2.12.2019
Die Lawinengefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Neuschnee, windgepresster Schnee
Gefahrenmuster: Schneefall nach längerer Kälteperiode
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Einschätzung der Gefahrenlage
Die Lawinengefahr hat sich im Hochgebirge oberhalb ca. 1800 m N.N. erhöht und ist ERHEBLICH, Stufe 3, tiefer MODERAT, Stufe 2. Spontane Ausrisse zahlreicher kleiner und einzelner mittelgroßer sowie großer Lawinen von neuem, trockenem Schnee aus ausreichend steilen Hängen sind möglich. Auch auf mittelsteilen Hängen sind einzelne Lawinen möglich. Viele Windkissen und Überhänge, die sich besonders auf steileren Hängen schon bei geringer Belastung der Schneedecke lösen können.
Schneelage
Bis heute Morgen sind in den Julischen Alpen und den westlichen sowie mittleren Karawanken oberhalb ca. 1800 m N.N. 20 bis 50 cm Schnee gefallen, mehr in den westlichen Juliern, Menge abhängig auch von der Höhenlage. Die Schneefallgrenze lag zunächst über ca. 1600 m, sinkt aber rasch. Bis ca. 20 cm Schnee sind auch stellenweise unter 1800 m gefallen. Im östlicheren Teil unserer Berge deutlich weniger Niederschlag. Neuer Schnee ist weich und leicht, zunächst bildeten sich bei Südwestwind Windkissen, jetzt bei Nord- und Nordwestwind. Tiefer unten ist Schnee durch Regen abgeschmolzen.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute bewölkt und neblig mit Schneefall, der nachmittags von Nordwesten allmählich nachlässt. Gegen Abend Aufklarung. Abkühlung, die 0-°C-Isotherme sinkt bis Abend unter 1500 m N.N. Mäßiger Wind aus nördlichen Richtungen. Morgen teilweise klar mit zeitweise zunehmender Bewölkung, mehr im Osten. Mäßiger Nord- bis Nordostwind, im Mittelgebirge schwacher lokaler Wind. Temperaturen unter 0 °C. Mittwoch meist klar. Zufluss wärmerer, aber trockener Luft, Bildung einer Temperaturumkehr. Gegen Abend bereits Gefrierhorizont um ca. 2600 m N.N. Wind schwach und richtungsweise.
Entwicklungstendenz der Schneelage
Heute fallen in den Bergen noch 10 bis ca. 20 cm Schnee. Die Lawinengefahr bleibt besonders oberhalb ca. 1800 m N.N. einige Tage erhöht, ERHEBLICH, Stufe 3. Neuschnee, der stellenweise auf krustige Unterlage gefallen ist, kann sich aus ausreichend steilen Hängen lösen, viele Windkissen und Überhänge lösen sich bereits auf mittelsteilen Hängen bei geringer Belastung der Schneedecke. Mittwoch tagsüber beginnt der Schnee bei allmählicher Erwärmung etwas schneller umzuwandeln und zu setzen. Zunächst destabilisiert die Erwärmung die Schneedecke, langfristig konsolidiert sie sich allmählich, Lawinenlage verbessert sich in der zweiten Wochenhälfte, Lawinengefahr nimmt ab. Kruste bildet sich.
Nächste Ausgabe: Mittwoch, 4.12.2019
Quelle: ARSO