27.02.2024
Allgemeiner Gefahrengrad - Montag, 26.2.2024
Die Gefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Windschnee, Neuschnee, schwache Schichten
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, frischer Schnee nicht verfestigt durch Wind
Gefahrenmuster: Reif bedeckte Hänge
Risikobewertung
Lawinengefahr im Hochgebirge über 1800 m ERHEBLICH, Stufe 3, tiefer MODERAT, Stufe 2. Die Schneedecke ist vor allem auf steilen Hängen weniger stabil, wo bei geringer Belastung eine verbundene Lawine ausgelöst werden kann. Diese Bedrohung ist besonders dort vorhanden, wo neue Windschneehaufen auf einer dünnen Schicht Graupel oder Reif entstanden sind. Von heute bis Mittwoch fallen über 1700 m in den Julischen Alpen 30-50 cm Schnee, anderswo 10-30 cm. Der neue Schnee wird vor allem dort instabil sein, wo er auf Graupel oder Reif fällt. Der Gefahrengrad bleibt unverändert.
Schneelage
Bei starkem Schneefall bis Samstagmorgen sind in den Bergen West- und Nordsloveniens über 1300 m 50-100 cm Schnee gefallen, am meisten über 1600 m in den West- und Südalpen der Julischen Alpen. Während des Schneefalls wehte starker Südwestwind, der vor allem auf nördlichen und nordöstlichen Leeseiten ausgedehnte Ablagerungen aufbaute. Nach dem Durchzug der Kaltfront Freitagabend halbierte sich die Windgeschwindigkeit, am Wochenende wehte nur noch mäßiger Südwestwind. In Schauern und Gewittern beim Durchzug der Kaltfront Freitagabend und in der Nacht auf Samstag fiel stellenweise auch Graupel bzw. Reif. Samstag und Sonntag war es im Westen meist bewölkt, mit gelegentlichen kurzen Niederschlägen; stellenweise fiel bis 10 cm Schnee. Im Osten mehr Sonne und weniger Niederschlag. Der Schnee der letzten Verschlechterung hat sich gut mit dem Untergrund verbunden, aber stellenweise hat das große Zusatzgewicht des Windschnees alte schwache Schichten in der Schneedecke überlastet, weshalb sich vor allem unter den Graten bereits während des Schneefalls spontan trockene verbundene Lawinen lösten. Die Schneedecke wandelt sich langsam um, setzt sich. Unter ca. 2000 m ist der Schnee des letzten Schneefalls bereits gut verbunden und mit den tieferen Schichten verknüpft. Dort kann eine Lawine bei geringer Belastung vor allem auf steileren Hängen ausgelöst werden. Unter ca. 1400 m ist der Schnee feucht. Höher ist der Schnee trocken und locker geblieben außer auf den sonnigsten Hängen, wo die Oberfläche der Schneedecke bereits abgeschmolzen ist. In der Nacht von Sonntag auf Montag setzte im Hochgebirge starker Südwestwind ein, der trockenen Schnee transportierte und kleine Ablagerungen aufbaute; stellenweise entstanden Ablagerungen auf einer dünnen Schicht Graupel oder Reif, weshalb dort eine Lawine bereits bei geringer Belastung ausgelöst werden kann.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute bewölkt es sich allmählich von Westen her, nachmittags sind in den Julischen Alpen schon leichte Niederschläge möglich. Es schneit über 1400 m, im Norden evtl. tiefer. Es weht mäßiger Südwestwind. Die 0-°C-Grenze liegt bei ca. 1500 m, in 2000 m ca. -3 °C. Morgen bewölkt und neblig, über 1700 m schneit es durchgehend, tiefer evtl. Regen. Die 0-°C-Grenze liegt bei ca. 1700 m, in 2000 m ca. -1 °C. Die Niederschläge breiten sich nachmittags nach Osten aus. Es weht schwacher bis mäßiger Südwestwind.
Tendenz der Schneelage
Bis Mittwochmorgen fallen in den Julischen Alpen über 1600 m 30-50 cm Schnee. Anderswo weniger Neuschnee - 10 bis 30 cm. Der neue Schnee verbindet sich voraussichtlich gut mit der Schneeunterlage, außer dort, wo jetzt Graupel oder Reif oben auf der Schneedecke liegt. Weniger stabil bleiben auch die Bereiche mit Windschneeablagerungen der letzten Tage.
Nächste Ausgabe: Donnerstag, 29.2.2024
Quelle: ARSO