1.03.2024
Allgemeine Gefahrenstufe - Freitag, 1. 3. 2024
Gefahr ist 3. Stufe auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - BEACHTLICH.
Hauptproblem: Schneebrett, nasser Schnee
Gefahrenmuster: Steile Hänge schneebedeckt
Gefahrenmuster: Regen
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlechte Verankerung frischen Schnees durch Wind
Risikobewertung
Lawinengefahr ist BEACHTLICH, 3. Stufe. Besonders gefährdet sind steile Hänge mit Schneebrett, wo bei stärkerer Belastung eine Plattenlawine ausgelöst werden kann. In den Bergen gibt es bereits leichten Niederschlag, oberhalb ca. 2000 m als Schnee. Tiefer können sich vor allem an steilen unbewachsenen Hängen noch Lawinen von nassem Zerschliffschnee lösen. Diese Gefahr nimmt mit der Abkühlung während des heutigen Tages ab, weshalb die allgemeine Gefahr bereits nachmittags MODERAT, 2. Stufe, sein wird. Neuer Schnee bis Samstagabend erhöht die Lawinenauslösungsgefahr nicht wesentlich; sie steigt in der Nacht auf Sonntag durch Bildung neuer Schneebretter mit aufkommendem Südwestwind.
Schneelage
Mittwoch regnete es hoch, oberhalb 2200 m, die Schneedecke-Oberfläche feuchtete auf, an steilen Hängen lösten sich spontan kleine Lawinen von nassem Zerschliffschnee. Bei der heutigen Abkühlung friert die Schneedecke-Oberfläche oberhalb ca. 1500 m zu, es entsteht Regenerinde. Darauf fällt neuer Schnee. Die heutige Abkühlung stabilisiert die Schneedecke vorübergehend etwas. Im Hochgebirge bleiben dennoch vor allem steile Hänge mit Schneebrett gefährlich.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute, Freitag, bewölkt und neblig mit leichtem Niederschlag bis abends. Schwacher Ostwind. In der Nacht auf Samstag setzt schwacher Südwind ein. Samstagmorgen meist trocken, Gipfel der Südlichen und Westlichen Julischen Alpen in Wolken, anderswo zunächst weniger Bewölkung. Mittags verstärkt sich der Südwestwind, überall bewölkt es sich, Niederschlag setzt wieder ein und hält bis Sonntagmorgen an. Sonntag wahrscheinlich trockener, im Osten gelegentlich sonnig. Verstärkter Südwestwind, an exponierten Stellen über 60 km/h. Heute tagsüber etwas Abkühlung in den Bergen, Temperatur ändert sich danach bis Montag kaum. Nullgradgrenze zwischen 1500 und 1800 m, in 2000 m -1 bis -2, in 2500 m weitere 2 bis 3 Grad niedriger. Meist schneit es oberhalb 1500 m, stellenweise auch tiefer. Entwicklung in der Nacht auf Montag unklar - vielleicht trocken, vielleicht mehr Neuschnee.
Tendenz der Schneelage
Bis Sonntagmorgen fallen oberhalb 1500 m 20-30 cm Schnee, in Westlichen und Südlichen Julischen Alpen möglicherweise über 40 cm. Niederschläge leicht, aber häufig. Auslösungswahrscheinlichkeit sinkt heute durch Abkühlung etwas, Neuschnee bis Samstagmorgen erhöht Gefahr nicht wesentlich. Verstärkter Südwestwind ab Nacht auf Sonntag transportiert Neuschnee und baut Bretter auf, Gefahr steigt dann. Gleichzeitig kann zwischen feuchtem Alt- und neuem trockenem Schnee Scherverband entstehen, der die Verankerung des Neuschnees an die Basis allmählich mindert. Schneelage ab Sonntagnachmittag noch nicht sicher prognostizierbar, nicht ausgeschlossen etwas stärkere Schneefälle in der Nacht auf Montag.
Nächste Ausgabe: Montag, 4. 3. 2024
Quelle: ARSO