WETTERENTWICKLUNG
Heute meist bewölkt und neblig, lokal Schauer. Schneefall oberhalb ca. 900 m. Im Mittelland schwacher lokaler Wind, im Hochgebirge schwacher Westwind. Kühler, Temperatur auf 1500 m ca. -2, auf 2500 m ca. -8 °C.
Morgen zunächst meist bewölkt und neblig, stellenweise leichte Niederschläge möglich. Schneefall oberhalb ca. 900 m. Am Tag teilweise Aufklarung. Im Mittelland schwacher Südwestwind, im Hochgebirge Westwind nimmt tagsüber zu. Temperatur auf 1500 m ca. -1, auf 2500 m ca. -8 °C.
Sonntag teilweise klar und warm. Mäßiger Westwind.
ENTWICKLUNGSTENDENZ DER SCHNEEVERHÄLTNISSE
Die Schneedecke setzt sich langsam ab und wandelt sich um. Übergangskälte Samstag und wieder deutlich wärmer Sonntag - Nullgradgrenze steigt sogar über 3000 m, was zu starker Anfeuchtung und potenzieller Instabilität der Schneedecke beiträgt. In teilweise klaren Nächten bildet sich Kruste, die menschliches Gewicht nicht trägt. Zahlreiche Schneeschichten verbinden sich nur langsam. Differenz zwischen Sonn- und Schattlagen wächst - in Schattlagen im Hochgebirge bleibt Schnee meist unverarbeitet.
Im Berggebiet bleibt die Lawinengefahr daher noch eine Weile auf diesem Niveau.
Im Mittelland setzt sich die Schneedecke schnell ab und taut, auf steileren Hängen möglich auch kleine Nassschneelawinen.
Nächster Bericht erscheint MONTAG, 22.2.2016 vormittags.
Quelle: ARSO