28.01.2022
Allgemeiner Lawinengefahrengrad - Freitag, 28. 1. 2022
Gefahrenstufe 1 auf der europäischen 5-stufigen Skala - GERING.
Hauptproblem: Windschnee
Gefahrenmuster: Abkühlung nach warmem Wetter / Erwärmung nach Frost
Gefahrenbewertung
Lawinengefahr meist GERING. Vor allem an windabgetragenen und vereisten Stellen hohe RUTSCHGEFAHR. Schnee Decke meist stabil. Nur an steilen schattigen Hängen im Hochgebirge vereinzelte Stellen mit einzelnen unverkitteten oder schwach verkittteten Schichten, die unter hoher Belastung nachgeben können.
Schneelage
Trockene Wetterlage mit schwachen Wellenfronten hält an. Gestern tagsüber aufgeklart, 0-°C-Isotherme über 2000 m n. m. Durch trockene Luft und Bewölkung wenig Umwandlung der Schneedecke, Erwärmung wirkte nur in niedrigen Lagen. Besonders letzte Nacht moderater bis starker Nordwind, der aber alten Schnee kaum transportierte. Im Schatten hart oder trocken, stellenweise noch etwas Reifschnee. Windexponierte Lagen stark abgeblasen, bis zum blanken Untergrund. Deutlichere Schichten vor allem in schattigen Lagen, auf Südhängen schon besser am Boden verankert. An sonnigen Hängen durch Schmelze viele kahle Stellen.
Witterungsentwicklung
Heute früh trockene Kaltfront durchgezogen. Tagsüber wechselnd bewölkt, einzelne Gipfel zeitweise wolkig. Einzelne kurze Schneeschauer möglich. Zunächst moderater, nachmittags starker Nordwind. Temperatur auf 1500 m ca. -4, auf 2500 m ca. -11 °C. Samstagvormittag bewölkt, meist Mittel- und Hochschichtwolken, nur höchste Gipfel zeitweise bewölkt. Nachmittags Abnahme der Bewölkung, im Westen teilweise Aufklarung. Schwacher bis mäßiger Nordwestwind. In Mittelgebirge tagsüber Westwind. Nach und nach mildere Luftmasse, nachmittags milder: 1500 m ca. -2, 2500 m ca. -6 °C. Sonntag meist klar, etwas Bewölkung über östlichen Gebirgen. Meist mäßiger Nordwestwind, im Hochgebirge zeitweise stark. Auf 1500 m 0 bis 4, auf 2500 m ca. -4 °C. Anfang nächster Woche zunehmende Bewölkung, aber meist trocken, Niederschlag nur südlich Sloweniens möglich. Leichte Abkühlung. Noch windig.
Entwicklung der Schneelage
Schneelage ändert sich auch in den nächsten Tagen kaum. Schnee bleibt durch Wind und trockene Abkühlung heute und morgen meist vereist, nur an starken Südhängen weich. Sonntag etwas stärkerer Weichschnee. Im Schatten hart und vereist. Rutschgefahr Ende Woche leicht steigend. An exponierten Stellen starker Nordwestwind transportiert gelegentlich Schnee, aber geringe Mengen durch harte Decke ohne wesentlichen Einfluss auf Lawinenlage. Schneedecke meist stabil, nur in schattigen Hochgebirgslagen einzelne potenziell instabile Schichten. Nächster Lawinenbericht Montag, 31.1.2022.
Nächste Ausgabe: Montag, 31. 1. 2022
Quelle: ARSO