25.04.2022
Allgemeine Gefahrenstufe - Montag, 25. 4. 2022
Die Gefahr liegt auf Stufe 2 der europäischen Fünf-Stufen-Skala - MODERAT.
Hauptproblem: Neuschnee, nasser Schnee
Gefahrenmuster: Frühlingssituation
Risikobewertung
Die Lawinengefahr oberhalb ca. 1800 m ü. M. ist MODERAT, Stufe 2, tiefer hin UNWESENTLICH, Stufe 1. Am Wochenende ist besonders im Hochgebirge der Julischen Alpen viel Schnee gefallen, der stellenweise schlecht mit dem Untergrund verbunden ist. Besonders gefährdet sind steile Hänge und Rinnen an Nordhängen, wo der Südwind viel Schnee angetragen hat. Einzelne Trockenschneelawinen sind möglich. Unter 2000 m ist der Neuschnee bereits nass. Durch Sonne und tagestägliche Erwärmung lösen sich heute kleine bis mittelgroße Nassschneelawinen, auch Windplatten können nachgeben. Im Mittelland ist wenig Schnee, meist alter und verdichteter Schnee. Die Schneedecke ist gut verbunden und stabil.
Schneelage
Seit Freitag war das Wetter in den Bergen wechselhaft mit vereinzelten Niederschlägen. Im Hochgebirge schneite es, tiefer unten regnete es meist. Im Bereich der Julischen Alpen fielen 20 bis 50 cm mehr oder weniger feuchter Schnee, in den westlichen Juliern vielleicht noch mehr. Der Schnee war erst am Sonntag tagsüber trockener. In den Kamnischen und Savinjischen Alpen gab es weniger Niederschlag, bis 20 cm Schnee. Es schneite auf weicheren Untergrund, dennoch hat sich der Neuschnee stellenweise schlecht mit dem Untergrund verbunden und braucht Zeit zur Stabilisierung. Dies gilt besonders für die westlichen Julier, wo am meisten Schnee fiel. Es gab auch einzelne Gewitter, wahrscheinlich fielen Graupel und Weichhail. Besonders am Sonntag wehte mäßiger bis starker Süd- bis Südwestwind, der um Grate und Gipfel Verwehungen, Kronen und Platten aufbaute. Im Mittelland schmolz die alte Schneedecke weiter.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute wechselnd bis meist bewölkt, hier und da kurze Schauer. Schwacher Westwind. Temperatur auf 1500 m ca. 5, auf 2500 m ca. -2 °C. Dienstag meist bewölkt und auch neblig. Vormittags einzelne Schauer, nachmittags häufigere Niederschläge. Schneefallgrenze meist zwischen 1600 und 1900 m ü. M. Schwacher Südwestwind. Temperatur auf 1500 m ca. 4, auf 2500 m ca. -2 °C. In der Nacht auf Mittwoch Abkühlung, bis morgens noch Niederschläge. Schneefallgrenze sinkt auf ca. 1200 m ü. M. Mittwochmorgens schnell Aufklarung, tagsüber wechselnde Kumulusbewölkung. Mittags und nachmittags lokale Schauer, möglich auch Gewitter. Schneefallgrenze ca. 1500 m ü. M. Schwacher bis mäßiger Nordwind, bei Schauern ausgeprägter. Temperatur auf 1500 m ca. 4, auf 2500 m ca. -4 °C. Donnerstag und Freitag teils klar, windig und für Ende April recht frisch. Heute bewölkt mit Niederschlägen, im Hochgebirge Schneefall, im Mittelland meist Regen. Die meisten Gipfel in Wolken. Nachmittags schwächer werdende Niederschläge, gegen Abend meist abklingend. Meist Ost- bis Südostwind, nachmittags drehend auf Süd- bis Südwest. Temperatur auf 1500 m ca. 2, auf 2500 m ca. -2°C. Samstag wechselnd bis meist bewölkt, Gipfel zeitweise bewölkt, etwas Sonne möglich besonders östlich nachmittags. Bewölkter im westlichen und südlichen Juliern. Besonders in den Julischen Alpen sowie westlichen und zentralen Karawanken vereinzelt kleine lokale Niederschläge, Schneefallgrenze zwischen 1600 und 1900 m ü. M. Zunächst schwacher Südwestwind, tagsüber zunehmend. Temperatur auf 1500 m ca. 5, auf 2500 m ca. 0°C. In der Nacht auf Sonntag und Sonntagmorgen besonders im Juliergebiet und westlichen Karawanken reichlichere Niederschläge, möglich auch Gewitter. Schneefallgrenze ca. 1900 m ü. M. Mäßiger bis starker Süd- bis Südwestwind. Auch sonntags tagsüber wechselhaft, Gipfel oft bewölkt. Vereinzelte Schauer, nachmittags möglich Gewitter. Verstärkter Südwestwind hält an, nur leicht nachlassend. Temperatur auf 1500 m ca. 4, auf 2500 m ca. -3 °C. Auch montags stabilisiert sich das Wetter nicht ganz, aber relativ wenige Niederschläge. Vereinzelt lokale Schauer. Wechselnde Kumulusbewölkung. Noch schwacher bis mäßiger Südwestwind.
Tendenz der Schneelage
Heute herrschen typische Frühlingssituationen vor. Frische Schneedecke wird trotz starker Bewölkung schnell nass. Dienstag und Mittwoch vereinzelt Schneefall vor allem im Hochgebirge, insgesamt 10 bis bis zu 40 cm Schnee möglich. Wegen Schauern ungleichmäßig verteilt, mehr im westlichen Juliern. Im Hochgebirge anhaltend schwierige Lage. Lawinengefahr oberhalb ca. 1800 m bleibt MODERAT, Stufe 2, tiefer UNWESENTLICH, Stufe 1. Donnerstag und Freitag wieder Frühlingssituation. Schneedecke tagsüber nass, nachts vereisend. Nächster Lawinenbericht Freitag, 29.4.2022.
Nächste Ausgabe: Freitag, 29. 4. 2022
Quelle: ARSO