27.01.2021
Die Lawinengefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala – BEACHTLICH.
Hauptproblem: Windschnee, schwache Schichten
Gefahrenlage
Die Lawinengefahr liegt oberhalb etwa 1500 m BEACHTLICH, Stufe 3, tiefer meist MÄSSIG, Stufe 2. Trotz kaltem und trockenem Wetter sind die Verhältnisse besonders im Hochgebirge sehr anspruchsvoll. Es gibt viel Windschnee, der sich bereits bei geringer Belastung des Schnee Deckmantels auslösen kann. Besonders auf steileren Hängen, in Mulden sind lokal auch spontane Ausrisse von trockenem, schlecht verhaftetem Schnee zu erwarten. Aufgrund der dicken Schneedecke werden vor allem auf steileren Hängen zusätzliche Risse auftreten und einzelne Gleitschneelawinen sind möglich. Unter 1500 m hat sich die Schneedecke durch Abkühlung besser stabilisiert, dort können vor allem kleinere Plattenlawinen aus Neuschnee ausgelöst werden.
Schneeverhältnisse
Im Hochgebirge ist die Schneedecke meist weich, stellenweise Windkruste. Tiefer liegt auf fester, vereister Basis Neuschnee unterschiedlicher Mächtigkeit. Windexponierte Lagen sind stark ausgefegt, stellenweise vereist. Viel Windschnee, besonders im Hochgebirge ist der neuere Schnee durch starke Abkühlung schlecht verhaftet.
Witterungsentwicklung
Heute zunächst meist klar, tagsüber von Westen zunehmend bewölkt, aber Wolkenuntergrenze über den Gipfeln. Meist schwacher Nordwestwind. Morgen zunächst teils bewölkt, tagsüber wieder zunehmend bewölkt und auch morgen meist Wolken über den Gipfeln. Wind zunächst Nordwest, der sich tagsüber in West- bis Südwestrichtung dreht und etwas auffrischt. Freitag meist bewölkt und zeitweise neblig. Vor allem nachmittags zeitweise schwache Niederschläge, Schneefallgrenze steigt allmählich über 1100 m. Starker Südwestwind. Samstag zunächst teils bewölkt, tagsüber zunehmend bewölkt. Schneefall vor allem abends und in der Nacht zum Sonntag. Wahrscheinlich nicht mehr als 10 cm Neuschnee.
Entwicklungstendenz der Schneeverhältnisse
Die Schneedecke ändert sich zunächst kaum. Freitag und Samstag bewirkt die Erwärmung vor allem unter ca. 1700 m Niveau Nässe, sie sackt schneller ab und wandelt sich. Höher keine Schmelze, Schnee bleibt meist trocken und wandelt sich langsam um. Südwestwind transportiert Schnee und bildet neue Aufwinde an Nord- und Ostseiten von Graten und Sätteln. Lawinengefahr ändert sich bis Freitag, wahrscheinlich auch danach, nicht wesentlich.
Nächste Ausgabe: Freitag, 29. 1. 2021
Quelle: ARSO