20.01.2021
Die Gefahr ist Stufe 2 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala – MÄSSIG.
Hauptproblem: Windschnee, schwache Schichten, Neuschnee, Nasseschnee
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr ist derzeit meistens überall MÄSSIG, Stufe 2. Die Schneedecke hat sich in den vergangenen Tagen etwas stabilisiert. Besonders gefährlich sind noch schattige und steile Hänge sowie Stellen mit Windschnee und Mulden, in denen Schnee aufgetürmt ist. Dort können vor allem bei starker Belastung Plattenlawinen ausgelöst werden. Spontane Lawinen sind unwahrscheinlich.
Schneelage
Die Schneedecke ist meist krustig. Die Kruste entstand im Hochgebirge hauptsächlich durch Wind, tiefer durch Regelfrieren, tägliche Sonneneinwirkung und nächtliches Einfrieren. Nur in geschützten schattigen Lagen ist der Schnee noch weich. Der Schnee ist noch meist trocken und vereist, nur im Mittelgebirge bis ca. 1100 m Seehöhe hat er sich durch die Erwärmung durchweicht, im Osten viel höher. In den nächsten Tagen werden die Lawinenlage SICH SCHNELL ÄNDERN.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute in den Karawanken, nördlichen Julischen Alpen und auf dem Pohorje teils sonnig, sonst bewölkt und neblig, höhere Gipfel können stellenweise über den Wolken liegen. In westlichen Julnern und Vorbergen stellenweise leichter Niederschlag. Es weht kräftiger bis starker Südwestwind. Morgen meist bewölkt und teils neblig, weht kräftiger bis starker Südwestwind. Besonders in Julnern und Vorbergen gelegentlich leichter Niederschlag, Schneefallgrenze zwischen 900 und 1200 m ü. M. Freitag bewölkt und neblig. Niederschläge verstärken sich im Westen und breiten sich ostwärts aus. Schneefallgrenze zwischen 900 und 1400 m, in der Nacht zum Samstag sinkend. Südwestwind nimmt nachmittags vorübergehend ab. Samstag bewölkt und neblig, Niederschläge vormittags nachlassend und tagsüber vielerorts endend. Wind nachlassend.
Tendenz der Schneelage
Die Schneedecke hat sich durch Tauwetter bis ca. 1100 m Seehöhe durchweicht, in östlichen Karawanken und auf dem Pohorje sogar bis ca. 1900 m. Heute im Westen noch keine nennenswerten Niederschläge. Schnee unter 0°C-Isotherme nass und schneller verdichtend, höher keine wesentlichen Veränderungen. Morgen setzt sich dieser Trend fort, Tauwetter reicht etwas höher, auch im Westen bis ca. 1400 m Seehöhe. In westlichen Julnern und Vorbergen leichter Regen durchweicht die Schneedecke, die dadurch allmählich instabiler wird, höher im Westen bis ca. 20 cm Neuschnee auf meist krustiger Unterlage. Südwestwind transportiert ihn stark. Freitag reichlichste Niederschläge. Oberhalb ca. 1200 m bis Samstagmorgen in Julnern und westlichen Karawanken bis ca. 70 cm Schnee möglich, in Steirisch-Karnischen Alpen 30 bis 50 cm, weiter östlich etwas weniger. Durch starken Südwestwind bilden sich viele Platten und Verwehungen. Gefahr von Lawinen aus neuem, schlecht verfestigtem Schnee steigt, auf steilen grasigen Mittelgebirgsabhängen mögliche Grundlawinen von Nasseschnee. Die Lawinengefahr wird ERHEBLICH STEIGEN!
Nächste Ausgabe: Samstag, 23.1.2021
Quelle: ARSO