19.05.2021
Die Lawinengefahr beträgt 3. Stufe auf der europäischen Fünfstufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Nassschnee, Neuschnee
Gefahrenmuster: Frühlingssituation
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr im Hochgebirge der Julischen Alpen oberhalb ca. 2100 m über dem Meeresspiegel ist ERHEBLICH, 3. Stufe, anderswo, wo noch genügend Schnee liegt, MODERAT, 2. Stufe. Oberhalb ca. 2100 m über dem Meeresspiegel liegt Neuschnee, der von steilen Hängen abrutschen kann. Heute und morgen erwarten wir einzelne spontane Lawinen, eine Lawine kann auch bei geringer Belastung der Schneedecke ausgelöst werden. Im Hochgebirge sind zahlreiche Windtransportlager entstanden. Tiefer unten hat Regen die alte Schneedecke aufgeweicht, die dadurch weniger stabil geworden ist, dort kann von steilen Hängen eine Nassschneelawine abgehen. Im Mittelgebirge taut und schrumpft der Schnee.
Schneelage
In der Nacht hat es zu schneien begonnen, die Schneefallgrenze ist auf ca. 1300 m über dem Meeresspiegel gesunken. Die 0-°C-Isotherme liegt morgens bei ca. 1500 m über dem Meeresspiegel. Schnee ist im Hochgebirge trocken und schlecht haftend am Untergrund, tiefer unten nass. Neuschnee im Hochgebirge 20 bis 40 cm, tiefer unten bis ca. 10 cm, aber vormittags schneit es noch vorwiegend. Starker Nordwind bildet Windlager. Unter der Schneefallgrenze ist alter Schnee aufgeweicht, sonst gut umgewandelt und verdichtet.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute bewölkt und neblig. Vormittags schneit es in den Bergen meist, nachmittags lässt der Schneefall nach. Wolkenbasis steigt, größere Aufhellungen bis abends sehr unwahrscheinlich. Es weht starker Wind aus nördlicher Richtung. Morgen ziemlich sonnig und etwas wärmer, 0-°C-Isotherme steigt auf ca. 2200 m über dem Meeresspiegel. Mäßiger Nordwind, der nachmittags nachlässt. Freitag teils klar mit gelegentlich zunehmender Kumulusbewölkung, etwas Bewölkung über den Gipfeln vor allem im Posočje. Mäßiger Südwestwind. Noch etwas wärmer. Samstag in den westlichen und südlichen Julischen Alpen bereits meist bewölkt und neblig entlang der Grate, stellenweise leichter Regen, oberhalb ca. 2000 m leichter Schneefall. Sonst weniger bewölkt und trocken.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Im Mittelgebirge schrumpft die Schneedecke weiter, Schnee friert aufgrund hoher Feuchtigkeit und starker Bewölkung in der Nacht auf Donnerstag nicht ein. Im Hochgebirge setzt sich der Neuschnee ab, rutscht aber zunächst von steilen Hängen ab, besonders donnerstags an sonnigen Hängen, wenn die Sonne ihn tagsüber weich macht. Lawinen können auch an windgepressten Stellen bei geringer Belastung der Schneedecke ausgelöst werden. Gefährlich sind steile und morgen sonnige Hänge oberhalb ca. 2100 m über dem Meeresspiegel oder sogar höher. Tiefer unten ist die Schneedecke meist verdichtet und umgewandelt und trotz Durchnässung ziemlich stabil. Auch im Hochgebirge nimmt die Lawinengefahr nach Donnerstag schnell ab.
Nächste Ausgabe: Freitag, 21.5.2021
Quelle: ARSO