23.02.2024
Allgemeine Gefahrenstufe - Freitag, 23. 2. 2024
Die Gefahr beträgt Stufe 4 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - GROß.
Hauptproblem: Windschnee, Neuschnee
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlecht verklebter Frischschnee mit Wind
Risikobewertung
Die Lawinengefahr steigt bei starker Schneefall und starkem Südwind rasch an. Im Gebiet der Julischen Alpen oberhalb ca. 1700 m Seehöhe ist die Lawinengefahr GROß, Stufe 4, tiefer und anderswo BEACHTLICH, Stufe 3. Heute wird in der Hochgebirgslage mit spontanen Abreißern von trockenem und schlecht verklebtem Schnee zu rechnen sein. Es sind viele neue Platten entstanden, die spontan oder bei geringer Belastung abreissen können. Tiefer im Mittelgebirge können einzelne Feuchtschneelawinen abreissen. Schneehänge und Witterungsverhältnisse werden sehr anspruchsvoll sein.
Schneeverhältnisse
Seit Donnerstag nieselt es in unseren Bergen leicht bis mäßig. Heute, Freitagmorgen, haben die Niederschläge zugenommen. Die Schneefallgrenze schwankte zwischen 1200 und 1600 m Seehöhe, jetzt ist sie auf ca. 1100 m gesunken. Im Mittelgebirge fällt relativ feuchter Schnee. Im Hochgebirge ist der Schnee trocken, es wehen sehr starke Südwinde mit Böen über 100 km/h. Bisher fiel am meisten Schnee, über einen halben Meter, im Hochgebirge der westlichen und südlichen Julischen Alpen. Auch im Mittelgebirge nimmt die Schneehöhe nun schneller zu. Es sind 10 bis 30 cm gefallen, im Gebiet der westlichen und südlichen Julischen Alpen bis 50 cm. Neuschnee haftet schlecht am alten Untergrund, durch Wind entstehen zahlreiche Schneelagerungen. Auf windexponierten Hängen ist Schnee bis auf alten harten Grund weggeweht.
Erwartete Witterungsentwicklung
Heute, Freitag, bewölkt und neblig mit starken Niederschlägen. Schneefallgrenze bei ca. 1500 m Seehöhe, bei stärkeren Niederschlägen kann es besonders im Gebiet der östlichen Julischen Alpen und westlichen Karawanken tiefer schneien. Spät nachmittags steigt die Schneefallgrenze vorübergehend leicht an. Mäßiger bis starker Südwind. Temperatur auf 1500 m ca. 1, auf 2500 m ca. -4 °C. Abends zieht von Westen eine abgeschwächte Kaltfront durch. Schneefallgrenze sinkt auf ca. 1000 m Seehöhe, Niederschläge lassen gleichzeitig nach. Beim Frontdurchzug kann Graupel fallen. Samstag teilweise Aufklarungen, vor allem im Hochgebirge möglich, meist bewölkt und stellenweise neblig. Noch Schauer, eventuell Gewitter. Schneefallgrenze ca. 1200 m. Schwacher bis mäßiger Südwestwind. Temperatur auf 1500 m ca. -1, auf 2500 m ca. -7 °C. Sonntag meist bewölkt und neblig, noch Schauer, Schneefallgrenze ca. 1100 m. Schwacher bis mäßiger Südwestwind. Temperatur auf 1500 m ca. -1, auf 2500 m ca. -8 °C. Für Montag ist die Wettervorhersage noch unsicher. Zunächst trocken, nachmittags Wahrscheinlichkeit für Niederschläge steigt wieder an. Etwas milder.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Bis Samstagmorgen können in den Hochlagen der Julischen Alpen noch ca. 80 cm Neuschnee fallen. Im Gebiet der Karawanken und Kamnik-Savinja-Alpen ca. 50 cm. Es wird bei starkem Südwind schneien, daher entstehen weitere Schneelagerungen. Im Mittelgebirge weniger Schnee, aber bis 40 cm möglich. Da die Schneefallgrenze schwankt, variiert die Menge stark je nach Ort. Die Lawinengefahr bleibt in den Julischen Alpen oberhalb ca. 1700 m GROß Stufe 4, tiefer und anderswo BEACHTLICH Stufe 3. Die Verhältnisse bleiben auch in den nächsten Tagen anspruchsvoll, die Gefahr nimmt nur langsam ab.
Nächste Mitteilung: Montag, 26. 2. 2024
Quelle: ARSO