27.01.2023
Allgemeine Gefahrenstufe - Freitag, 27. 1. 2023
Die Gefahr beträgt Stufe 3 auf der europäischen Fünf-Stufen-Skala - ERHEBLICH.
Hauptproblem: Windschnee, schwache Schichten
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlecht verfestigte Frischschnee mit Wind
Risikobewertung
Die Lawinengefahr liegt oberhalb etwa 1600 m ERHEBLICH (bzw. beträchtlich), Stufe 3, tiefer MAßIG, Stufe 2. Die Lawinengefahr hat sich nach den starken Schneefällen zu Wochenbeginn etwas verringert. Noch immer sind steilere Hänge oberhalb der Baumgrenze gefährlich, wo ausgedehnte Flächen mit Windschnee vorhanden sind, vor allem an südlichen und westlichen Hängen. Dort kann man schon bei geringer Belastung eine Plattenlawine auslösen. In der alten Schneedecke, die nun unter einer dicken neuen Schneedecke verborgen ist, sind besonders an Leeabhängen schwache Schichten vorhanden, die an einzelnen Stellen bei zusätzlicher Belastung nachgeben können. Dies kann besonders dort geschehen, wo durch Wind weniger Neuschnee liegt. Unterhalb etwa 1500 m sind vor allem steile grasbewachsene Hänge gefährlich. Schneeverhältnisse und Lawinenlage im Hochgebirge sind sehr anspruchsvoll.
Schneeverhältnisse
Bei der Abkühlung am Mittwoch tagsüber ist der Schnee im Mittelgebirge gefroren, eine Kruste entstanden. Oberhalb etwa 900 m ist der Schnee trocken und weich, auch pudrig. An windexponierten Stellen ist er ausgetragen, Grate bis zur harten Unterlage ausgetragen. Viele Platten und Schneebrettabbrüche. Die Schneedecke hat sich im Großen nach starken Schneefällen etwas stabilisiert. In höheren Lagen ist die Schneedeformation deutlich langsamer. Gleichzeitig hat vor allem im Hochgebirge ein mäßiger bis starker Nordostwind geweht, der an exponierten Stellen Schnee transportiert und Schneedepots aufgebaut hat.
Voraussichtliche Wetterentwicklung
Heute, Freitag, mäßig bis meist bewölkt, im Mittelgebirge stellenweise neblig. Sicht besser in den westlichen Julischen Alpen, dort kein Nebel. Gelegentlich kann Schnee fallen. Niederschlagsmenge vernachlässigbar. Mäßiger Nordostwind. Temperatur auf 1500 m ca. -8, auf 2500 m ca. -11 °C. Auch Samstag zunächst viel Bewölkung, die nachmittags aufreißt. Mehr Sonne in den westlichen Julischen Alpen, mehr Nebelgebiete im Osten. Mäßiger Nordostwind hält an, an exponierten Stellen kann starker Wind sein. Lufttemperatur ähnlich wie Freitag. Sonntag zieht trockenere Luft ein, teilweise Aufklarung. Wind nimmt ab. Montag teilweise klar und allmählich etwas wärmer. Temperaturumkehr entsteht. West- bis Nordwestwind.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Bis Sonntag ändern sich durch kaltes Wetter die Schneeverhältnisse und Lawinenlage in den Bergen kaum. Der Schnee setzt sich nur langsam, vor allem im Hochgebirge entstehen an südlichen und westlichen Seiten noch neue Schneedepots. Noch immer kann man bei geringer Belastung Plattenlawinen auslösen. Dies gilt besonders für steile Hänge und Bereiche, wo Wind Schnee akkumuliert hat (Mulden u.ä.). Ab Montag beschleunigt sich die Schneedeformation vor allem an sonnenexponierten Hängen etwas.
Nächste Ausgabe: Montag, 30. 1. 2023
Quelle: ARSO