27.01.2025
Allgemeines Lawinengefahrenstufe - Montag, 27. 1. 2025
Gefahr ist Stufe 2 auf der europäischen Fünfstufen-Skala - MODERAT.
Hauptproblem: Windschnee
Gefahrenmuster: Rutschschnee
Gefahrenmuster: Regen
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlecht verfestigter frischer Schnee mit Wind
Risikobewertung
Alte Schneedecke ist allgemein stabil, Schichten oben auf der Schneedecke meist gut verfestigt und verhindern Überlastung tiefer schwacher Stellen. An manchen steileren Stellen mit mehr Windschnee möglich, mit starker Belastung weiche Lawine auszulösen. Starke Niederschläge erhöhen überall Lawinenabgangswahrscheinlichkeit, daher über 1800 m SEHR GROß, Stufe 4, unter 1800 m ERHEBLICH, Stufe 3. Während Niederschlag spontan Abgänge nasser und trockener verfestigter und unverschiedener Schnee-Lawinen. Mittwoch unter 2200 m Gefahr etwas geringer, aber ERHEBLICH, unter 1800 m MODERAT.
Schneelage
Gestern, Sonntag, in Julischen Alpen und Westkarawanken über 1700 m bis 15 cm Schnee gefallen, im Kanin-Gebirge bis 30 cm Neuschnee. Sonst weniger Niederschlag. Neuer Schnee teils auf gefrorenem oder auch nassem Untergrund gefallen. Schneefall mit mäßigem Südwestwind, der Schnee in nahen Leeseiten abtransportierte. Windschnee verfestigte sich schnell, blieb aber schlecht mit hartem Untergrund verbunden, daher dort bei geringer Belastung kleine trockene verfestigte Schneelawine möglich.
Erwartete Wetterentwicklung
Vor uns warme Verschlechterung mit starken Niederschlägen. Leichte Niederschläge in Julischen Alpen nachmittags zunehmend, Schneefallgrenze von aktuellen 1600 m bis Abend auf 1800 m. Über 1800 m bis Abend in Juliern bis 10 cm Schnee, sonst nur wenige cm Neuschnee. Abends Niederschläge rasch stärker und ostwärts ausdehnend, Schneefallgrenze steigt allmählich, dienstags früh bei wärmster Phase über 2000 m. Dienstagvormittag allmählich kälter, mittags kalte Front, dann Schneefall bis 1800 m. Bei Frontdurchzug Gewitter möglich. Noch feuchter Süden- bzw. Südwestwind, daher abends und Nacht zu Mittwoch in Julischen Alpen wieder kleinere Niederschläge. Dann Schneefall bis 1000 m, max. 10 cm Schnee. Insgesamt über 2200 m überall >50 cm Neuschnee trocken, Kanin-Gebirge >100 cm. Zwischen 1800-2200 m zeitweise Regen bzw. nasser Schnee, daher neu ca. 30 cm, Kanin-Gebirge und Südjulische Alpen >50 cm. Unter 1800 m wenig Neuschnee, Ende Verschlechterung Schneehoehe dort durch Schmelze wahrscheinlich geringer. Bis Mittwochmorgen starker Südweststurm, stärkster dienstags mittags. Mittwochmorgen teilweise aufklarend, vormittags Wind schwach. Nachmittags Südwest wieder stärker. Bleibt warm, 0-°C-Isotherme bis Donnerstag bei 1300 m.
Tendenz Schneelage
Starke Niederschläge montags nachmittags bis dienstags nachmittags verschlechtern Schneedeckenstabilität und erhöhen Lawinenabgangswahrscheinlichkeit. Über 2200 m entstehen ausgedehnte Windschneefelder, wo schon beim Schneefall spontan Schneelawinen abgehen. In Schauern und Gewittern möglicherweise Reifschnee, der Bindung neuer Schichtschichten weiter verschlechtert. Mittelgroße Lawine schon bei geringer Belastung möglich. Zwischen 1800-2200 m während Niederschlag erhöhte spontane Nassschneelawinen-Wahrscheinlichkeit, da tragende Schichten oben auf alter Schneedecke nachgeben können, die bisher zusätzliche Belastung auf tiefer liegende schwache Stellen verhinderten. Nach Kaltfrontdurchzug feuchte Oberflächenschichten neuer Schneedecke frieren allmählich ein und mindern etwas Lawinenwahrscheinlichkeit. Unter 1800 m während Niederschlag erhöhte spontane Abgänge verfestigter und unverschiedener Nassschneelawinen, besonders auf steilen grasigen Hängen Grundlawinen möglich. Dort Rutschlawinengefahr möglich, die auch in Folgetagen besteht.
Nächste Ausgabe: Donnerstag, 30. 1. 2025
Quelle: ARSO