28.01.2019
Die Lawinengefahr liegt im Grad 3 auf der europäischen Fünfstufen-Skala – ERHEBLICH.
Hauptproblem: Neuschnee, windgepresster Schnee
Gefahrenmuster: Kaltes Wetter, schlecht verhafteter Frischschnee durch Wind
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Einschätzung des Risikos
Die Lawinengefahr liegt oberhalb etwa 1300 m ERHEBLICH, Grad 3, tiefer MODERAT, Grad 2. Auf ausreichend steilen Hängen können sich spontan zahlreiche kleine und einzelne mittelgroße Lawinen von trockenem, schlecht verhaftetem Schnee lösen. An Stellen mit windgepresstem Schnee kann bei geringer Zusatzbelastung des Schnee Decks eine Lawine von trockenem, verhaftetem Schnee ausgelöst werden.
Schneeverhältnisse
Bis heute Morgen ist in den Bergen 15 bis etwa 40 cm Schnee gefallen, am meisten im Hochgebirge der westlichen Julischen Alpen sowie in den zentralen Karawanken, am wenigsten im Mittelgebirge sowie im östlichen Teil unserer Berge. Im Nordwesten hat es meist bis in den Talgrund geschneit. Während des Schneefalls wehte ein Südwestwind, der Verwehungen bildete und Lawinenhänge aufbaute, jetzt dreht der Wind in nördliche Richtung. Oberhalb etwa 1500 m lag die Temperatur unter null, daher ist dort der Schnee trocken, tiefer war er nass, im letzten Teil des Schneefalls jedoch trocken. Daher ist die Verbindung zwischen alter Schneedecke und Neuschnee oberhalb etwa 1500 m schlechter als tiefer. Der Schnee ist leicht und weich, windexponierte Lagen sind stark ausgefegt, Grate stellenweise bis zur alten, harten und teils vereisten Basis.
Erwartete Wetterentwicklung
Heute bewölkt, Schneefall nimmt ab und hört in vielen Lagen auf, größere Mengen Neuschnee gibt es nicht. Die Schneefallgrenze sinkt in vielen Lagen bis in die Tieflagen. Nachmittags lichtet sich in den Hochlagen die Bewölkung, es wird sich aber nicht aufklaren. Es weht mäßiger Nordwind. Morgen mäßig bis meist bewölkt, Wolkenuntergrenze über den Gipfeln. Unter etwa 1000 m stellenweise zeitweise neblig. Es weht schwacher, stellenweise noch mäßiger Nordostwind. Mittwoch anfangs meist bewölkt und in vielen Mittelgebirgen sowie teilweise Hochgebirge neblig. Am Tag senkt sich die Obergrenze der Bewölkung, Nachmittag oder gegen Abend bewölkt es sich in höheren Schichten der Atmosphäre, hoch über den Gipfeln. Es weht schwacher bis mäßiger Süd- bis Südwestwind. Die Temperatur bleibt in den Bergen alle Tage unter null.
Tendenz der Schneeverhältnisse
Der Neuschnee setzt sich langsam ab und wandelt sich um, Sonne gibt es bis Mittwoch fast nicht. Der Wind transportiert noch Schnee in Verwehungen, heute vor allem an Süd- und Südwestseiten der Grate, morgen stellenweise auch an Westseiten. Mittwoch ist der Wind schwach. Die Lawinengefahr nimmt langsam ab. In den nächsten Tagen erwarten wir keine spontanen Lawinenabgänge mehr, außer kleinen Abreißern von den steilsten Hängen, die Schneedecke ist aber durch zahlreiche Schwachschichten potenziell instabil, daher ist große Vorsicht geboten besonders auf steileren Hängen und Gebieten mit Schwachschichten. An ausgefe gten Graten besteht auch Rutschgefahr.
Nächste Ausgabe: Mittwoch, 30.1.2019
Quelle: ARSO