20.05.2019
Die Lawinengefahr liegt im 2. Grad der europäischen Fünf-Stufen-Skala – MODERAT.
Hauptproblem: schwache Schichten, Windschnee, Nassschnee, Neuschnee
Gefahrenmuster: Frühlingssituation
Gefahrenbewertung
Die Lawinengefahr im Hochgebirge oberhalb etwa 2000 m ist MODERAT, 2. Grad, tiefer in der Regel GERING, 1. Grad. Besonders gefährdet sind steile Hänge, an denen tagsüber durch Erwärmung insbesondere Nassschneelawinen ausgelöst werden können. Im Hochgebirge sind weiterhin windverfrachtete Stellen gefährlich, an denen bei stärkerer Belastung des Schneebretts vor allem Plattenlawinen ausgelöst werden können.
Schneelage
Der Schnee setzt sich und wandelt sich relativ schnell um, tiefer unten taut er. Die Schneegrenze lag am Wochenende meist zwischen 2200 und 2500 m ü. M. Bei kurzen sonnigen Phasen wurde der Schnee auch oberhalb der Nulllinie auf sonnigen Hängen tagsüber nass und nachts gefroren. Die Schneedecke ist weich und nass, nur in den höchsten Lagen des Hochgebirges weich oder krustig. Viele Aufwinde vor allem an den West- und Südseiten von Graten und Sätteln. Windexponierte Stellen sind ausgefegt.
Erwartete Wetterentwicklung
Das Wetter bleibt stark wechselhaft. Heute etwas Sonne im östlichen Teil unserer Berge, sonst meist bedeckt und stellenweise neblig mit einzelnen Niederschlägen. Schneefallgrenze meist zwischen 1800 und 2000 m. Mäßiger Südwestwind. Morgen anfangs bewölkt und neblig mit häufigem Niederschlag, der am Nachmittag allmählich nachlässt. Schneefallgrenze etwas höher als heute. Südwestwind, der am Nachmittag auf West oder Nordwest dreht. Mittwoch und Donnerstag sonniger, am Nachmittag einzelne Schauer. Etwas wärmer.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Bis morgen mittag fallen in den westlichen Julischen Alpen ca. 30 cm Neuschnee, der sich voraussichtlich gut mit dem Untergrund verbindet. Unter der Schneefallgrenze macht Regen die Schneedecke zusätzlich feucht. Dadurch steigt die Möglichkeit spontaner kleiner Lawinen an steilen Hängen leicht – oberhalb der Schneefallgrenze Neuschneelawinen, tiefer Lawinen anwasserter Schneedecke. Bei sonnigerem Wetter von Mittwoch bis Freitag wird die Schneedecke tagsüber etwas labiler besonders an sonnigen Hängen, nachts gefriert sie. In der zweiten Wochenhälfte und am Wochenende wärmere Luftmassen über uns und Schnee wandelt und setzt sich auch an höchsten Gipfeln schnell um.
Nächste Ausgabe: Donnerstag, 23. 5. 2019
Quelle: ARSO