22.01.2021
Die Gefahr ist 4. Stufe auf der europäischen Fünfstufen-Skala – GROSS.
Hauptproblem: Windschnee, schwache Schichten, Neuschnee, nasser Schnee
Bewertung der Lawinenlage
Die Lawinengefahr ist derzeit in den Süd- und Westjulischen Alpen oberhalb etwa 1600 m GROSS, Stufe 4, anderswo meist BEDEUTEND, Stufe 3. Schneeverhältnisse und Lawinenlage verändern sich rasch. Besonders im westlichen Teil unserer Berge ist sehr viel Neuschnee auf einen ziemlich harten und krustigen Schneeuntergrund gefallen. Im Hochgebirge sind spontane mittelgroße bis große Lawinen von trockenem Schnee zu erwarten. Oberhalb der Waldgrenze gibt es auch viel frisch angewehten Schnee. Die Verhältnisse sind sehr anspruchsvoll. Wegen der Tauwetter mit Regen unter ca. 1600 m werden auch Nassschneelawinen auftreten und auf steileren grasbewachsenen Hängen auch Grundlawinen. Schneelawinen werden auf steileren Hängen auch im Vorland und in niedrigeren Lagen unter 1000 m entstehen, wo genügend alter Schnee vorhanden ist.
Schneeverhältnisse
In den Bergen hat es gestern und heute reichlich geschneit, unter ca. 1600 m ist der Schnee wegen Tauwetter in Regen übergegangen. Am meisten Schnee ist im Hochschneeraum der Süd- und Westjulischen Alpen gefallen, 50 bis 80 cm, stellenweise noch mehr. Anderswo im Hochgebirge 30 bis 60 cm Schnee, tiefer nimmt die Menge des Neuschnees ab, unter ca. 1400 m hat Regen dominiert. Während des Schneefalls hat oberhalb der Waldgrenze ein mäßiger bis starker Südwestwind geweht, der Neuschnee transportiert und auf den nördlichen und östlichen Seiten von Graten und Sätteln neue Verwehungen, Platten und Lawinenzacken aufgebaut hat. Die Schneedecke im Hochgebirge ist locker und sackt tief ein, windexponierte Stellen sind stark ausgefegt bis zur harten Unterlage. Im Mittelgebirge zeigen sich die Folgen des Tauwetters, Schnee ist nass, unter 1300 m sehr nass und sackt ebenso ein und rutscht.
Erwartete wetterliche Entwicklung
Heute bewölkt und neblig mit Niederschlägen, die im Bereich der Julischen Alpen und des Snežnik reichlicher ausfallen. Schneefallgrenze zwischen 1100 und 1400 m. Erwartet werden im Hochgebirge noch 30 bis 60 cm Neuschnee. Mäßiger bis starker Südwestwind. Temperatur auf 1500 m ca. 2, auf 2500 m ca. -4 °C. Samstag bewölkt und neblig mit Schneefall. Schneefallgrenze sinkt bis in die alpinen Täler. Nachmittags lassen die Niederschläge etwas nach. Wieder fallen 40 bis 80 cm Schnee, wieder mehr im westlichen Teil unserer Berge. Mäßiger bis starker Südwind, der nachmittags nachlässt. Abkühlung, mittags auf 1500 m ca. -1, auf 2500 m ca. -7 °C. In der Nacht auf Sonntag vorübergehende Auflockerungen. Sonntagmorgen wieder Zunahme der Bewölkung, tagsüber setzt von Süden erneut leichter Schneefall ein. Diesmal weniger Niederschlag im Nordwesten. Nachmittags mäßiger Nordwind. Noch etwas kälter, auf 1500 m ca. -3, auf 2500 m ca. -9 °C. Auch montags meist bewölkt, gelegentlich noch leichter Schneefall. Deutlich kälter, auf 1500 m ca. -7, auf 2500 m ca. -12 °C.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Vor allem in den Julischen Alpen sowie den westlichen und zentralen Karawanken wird wegen der großen Menge Neuschnee, tiefer wegen Regen, die Lawinengefahr SICH STEIGERN und oberhalb ca. 1500 m GROSS, Stufe 4 bleiben. Starker Südwind wird auch samstags noch zahlreiche Lawinenzacken und Verwehungen aufbauen. Montags wird sich die Lawinenlage durch Abkühlung schrittweise beruhigen.
Nächste Ausgabe: Montag, 25.1.2021
Quelle: ARSO