27.01.2022
Allgemeine Lawinenwarnstufe - Mittwoch, 26. 1. 2022
Gefahr ist Stufe 1 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - GERING.
Hauptproblem: verharschter Schnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenbewertung
Lawinengefahr ist meist GERING. Besonders an windabgeblasenen und daher vereisten Stellen besteht hohes RUTSCHGEFAHR. Die Schneedecke ist meist stabil. Nur an steilen, schattigen Hochgebirgsflanken gibt es seltene Stellen mit einzelnen unverkitteten oder schlecht verkitteten Lagen, die unter hoher Belastung nachgeben können.
Schneelage
Das trockene und sonnige Wetter hält an. Gestern tagsüber hat es sich erwärmt, die 0-°C-Isotherme ist auf ca. 1800 m gestiegen. Die Schneedecke hat an sonnigen Hängen tagsüber feucht geworden und nachts gefroren. Im Hochgebirge wehte noch mäßiger Nordwind, der alte Schnee aber meist nicht transportierte. Im Schatten ist Schnee hart oder trocken, stellenweise noch etwas Pulverschnee. Windexponierte Lagen sind stark abgeblasen, bis zum blanken Untergrund. Deutlichere Lagen vor allem in schattigen Lagen, an südlichen Hängen ist Schnee bereits besser mit dem Untergrund verbunden. Besonders im Mittelland viele kahle Stellen an sonnigen Hängen.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute im Hoch- und Mittelland klar. Tiefer Stratuswolken bis ca. 1200 m. Schwacher bis mäßiger Nordwestwind. Kälteste ca. -5 °C in 1100 m Höhe. Höher Temperaturinversion. In 1500 m -1 bis 3, in 2500 m ca. -4 °C, kälter in östlichen Gebirgsgruppen. Donnerstag mäßig bis meist bewölkt, meist Mittel- und Hochschichtwolken über höchsten Gipfeln. Im Mittelland schwacher bis mäßiger Westwind, im Hochgebirge mäßiger, gelegentlich starker Nordwestwind. Wärmer, in 1500 m ca. 4, in 2500 m ca. -2 °C. Freitag zieht trockene Kaltfront durch. Teils aufklarend, wechselnde Kumuluswolken und schwache Schneeschauer. Mäßiger bis starker Nordwind, am Abend nachlassend. Kälter, in 1500 m mittags ca. -3, in 2500 m ca. -11 °C. Auch Wochenende wechselnd bewölkt. Sonntag zieht abgeschwächte Wetterstörung durch, mögliche Schneeschauer. Tagsüber aufklarend. Beide Tage sehr windig, besonders Sonntag ausgeprägter Nordföhn. Wieder vorübergehende Erwärmung
Entwicklungstendenz der Schneelage
Schneelage ändert sich auch in den nächsten Tagen nicht wesentlich. Durch Erwärmung und Sonne wird heute und morgen an sonnigen Hängen die Schneedecke tagsüber feucht und nachts gefroren. In schattigen Lagen bleibt Schnee meist hart gefroren. Hohes Rutschgefahr bleibt. In der zweiten Wochenhälfte nehmen vereiste Flächen durch Temperaturwechsel weiter zu. Schneedecke meist stabil, nur in schattigen Hochgebirgslagen einzelne potenziell weniger stabile Lagen. Nächster Lawinenbericht Freitag, 28.1.2022.
Nächste Ausgabe: Freitag, 28. 1. 2022
Quelle: ARSO