20.01.2014
Am Samstag und Sonntag war es in den Bergen bewölkt und neblig mit Niederschlägen. Die Schneefallgrenze schwankte zwischen 1200 und 1800 m. Es wehte ein starker Wind aus südlichen Richtungen, der oberhalb 2000 m Schnee transportierte und Windschneeablagerungen an den nördlichen und östlichen Seiten von Graten und Übergängen bildete.
Die Hangnull war am Donnerstag noch um 1300 m und stieg übers Wochenende auf ca. 2000 m. Die alte Schneedecke setzte sich ab, durchfeuchtete sich und wandelte sich langsam um, oberhalb ca. 1800 m, besonders in den Julischen Alpen, verdickte sie sich auch deutlich. Heute gibt es keine nennenswerten Niederschläge mehr.
In den Julischen Alpen oberhalb 2000 m fiel seit Freitag täglich mindestens ca. 30 cm, insgesamt lokal über 1 m, in den westlichen Julischen Alpen sogar deutlich mehr Neuschnee! Auch in den Kamnisch-Savinjer Alpen oberhalb 2000 m lokal bis über 70 cm. Sonst in den Bergen und unter 2000 m dazwischen viel Regen und stellenweise Graupel, oberhalb ca. 1500 m bis zu einigen Dutzend cm nassen Schnee.
Am meisten Schnee oberhalb 2000 m in den westlichen Julischen Alpen mit über 350 cm, sonst in den Julischen Alpen bis ca. 300 cm, in höheren Lagen der Karawanken und Kamnisch-Savinjer Alpen lokal ca. 200 cm.
Auf 1500 m in den Julischen Alpen bis ca. 150 cm, sonst weniger. Der Schnee ist hier meist weich und durchweicht und reingeht tief. Viele Windschneeablagerungen, auf windexponierten höheren Lagen ist der Schnee stark ausgehärtet.
Die Lawinengefahr beträgt im Hochgebirge der Julischen Alpen 4. Stufe, sonst auf Gebieten mit konsolidierter Schneedecke 3. Stufe, in niedrigeren Lagen mit weniger Schnee 1. Stufe.
Die Schneedecke ist potenziell instabil und kann sich bereits bei geringer Zusatzbelastung lösen. Es sind auch spontane Ausrisse kleiner und mittelgroßer Lawinen auf ausreichend steilen Hängen zu erwarten.
Besonders gefährdet sind steilere Hänge, unter 2000 m kann zunächst der durchweichte Schneedecke auch bei geringeren Neigungen selbständig in Bewegung geraten.
Ab heute bis Wochenende sind Niederschläge selten und gering. Winde schwach, zunächst ostwärts, ab Mitte der Woche wieder hauptsächlich aus Südwesten.
Die Temperaturen sinken allmählich, die Hangnull Mittwoch bei ca. 1300 m, bis Freitag bei ca. 800 m. Die Schneedecke setzt sich vor allem unter 2000 m ab und wandelt sich allmählich um, in höheren Lagen langsamer.
In den nächsten Tagen daher noch hohe Lawinengefahr besonders in höheren Lagen der Julischen Alpen, westlichen Karawanken und Kamnisch-Savinjer Alpen. Aufenthalt im Hochgebirge gefährlich.
Das nächste Bulletin zum Schneedeckenzustand wird am Mittwoch, 22.1.2014, herausgegeben.
Die allgemeine Lawinengefahr ist gross, d.h. 4. Stufe nach der europäischen 5-stufigen Skala.
Schneehöhe:
300 cm Kredarica (2515 m)
145 cm Vogel (1540 m)
20 cm Krvavec (1740 m)
2 cm Rateče (864 m)
Quelle: ARSO