25.12.2020
Die Gefahr liegt im 3. Grad der europäischen Fünf-Stufen-Skala – ERHEBLICH.
Hauptproblem: verhauener Schnee, Neuschnee, schwache Schichten
Gefahrenabschätzung
Die Lawinengefahr liegt derzeit oberhalb ca. 1800 m ERHEBLICH, 3. Stufe, tiefer MÄSSIG, 2. Stufe. Im Hochgebirge ist eine beträchtliche Menge Neuschnee auf hartem Schneeuntergrund gefallen, weshalb auch spontane trockene Schneebrettlawinen zu erwarten sind. Während des Schneefalls wehte gestern ein mäßiger bis starker Südwestwind, heute hat der Nordostwind eingesetzt. Im Hochgebirge sind auf vielen Hängen Platten entstanden, dort kann eine Schneebrettlawine bereits durch geringe Belastung ausgelöst werden. Tiefer ist heute der Schneefall auf nassem Schneeuntergrund begonnen. Der Neuschnee hat sich dort besser mit dem Untergrund verbunden, weshalb die Gefahr im Mittelgebirge geringer ist.
Schneelage
Gestern schneite es bei mäßigem bis starkem Südwestwind nur im Hochgebirge oberhalb ca. 2000 m, tiefer regnete es stellenweise stark. Mit dem Frontdurchzug in der Nacht ist die Schneefallgrenze bis morgens in einige Alpentäler gesunken. Bisher sind im Hochgebirge insgesamt 30 bis 55 cm, im Mittelgebirge 10 bis 25 cm Schnee gefallen. Im Hochgebirge schneite es auf harten Untergrund, weshalb sich der Neuschnee schlecht verbunden hat. Während des Schneefalls im Hochgebirge wehte mäßiger bis starker Südwestwind, der auf Nordosthängen neue Ablagerungen und Überhänge aufbaute. Heute hat der Nordostwind eingesetzt, weshalb sich Schneelager auch auf Südwestabhängen zu bilden beginnen. Im Mittelgebirge fällt feuchterer Schnee auf durchnässten Schneeuntergrund, weshalb er sich dort besser verbunden hat. Die Temperatur sinkt langsam, weshalb trockenerer Schnee fällt.
Erwartete wetterliche Entwicklung
Heute bewölkt und neblig mit Schneefall, der nachmittags langsam nachlässt. Es fallen noch zusätzlich 10 bis 25 cm Schnee. Es weht mäßiger bis starker Nordostwind. Es wird kälter. Mittags beträgt die Temperatur auf 1500 m ca. -2, auf 2500 m -9 °C. Samstag tagsüber teilweise Aufklarung. Es weht mäßiger bis starker Nordostwind. Kalt, Temperatur auf 1500 m ca. -7, auf 2500 m -12 °C. Sonntag meist klar, mehr Bewölkung nur im Gebiet Snežnik. Es weht schwacher bis mäßiger Südostwind. Temperatur auf 1500 m ca. -7, auf 2500 m ca. -8 °C. Montag tagsüber setzt wieder starker Schneefall ein. Die Schneefallgrenze steigt im Süden über 1000 m. Besonders in den Julischen Alpen werden ca. 50 cm Neuschnee erwartet. Dazu weht starker bis sehr starker Wind aus südlichen Richtungen. Auch in der Restwoche bleibt das Wetter wechselhaft mit gelegentlichen Schneefällen.
Tendenz der Schneelage
Die Lawinenauslösungsgefahr bleibt durch zusätzliche Schneefälle und verstärkten Nordostwind auch am Wochenende im Hochgebirge ERHEBLICH, 3. Stufe, tiefer MÄSSIG, 2. Stufe. Besonders gefährdet sind Südwesthänge, wo sich neue Schneelager bilden. Durch den Wind wird die Schneeoberfläche an vielen Stellen stark umgeformt. Es bildet sich Kruste, an exponierten Stellen weht der Wind den Schnee bis zur harten Unterlage weg. Umwandlung und Stabilisierung der Schneedecke erfolgt durch die Kälte nur langsam. Montag sind Wetter- und Lawinenlage deutlich ungünstig. Die Lawinenauslösungsgefahr wird sich voraussichtlich WEITER STEIGERN.
Nächste Ausgabe: Montag, 28. 12. 2020
Quelle: ARSO