22.12.2022
Allgemeine Lawinengefahr - Donnerstag, 22.12.2022
Die Gefahr liegt auf Stufe 2 der europäischen Fünf-Stufen-Skala - MODERAT.
Hauptproblem: verharschter Schnee, nasser Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Risikobewertung
Die Lawinengefahr liegt oberhalb ca. 1800 m auf MODERAT, Stufe 2, tiefer MAI, Stufe 1. Besonders gefährdet sind Stellen mit verharschtem Schnee auf ausreichend steilen Hängen, wo einzelne spontane Lawinen möglich sind, vor allem aber kann eine Lawine bereits durch geringe Zusatzbelastung der Schneeedecke ausgelöst werden, die durch die Erwärmung etwas weniger stabil geworden ist. Auch steile grasbewachsene Hänge sind gefährlicher, wo spontane Nassschneelawinen möglich sind. Mit abnehmender Seehöhe nimmt die Lawinengefahr rasch ab, da auch die Schneeedckendicke rasch dünner wird.
Schneeverhältnisse
Nach längerer Trockenperiode ist die Schneeedecke abgesackt und stellenweise verharscht und vor allem im Mittelgebirge und in tieferen Hügeln auch abgeschmolzen. Das Tauwetter war ausgeprägter in südlichen Gebirgen und Hügeln, die stärker unter dem Einfluss feuchter und warmer Bewölkung sowie Südwestwind standen. Die Schneeverhältnisse unterscheiden sich stark je nach Ort. Im Mittelgebirge ist der Schnee vielfach gut umgewandelt und relativ stabil, die Schneeedcke ist nass, stellenweise ist die Oberfläche vereist. Im Hochgebirge finden sich noch Bereiche weniger umgewandelten Schnees, durch Erwärmung und Abkühlung der Schneeedcke ist stellenweise eine Kruste und stärker vereiste Flächen entstanden. Viele Aufwinde auf unterschiedlich exponierten Hängen, windexponierte Lagen sind stark vereist. Die Schneehöhe ist stark uneinheitlich. Steile Hänge sind stellenweise abgerutscht und fast schneefrei, tiefer gelegene Plateaus können jedoch schneebedeckt sein.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute wird in größeren Teilen unserer Berge teils klar mit gelegentlich zunehmender mittlerer Bewölkung. Niedrige Bewölkung hält sich südlich des Kamms der Bohinjergebirge und stellenweise in den westlichen Julischen Alpen, das Hochgebirge liegt darüber. Es weht schwacher bis mäßiger Wind aus West. Relativ mild. Temperatur auf 1500 m ca. 3, auf 2500 m ca. -1 °C. Morgen im Mittelgebirge der westlichen und südlichen Julischen Alpen bewölkt und neblig, höher teils klar mit gelegentlich zunehmender Bewölkung. Sonst mäßig bis meist bewölkt, Wolkenbasis über den Gipfeln. Meist mäßiger Wind aus West. Mittags Temperatur auf 1500 m ca. 5, auf 2500 m ca. 0 °C. Auch Wochenende trocken und relativ mild. West- bis Südwestlage hält an. Mehr Sonne im Hochgebirge und nördlichen Gebirgen.
Entwicklung der Schneeverhältnisse
Der Schnee sackt weiter langsam ab und schmilzt stellenweise im Mittelgebirge. Nachts friert die Schneeedcke vielfach an und taut tagsüber auf. Auf ausreichend steilen Hängen und von Wänden sind einzelne Nassschneelawinen möglich. Die Temperaturverhältnisse ändern sich kaum, daher sind Änderungen in der Schneeedcke langsam. Vorsicht im Hochgebirge, wo noch Plattenlawinen möglich sind. Vereiste Flächen nehmen zu, daher steigt auch das Rutschrisiko.
Nächste Ausgabe: Freitag, 23.12.2022
Quelle: ARSO